Strandkrabben-Bisque

In der zweiten Julihälfte verbrachte ich Teile meines Sommerurlaubs auf der schönen niederländischen Insel Texel. Einer der Höhepunkte war übrigens das Treffen mit dem charmanten Krautjunker Goswin von Mallinckrodt am Paal 17.

Goswin kommentierte dieses Foto später damit, dass er darauf aussieht wie Bilbo, der gerade von Gandalf zu einem neuen Abenteuer überredet wird…

In der Hafenstadt Oudeschild amüsierte ich mich sehr über die Jagdpassion vieler Touristen mit an Schnüren befestigten Netzchen Strandkrabben (Carcinus maenas), zu fangen. Erwachsene Menschen lagen stundenlang auf dem Bauch, um Beute zu machen.

Strandkrabbenfangen in der Hafenstadt Oudeschild auf der Insel Texel; Bildquelle: KRAUTJUNKER

Die entsprechende Ausrüstung konnte man sich in den anliegenden Touristen-Shops kaufen. Da ich weiß, wie gering die Ausbeute an Fleisch bei Signalkrebsen ist und diese wie Taschenkrebse im Gegensatz zu Hummern, Langusten und eben Signalkrebsen über einen unter den Leib geklappten verkümmerten Schwanz verfügen, konnte ich mir nicht vorstellen, dass der Kalorienverbrauch bei der Jagd durch das Verspeisen wieder reingeholt werden kann.

Beute an Strandkrabben in der Hafenstadt Oudeschild auf der Insel Texel; Bildquelle: KRAUTJUNKER

Andererseits ist das ja beim Pilzesammeln ähnlich und wir sind doch immer mit Enthusiasmus dabei.

Ein paar Tage später hatte ich die Gelegenheit an einer Wattwanderung mit Txgids teilzunehmen. In den Prielen sahen wir viel größere Strandkrabben, die auch mit bloßen Händen zu fangen waren. Natürlich haben wir sie wieder freigelassen…

Abb.: Der Mann, der (fast) alles isst im Watt; Bildquelle: KRAUTJUNKER

Bei den Austern war ich nicht ganz so gnädig, aber das ist eine andere Geschichte und ein anderes Rezept.

Wie auch immer, bei meiner Heimkehr fiel mir Mikkel Karstads schönes Buch Gone Fishing: Fisch und Meeresfrüchte in die Pfoten und das hier vorgestellte Rezept lässt mich zweifeln, ob ich nicht das nächste Mal gezielt Jagd auf Strandkrabben machen soll…

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Rezeptvorstellung von Mikkel Karstad

Strandkrabben sind für Suppen vorzüglich geeignet und schenken ein fantastisches Aroma. Viel mehr auch nicht.

© Anders Schønnemann

Rezept für 4 Personen
1 kg lebende Strandkrabben
50ml Rapsöl
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
1 Möhre
2 frische Tomaten
5 Zweige Thymian
100ml Apfelsaft
1 Weizenbier, 33 cl
1½–2 l Wasser
Salz, Zucker, Essig und frisch gemahlener
Pfeffer zum Abschmecken
ein alter, gusseiserner Topf
2 Maiskolben
¼ Spitzkohlkopf
Estragon

Die Krabben mit dem Kopf voran in kochendes Wasser gleiten lassen. Kurz kochen und dann abtropfen.

Krabben mit dem Rücken auf ein Schneidebrett legen und den Brustpanzer mit einem kräftigen Messer längs zerteilen. Krabben und Saft vom Brett in eine Schüssel geben.

Topf aufs Feuer stellen und richtig heiß werden lassen. Krabben mit dem geputzten Gemüse und Thymianzweigen in Öl rösten, bis sie gegart sind. Saft und Bier hinzufügen, aufkochen und auf die Hälfte reduzieren lassen. Dann Wasser hinzugeben, das die Krabben und die Kräuter bedeckt, alles wieder zum Kochen bringen.

Wenn die Suppe 20 Minuten geköchelt hat, abseihen und etwas reduzieren lassen. Mit Salz, Zucker, Apfelessig und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken.

Mais vom Kolben schneiden und den Spitzkohl in mundgerechte Stücke teilen. Die fertige Suppe mit dem rohen, knackigen Mais, Spitzkohl und etwas gehacktem Estragon schön heiß mit leckerem Brot servieren. Eine ganz einfache, herrlich aromatische Suppe

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Pressestimmen

»Der Kopenhagener Koch, Foodstylist und Blogger Mikkel Karstad (…) verrät seine Besten Rezepte in diesem Buch.«
― Bäcker Blume

»Gone Fishing ist Seeluft, Lagerfeuer, Einsamkeit und Liebe – ein Lebensgefühl zum Nachkochen«
― CORD Magazin

»Ein Mann und seine Meere. Mikkel Karstad, Pionier der dänischen Kochrevolution, definiert nun auch Seafood neu.«
― L’Officiel Hommes

»Das Blättern und Stöbern in diesem einzigartigen Band verspricht kulinarisches wie ästhetisches Vergnügen, das Sie sich nicht entgehen lassen sollten.«
― n-tv.de

»Gone Fishing, die außerordentlich schöne Inszenierung eines Lebensraumes und einer Lebensart, ist ein Kochbuch, klar, aber auch Fotoband und Reiseführer an die nordische Küste.«
― bn – Bibliotheksnachrichten

»Ein meisterliches Kochbuch der modernen Fischküche«
― Stevan Paul, Food&Farm

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Mikkel Karstad

© Anders Schønnemann

Mikkel Karstad (*1973) ist Koch, Autor, Stylist, gastronomischer Berater und schreibt Food-Artikel. Für Mikkel spielen Lebensmittel eine zentrale Rolle, seit er als 17-Jähriger beschloss, eine Lehre als Koch zu beginnen. Der Job als Koch hat in ihn die ganze Welt geführt, Jahre ­ lang als fester gastronomischer Berater für Claus Meyer. Neben seiner Rolle als tüchtiger, innovativer Koch hat Mikkel Food-Styling zu seiner Spezialität gemacht. Mit scharfem Blick für die Geradlinigkeit und natürliche Schönheit von Lebensmitteln hat er seinen eigenen, einzigartigen Stil geschaffen. Gemeinsam mit seiner Ehefrau, Camilla Milsted Karstad, bloggt er unter weyoutheyate.com.

KRAUTJUNKER-Kommentar: Das Buch erschien 2017. Die Websites haben sich geändert auf https://www.mikkelkarstad.com/ und https://www.instagram.com/mkarstad/?hl=de.

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Anmerkungen

Von KRAUTJUNKER gibt es eine Facebook-Gruppe sowie Porzellantassen. Weitere Informationen hier.

Titel: Gone Fishing: Fisch und Meeresfrüchte

Autor: Mikkel Karstad

Fotos: © Anders Schønnemann https://www.schonnemann.dk/

Verlag: Prestel Verlag

Verlagslink: https://www.penguin.de/buecher/mikkel-karstad-gone-fishing-fisch-und-meeresfruechte/buch/9783791383552

ISBN: 978-3-7913-8355-2


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