Der Geist von Springe

von Joachim Orbach Der Bedarf nach schnell verfügbarer Information, rascher Wandel, Schnelllebigkeit und Vergänglichkeit sind herausragende Merkmale unserer Zeit. Was gestern noch Gültigkeit hatte, ist heute oftmals bereits überholt oder für viele auch Schnee von gestern. Für das Jagdgebrauchshundewesen dürfte das alles aus meiner Sicht u. a. nicht für die einstigen jagdkynologischen Seminare von Springe…

Vom Sohlenleder zum Seelenfrieden: Bertram Graf v. Quadts Wildschweinnacken in Schwarzbier

von Bertram Graf v. Quadt Das Nackensteak – Männernahrung einerseits, im Haushalt oft Streitgegenstand andererseits. Ich mag die Dinger, fettriefend, mit gerösteten Zwiebeln in einer Semmel, so dass der  Saft aufs Hemd tropft. Zuhause stoße ich damit auf wenig Gegenliebe – einen ganzen, hervorragenden Duroc-Schweinenacken musste ich deswegen schonmal mehr oder minder heimlich und an…

Schritt für Schritt in die richtige Richtung: Entwicklungsphasen unserer Jagdhunde richtig nutzen

von Joachim Orbach Vor über 100 Jahren legte Oberländer (Karl Rehfuß, * 1855; † 1926) mit seinem Erstlingswerk Die Dressur und Führung des Gebrauchshundes die Messlatte mit den damals strengen Regeln der sogenannten Parforce-Dressur fest.Im 20. Jahrhundert haben sich – angepasst an die verschiedenen Jagdhunderassen und deren rassespezifische Aufgaben im Jagdbetrieb (z. B. will man…

Sechste Veröffentlichung vom KRAUTJUNKER

Es freut mich, dass in der aktuellen Ausgabe von Der Jagdaufseher in Bayern, dem Mitgliederjournal des Bundes Bayerischer Jagdaufseher e.V. das Rezept eines Klassikers aus dem ersten Jahr des KRAUTJUNKERs veröffentlicht wurde. Der Sieben-Stunden-Wildschweinbraten ist wirklich ein seit Jahren beliebter Klassiker, weil hocharomatisch und auch von eher ungeübten Köchen nahezu idiotensicher auch für Gäste zuzubereiten….

Bärentatzen-Mokassins der Choctaw

Diese Choctaw-Mokassins aus dem 18. Jahrhundert sind ein beeindruckendes Zeugnis für die Raffinesse der nordamerikanischen Ureinwohner. Die Sohlen aus geschmeidigem Leder wurden so meisterhaft gestaltet, dass sie das charakteristische Muster von Bärentatzen imitieren. Diese Täuschung erlaubte es den Kriegern, ihre eigenen Spuren zu verwischen und Verfolger sowie Feinde in die Irre zu führen. Die Bärentatzen-Mokassins spiegeln das…

Der Nicker 2.0

von Nicolas Fetting Eine Neuinterpretation eines Solinger Klassikers Wenn man im deutschsprachigen Raum vom Nicker spricht, denkt man unweigerlich an Loden, Gamsbart und Lederhosen. An Biergärten im Voralpenland. An Brauchtum, das Generationen überdauert hat. Der Begriff ist untrennbar mit Solingen verbunden. Dabei ist der sogenannte Solinger Nicker keineswegs eine bayerische Erfindung. Die Messerform existiert im…

Paté en croute: Französische Wildpastete im Teigmantel

von Luc Frenguellotti Die Pastete ist die Königin der Speisen. Ihr Innenleben immer ein Geheimnis, ihr Äußeres eine Skulptur. Kein anderes Gericht ist so geeignet für Überraschungen. Was ist interessanter als dieses kulinarische Kunstprodukt? Pasteten sind nicht nur beliebt, weil sie lecker sind, sondern verleihen jeder Tafel etwas Feierliches.  Schon im alten Rom wusste man,…

Jagdverpachtung, Pirschbezirke und Begehungsscheine

von Dieter Bertram Nun füllen sie wieder die Seiten der Jagdzeitungen: die Jagdverpachtungen, Vergaben von Pirschbezirken und Begehungsscheinen.Ein so angepriesenes Revier habe ich einst recht gut gekannt. Für einen Jäger war es ein kleiner Vorgarten Edens von 2.000 ha, weitab von Städten. Zwölf Kilometer vom Dorf lag das Jagdhaus und war nur auf schlechtem Wege…

Provencalischer Wildschmortopf: Daube de Gibier

Wenn der Mistral mit eisigen Fingern durch die Gassen des fiktiven Idvlls Sainte-Valérie peitscht, legt Pierre Durand die Ermittlungsakten beiseite und greift zum Löffel. Der ehemalige Pariser Kommissar hat das graue Pflaster der Hauptstadt nicht ohne Grund gegen die Trüffelwälder des Südens eingetauscht: In der Provence ist die Kulinarik kein bloßer Zeitvertreib, sie ist das…

Mbogo – 40 Jahre Großwildjagd in Afrika

von Rolf D. Baldus Das Buch eines Freundes sollte man nicht rezensieren. Das hat zumindest ein „Geschmäckle“. Eine Leseempfehlung darf man aber geben. Und das tue ich hiermit. Denn mein Freund Ludwig Siege hat sich nach der Pensionierung hingesetzt und einige seiner Jagdabenteuer aus 40 Jahren Großwildjagd aufgeschrieben. Kennengelernt haben wir uns 1985 in Tansania….

Der Berg ruft nicht mehr, er schlägt zurück

von Dieter Bertram Das Fernsehen lieferte uns in den Wintersportsaisons immer wieder aktuelle Katastrophenbilder: Beeinträchtigungen durch unpassierbare, von Lawinen verschüttete Straßen bis hin zu bergabwärts getriebenen Wohnsiedlungen und zahlreichen tödlich verunglückten Menschen.Die Bergwelt selbst befindet sich am Abgrund. Die Wunden, die der Mensch mit dem naturfressenden Tourismus geschlagen hat, liegen offen. Die Schönheit der Bergwelt…

Hirschbrunft auf Islay | Teil 3: Et in Arcadia Ego

My delight it was to riseWith early morning skiesAll aglow,And to brush the dewy heightWhere the deer in airy stateWont to go von Tim Wesly Hendrix Wer kann die Nacht vor einer Jagd schon schlafen? Ich kann es nicht. Da wälzt man sich hin und her, aber Orpheus empfängt einen nicht in seinen Armen. Der…