Drückjagd: Es gilt, tatsächlich miteinander jagen zu wollen

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von Peter Pabel

Einige Gedanken zur Gestaltung revierübergreifender Bewegungsjagden / Betrachtungen aus Sicht größerer Waldreviere mit Hochwild.

Allmählich sind die Tische gefüllt im Saal der Deutschen Eiche in Zernien. Glühende Gesichter, darüber die klassisch geformte Jägerhutfrisur, die Kaffeegedecke werden nach und nach gegen kältere Getränke getauscht, aus der Küche zieht der Grünkohldampf.

Die Strecken sind versorgt, die Geschäftsführerin des Hochwildringes zieht von Tisch zu Tisch und trägt die Strecken der einzelnen Reviere in die Übersicht der großräumigen Bewegungsjagd zusammen. 14 Reviere haben sich beteiligt, der Jagdbogen betrug 2.500 ha. Nur zwei Revierinhaber konnten oder wollten nicht teilnehmen.

Die Gesamtstrecke war in diesem Jahr bescheiden, aber nach einigen Jahren gemeinsamer Jagd weiß man, dass sie von Jahr zu Jahr schwankt. „Die Sauen müssen alle bei Dir gelegen haben“, war zu hören. „Nee, bei mir waren sie auch nicht.“ Und … „Die 20 Stück Kahlwild sind wieder über den freien Acker raus und haben sich in der Feldmark Metzingen gerudelt.“ Dort ist heute seit Menschen Gedenken das erste Stück Kahlwild zur Strecke gekommen.

Das Revier Plumheide freut sich über den revierübergreifenden Einsatz der Treiber und Hundeführer, allein acht Sauen sind hier zur Strecke gekommen. Pächter Meyer hört aufmerksam den Schilderungen seiner Gäste zu und setzt in Gedanken gerade drei seiner Drückjagdböcke um. Der Revierförster lässt sich die Standkarten erklären, auf der jeder Schütze nicht nur Schüsse und Erlegtes, sondern auch seine Beobachtungen einträgt. Die Tür geht auf und zwei Schweißhundführer rücken ein, nachdem sie die Aufträge der zentralen Nachsuchenkoordination abgearbeitet haben. In diesem Jahr kommen sie sogar noch rechtzeitig zum Essen.

„Das Revier Schmeddeweitz hat die Stände schon wieder um halb neun besetzt und gleich darauf mit dem Schießen begonnen, ´ne große Rotte haben sie schon vor dem Treiben auf die Reise geschickt – von denen hätten wir gern ein paar auf der Strecke gehabt“, meint der Kreisjägermeister und resümiert: „Rotwild ist mehr geworden, da müssen wir ein Auge drauf haben. Im nächsten Jahr sollten wir die scharfen Hunde vielleicht eine halbe Stunde später schnallen, damit das Rotwild nicht zu flott kommt.“

Die Zahlen sind beisammen, der Grünkohl will aufgetragen werden. Eben noch der Streckenbericht, und nach dem Signal zum Essen wird lange und ausgiebig getafelt. Dabei lernt manch einer seinen Jagdnachbarn von einer ganz neuen und netten Seite kennen.

Bewährte Hundeführer, Nachsuchengespanne, Gruppenführer, Aufbrechteams und all die Helfer, ohne die eine solche Jagd nicht möglich wäre, werden gleich heute für das nächste Jahr vereinnahmt. Ein neuer Termin muss nicht gesucht werden, der erste Samstag im November hat sich seit Jahren für diese Jagd etabliert.

Die Geburtsstunde dieser Jagd

In dem Jagdgebiet liegen viele kleine Jagden mit Größen zwischen 100 und 400 ha. Früher hat jedes Revier für sich gejagt. Auf Sauen wurde gekreist und gedrückt. So kam es, dass die Wildschweine während der Hochsaison im wöchentlichen Wechsel hin und her gejagt wurden, mehr oder weniger erfolgreich, meist mit geringen Treffer-Ergebnissen, manchmal gar nicht beschossen. Die anderen Wildarten dieser Hochwildreviere mussten notgedrungen diese Jagdreisen stets mitmachen. Nachdem seitens des Hochwildringleiters immer wieder die Anregung kam, sich doch einmal zusammen zu tun, kam es im Sommer 2006 im Garten des Kreisjägermeisters, selbst Eigentümer zweier kleiner Jagden in dem Jagdbogen, zur Geburtsstunde dieser revierübergreifenden Gemeinschaftsjagd. Seiner Zeit waren derartige Jagden eher noch die Ausnahme, alle waren neugierig auf ein derartiges Konstrukt.

Seitdem hat man viele gute und manchmal auch ernüchternde Erfahrungen gesammelt, Fehler und Störungen hat man besprochen und meist auch aus dem Weg geräumt. Vorneweg gesagt: Die Jagden haben sich bewährt. Sie sind geeignet, effektiv an einem Tag nennenswert Strecke zu machen und zu regulieren. Darüber hinaus stellen sie immer auch ein besonderes jagdliches Erlebnis dar und fördern die Nachbarschaft.

Die Strecken dieses Jagdtages lagen zwischen 40 und 120 Stück Wild. Es gab immer auch Vorkommnisse, über die man sich verständigen musste, und von Jahr zu Jahr modifizierte Absprachen, die alle gleichermaßen beherzigen sollten.

Die Grenzen des Wachstums

Mittlerweile ist diese Art, großräumig zu jagen, im norddeutschen Raum weit verbreitet. Je nach Ausprägung und Anlage bringen diese Jagden hervorragende Ergebnisse auf Rot-, Dam- und Schwarzwild, ohne die gerade in wildreichen Regionen eine wirksame Regulierung gar nicht denkbar wäre. Und so manch ein Revierinhaber ist überrascht, wie viel Rehwild vor- und auch nachhaltig zur Strecke kommt. Eine sehr große Jagd dieser Art auf 15.000 ha hat sich im Hochwildring Gartow entwickelt.

Abb.: Die revierübergreifenden Jagden haben sich bewährt. Sie sind geeignet, effektiv an einem Tag nennenswert Strecke zu machen und zu regulieren. Darüber hinaus stellen sie immer auch ein jagdliches Erlebnis dar und fördern die Nachbarschaft. Foto: John Schoppe

Die Strecken eines so groß angelegten Jagdtages liegen meist zwischen 200 und 300 Stück Schalenwild.

Die Waidgerechtigkeit, an dieser Stelle als Tierschutz zu verstehen, muss neben der Sicherheit zu den obersten Geboten gehören. Großräumige und dicht abgesetzte Jagden sind für das Wild ein erheblicher Stressfaktor, insbesondere dann, wenn sie mit einem intensiven Hundeeinsatz verbunden sind. Daher sollte die Zeit der aktiven Beunruhigung 2,5 Stunden nicht überschreiten.

Das Händchen des Revierinhabers

Im Vorfeld muss man sich über die Wildstandsentwicklungen im Klaren sein. Wie hoch sind die Bestände, welche Wildarten machen vermehrt Schäden? In welche Richtung soll meine Jagd in erster Linie wirken?

Es gibt keine Art der Bewegungsjagd, die für alle Wildarten gleichermaßen gut geeignet ist. Vereinfacht kann man sagen: Schwarzwild- und Rehwild-Jagden unterscheiden sich maßgeblich von Jagden mit Schwerpunkt auf Rot- und Damwild. Zwar ist die großräumige Anlage für alle Hochwildarten zu empfehlen, aber die Wahl der Stände, Zahl der Schützen, Auswahl und Dichte der Hunde und Treiber unterscheiden sich erheblich.

Für die Rehwild-/Schwarzwildjagd braucht man eine gewisse Schützendichte, aber die Abdeckung von einem Schützen auf zehn Hektar sollte aus Sicherheitsgründen nicht wesentlich unterschritten werden. Für den Erfolg von Rotwildjagden sind solch hohe Schützendichten eher abträglich, die Hälfte an versierten Schützen an den richtigen Stellen reicht meist schon aus. Jagden, auf denen ein Schütze auf weniger als fünf Hektar frei im Gelände auf dem Erdstand ausgebracht wird, sind wie russisches Roulette, hier sollte man tunlichst das Weite suchen.

Abb.: Eine großräumige Anlage der Drückjagd-Stände ist für alle Hochwildarten zu empfehlen. Aber die Wahl der Standorte, der Zahl der Schützen, die Auswahl und die Dichte der Hunde sowie die Anzahl der Treiber unterscheiden sich erheblich. Foto: Hasso Both

Genau so spannend wird es, wenn dem Kugeln verschießenden Jagdgast gesagt wird, „er solle die Dickungskante mal dicht halten, er dürfe sich dort (im Treiben) auch etwas bewegen.“

Der Jagdherr muss sich von vornherein auf eine sinnvolle Zahl an Schützen begrenzen – ein paar Reservestände bewahren ihn dabei vor Überraschungen. Er sollte sich jedoch nicht von den unendlich vielen Verpflichtungen und pflegebedürftigen Bekanntschaften leiten lassen, um sein Revier zu besetzen.

Braucht man in deckungsreichen Revieren auf Sauen und Rehwild vier bis fünf gut jagende Stöberhunde mit einer gewissen Schwarzwildschärfe auf 100 ha, reicht in Rotwildrevieren auf dieser Fläche schon eine kleine Riegelgruppe mit ein bis zwei kurz jagenden Hunden aus. Aber auch das Rotwild stellt sich im Laufe der Jahre auf diese Jagdart ein und entwickelt eine gehörige Portion Ausharrungsvermögen gegenüber der Beunruhigung.

Rehe und Sauen nehmen Deckung an und gehen zunächst gern ins Dunkle, während Rot- und Damwild als „Augentiere“ lieber offene Bestände oder sogar Freiflächen annehmen. Daher unterscheiden sich die Stände auf diese Wildarten. Bei den meisten Jagden handelt es sich um Mischjagden, d.h. sie sind nicht rein auf eine oder zwei Wildarten ausgelegt.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Davon hängt also ab, wie ich meine Jagd konzipiere, wie ich sie abgrenze, in welchem Umfang ich Schützen und Hundeführer einlade. Insbesondere gute Hunde einschließlich Treiber bzw. Schützen sind immer gefragt und schnell vergriffen.

Abb.: Der Jagdherr muss sich von vornherein auf eine sinnvolle Zahl an Schützen begrenzen – ein paar Reservestände bewahren ihn dabei vor Überraschungen. Er sollte sich jedoch nicht von den unendlich vielen Verpflichtungen und pflegebedürftigen Bekanntschaften leiten lassen, um sein Revier zu besetzen. Foto: Rouven Groß

Wie oben erwähnt, ist man sehr gut beraten, sich einen bewährten Stamm an ortskundigen Helfern frühzeitig sicherzustellen. Für den kommenden Herbst kann man im April schon zu spät kommen.

Auch empfiehlt es sich, die Wildvermarktung frühzeitig sicher zu stellen. Wenn man mit größeren Strecken rechnet, ist der rechtzeitige Kontakt zum Wildhändler wichtig, um nicht nur eine Abholung in einer jagdreichen Zeit, sondern auch befriedigende Konditionen und die Ansprüche des Kunden an die Wildversorgung sicher zu stellen. Auf Letzteres muss ggf. schon in der Jagdeinladung hingewiesen werden.

Keine Pausen im Sommer

Wer nun gar nicht weiß, die jagdarme Zeit zur Jahresmitte zu überbrücken, kann dies sehr sinnvoll mit der weiteren Vorbereitung seiner Drückjagden tun. Die Jagdgäste freuen sich auch über frühzeitige Einladungen.

Die Einladungen sollten alle wichtigen Informationen zu dem Jagdtag enthalten, denn die zwangsläufig umfangreiche Ansage des Jagdleiters in großer Runde am Morgen der Jagd kommt nur teilweise zwischen den Ohren der Gäste an oder ist schnell wieder aus dem Kurzzeitgedächtnis gelöscht – und man kann froh sein, wenn die Freigabe in Erinnerung bleibt.

Im Revier will die jagdliche Infrastruktur kontrolliert und verbessert werden. Dazu gehört die Überprüfung des Standortes ebenso wie die Prüfung der Sicherheit. Wenn an mehreren tragenden Teilen der Drückjagdbock anfängt zu rotten, lohnt sich eine Reparatur meistens nicht mehr. Ersatz, Ausbessern, Freischneiden, dies sind Arbeiten, die schon gut im Sommer erledigt werden können. Dann beschränkt sich der Aufwand kurz vor der Jagd meist auf eine kleine Kontrolle. Hierzu findet sich in diesem Buch ein eigenes Kapitel.

Abb.: Was hier in diesem Cartoon auf der Weste humoristisch dargestellt wird, ist dennoch bitterer Ernst: Grundsätzlich ist es einer der wichtigsten Sicherheitsaspekte, sich mit dem Nachbarrevier über die Lage der grenznahen Stände zu verständigen und die Sicherheitsbereiche zu markieren. Foto: Rouven Groß

Absprachen mit den Nachbarn

Das Fundament bewährter revierübergreifender Gemeinschaftsjagden ist der solide und zuverlässige Umgang der Nachbarn miteinander. Es gilt, miteinander jagen zu wollen und Vertrauen haben zu können. Trickserei und Täuschung stören sofort den Zusammenhalt. Der Phantasie des Eigennutzes sind da keine Grenzen gesetzt: Früher anzufangen oder die Nachbarn vormittags jagen zu lassen, um selbst nachmittags das dann in der eigenen Jagd versammelte Wild abgreifen zu wollen, oder den Treibereinsatz im eigenen Revier auf eine an der Grenze auf- und abwandelnde Warnweste zu beschränken, gehört zu den einfacheren Ideen. Dann ist es schon konsequenter, wenn man offen sagt, dass man sich nicht beteiligen will, dies dann auch tatsächlich nicht tut, und sich nicht doch an der Grenze aufbaut, natürlich – man will ja nicht gesehen werden – ohne Signalkleidung und gut versteckt. Das ist lebensgefährlich.

Im Allgemeinen hat es niemand nötig, Stände auf oder direkt an der Grenze zu postieren. Und sollte dies doch einmal der Fall sein, hilft die Frage oder die Absprache mit dem Nachbarn – vor der Jagd. Man mag es kaum glauben, wir haben es erlebt, dass Jagdgäste auf einer Grenze Rücken an Rücken auf zwei Ansitzböcken drei Stunden lang ausharren mussten. Mal von dem nachbarschaftlichen Verhältnis der beiden Jagdherren ganz abgesehen, wie müssen die beiden Gäste diesen Tag verflucht haben. Erzählen konnten sie nicht, austreten schlecht, und auch den Vorbeischüssen des einen hat der andere zugesehen.

Abb.: Ein Stand an der Waldkante? Die Wiese im Hintergrund gehört schon nicht mehr zum Revier? Niemand hat es nötig, Stände auf oder direkt an die Grenzen zu postieren. Und sollte dies doch einmal der Fall sein, hilft die Absprache mit dem Nachbarn – vor der Jagd.

Grundsätzlich ist es einer der wichtigsten Sicherheitsaspekte, sich mit dem Nachbarrevier über die Lage der grenznahen Stände zu verständigen und die Sicherheitsbereiche zu markieren.

Das Rezept ist nun angerührt

Es kommt nicht selten vor, dass ich nach erfolgreichen Jagden gefragt werde, was wir denn nur dafür machen. Meine Antwort lautet nicht selten: „Nichts!“

Soll heißen, dass wir vorher jagdlichen Aktionismus vermeiden. Die ständige Einzeljagd ist den Hochwildrevieren ohnehin abträglich, vor den Jagden sollte aber in jedem Fall eine Jagdruhephase von mindestens drei Wochen einkehren. Das Wild wird es Ihnen danken. Die Jagd auf das Schwarzwild haben wir in den Hochwildrevieren komplett umgestellt. Nachtjagd findet dort ebenso wenig statt wie der Betrieb von Kirrungen. Überhaupt haben die Sauen in unseren größeren Waldrevieren das ganze Jahr über viel Ruhe. Das führt dazu, dass sie sich wohlfühlen und auch tagsüber im Gebräch stehen. Sie halten sich gern und viel im Wald auf. Was kann der Landwirtschaft besseres passieren?

An den nur wenigen Jagdtagen im Herbst muss es den Sauen bei möglichst großzügiger Freigabe dann aber auch ordentlich an die Kittel gehen. Regelmäßig zu schonen sind nur Leitbachen und führende Bachen. Nachgeordnete Bachen aus den Rotten sollten in dieser Zeit kein Tabu sein. In den Monaten Oktober bis Dezember muss die Masse der Strecke gemacht werden, nicht im Januar, wenn die manchmal schon hoch beschlagenen Bachen sich schnell den Hunden stellen oder die kleinen Streifenhörnchen von den Hunden gegriffen werden, und erst recht nicht im Mai / Juni bei Nacht im Feld! Für die erfolgreiche Bejagung von Rot-, Dam- und Rehwild hingegen ist die Januarjagd unabdingbar. Dies kann aber „bachenschonend“ in Form von Riegel-, Anrühr- oder Ansitzjagden erfolgen.

Das übergreifende Dach der Hegegemeinschaft

Es obliegt den Hegegemeinschaften, diese Jagden zu moderieren und mit ausreichenden Abschussplänen den gesetzlichen Rahmen dafür zu schaffen. Der äußere Organisationsrahmen, die Terminierung und der Zeitplan der Jagden, die Beteiligung der Revierinhaber sollten von dieser Instanz ebenso veranlasst werden, wie eine klare und möglichst großzügige Freigabe.

Jedes Revier kann sich natürlich bei solch einer Jagd seiner eigenen Freigabe bedienen, es kann jedoch nicht z.B. den einen Hirsch der Jugendklasse seinen 30 Gästen freigeben. Üblicherweise ist es das Ziel der revierübergreifenden Jagden, an diesen Tagen einen erheblichen Teil der Abschussplanerfüllung beim weiblichen Wild zu erbringen und das Schwarzwild zu regulieren.

Dazu formuliert der Hochwildring bzw. die Hegegemeinschaft Ringfreigaben oder Töpfe, aus denen die Reviere über die eigene Freigabe hinaus jagen können. Ob Hirsche in die Ringfreigaben gehören, muss man sich im Einzelfall überlegen. In wildreichen Revieren werden manchmal Hirsche der Jugendklasse über den Ring mit freigegeben.

Abb.: Der Hochwildring Gartow-Lüchow beispielsweise nutzt die revierübergreifende Jagd, um an verschiedensten Stellen in der Regionalpresse für die Jagdform zu werben! Von weniger Stress für das Wild und weniger Konfliktpotential mit anderen Nutzergruppen ist die Rede. Negative Leserbriefe? Behinderungen der Jagd? Alles Fehlanzeige. Als ein Journalist Interesse bekundete, in einem Revier mitgehen zu dürfen, wurde er gerne mitgenommen. Foto: Auszüge aus der Elbe-Jeetzel-Zeitung. EJZ-Redakteur Rouven Groß.

Auch die Freigabe der Zuwachsträger, d.h. der Alttiere, muss über den Ring geregelt werden. Bei gut regulierten Hochwildbeständen könnte auf die Bejagung von Alttieren auf den Drückjagden vielleicht verzichten, in den meisten Hochwildregionen ist es jedoch ohnehin mühsam, eine ausreichende Zahl an Zuwachsträgern zu erlegen, so dass diese meist in den Ringfreigaben enthalten sind.


Abb.: Ein gemeinsames Streckelegen vieler Reviere mit großen Wildmengen hat sich nicht bewährt. Derartige Sammelaktionen waren allzu oft der Wildversorgung und Wildbrethygiene eher abträglich. Wir beschränken uns – wie auf diesem Bild zu sehen – daher auf das revierweise Streckelegen. Foto: P. Pabel

Die Hegemeinschaften erstellen Telefonlisten mit den Revierinhabern und Tierärzten, richten eine Meldestelle für die Nachsuchen und die Streckenergebnisse ein (Letzeres ggf. auch beim Schüsseltreiben), beantragen zentral die straßenverkehrsbehördlichen Anordnungen für die Geschwindigkeitsbegrenzungen und geben ggf. diese Termine in der Presse oder auch im Verkehrsfunk bekannt. Eventuell hat die Hegegemeinschaft auch die Möglichkeit, den Wildabsatz zentral zu organisieren und zu verhandeln.

Ein gemeinsames Streckelegen vieler Reviere und großer Mengen von Wild hat sich nicht bewährt. Mag eine Strecke von 150 Stück Wild durchaus auch sehenswert sein und mag es für manch einen Hegegemeinschafts- oder Forstamtsleiter der große Auftritt nach der Jagd sein, einer großen Gästeschar 150 Brüche zu überreichen, so sind derartige Sammelaktionen der Wildversorgung und Wildbrethygiene abträglich.

Überhaupt ist es ein beträchtlicher Aufwand, alles Wild zusammen zu bringen, um es nach ausgiebiger Prozedur und dem Halali wieder in die Kühlhäuser zu verteilen. Keinesfalls sei damit gesagt, dass das Brauchtum, die Ehrung der erlegten Stücke und der Schützen, unterbleiben sollte.

Das Streckelegen, Brücheverteilen und das Verblasen kann aber auf Ebene der einzelnen Reviere oder zweckmäßiger Gruppen erfolgen. Anders ist es zu bewerten, wenn der Wildhändler ganze Strecken gleich komplett von großen Streckenplätzen übernimmt.

Oft genug entwickeln sich solche großen Streckenplätze zu Schlammschlachten. Was fährt da manchmal alles durcheinander! Man ist gut beraten, die Fahrzeugkolonne der Gäste weit genug abseits parken zu lassen. Am Streckenplatz selbst haben nur die Lieferfahrzeuge etwas zu suchen. Aber dazu an anderer Stelle in diesem Buch mehr …

Das gemeinsame Schüsseltreiben hingegen ist eine sehr schöne Möglichkeit, sich auszutauschen und die Jagd am selben Tag auszuwerten – und da bin ich wieder am Anfang meiner Ausführungen.

***

Anmerkungen

Von KRAUTJUNKER existiert eine Gruppe bei Facebook.

Titel: Peter Burkhardt

Autor: Erfolgreiche Drückjagd 

Verlag: Müller Rüschlikon

Verlagslink: http://www.paul-pietsch-verlage.de/index.php?Erfolgreiche%20Dr%FCckjagd%20&aktion=ausgabe&saktion=detail&darst=d&az=&mp=&ump=&sa=SSA&saktion_begin=&lk=&bestnr=0&autornr=&sustr=dr%FCckjagd&grp=&datsatz=0&detail=42003&sort=&saktion1=&id=brviaielsggusz&navid=

ISBN-13: 978-3275020034

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