Die Wildtiere Mitteleuropas: Verbreitung, Ökologie und Management der wichtigsten Arten

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Buchvorstellung von Rolf D. Baldus

Braucht man noch ein Buch über das freilebende Wild vor unserer Haustür? Das habe ich mich gefragt, als ich Sven Herzogs neues Kompendium in der Hand hielt. Ein Blick in mein Bücherregal zeigt eine ganze Reihe unterschiedlicher Bestimmungsbücher und Monographien. Nachdem ich aber quer durchs Buch geschmökert hatte, war klar, dass es in meine Handbibliothek direkt hinter dem Schreibtisch wandert, in der die Bücher stehen, zu denen ich oft bei der Arbeit und beim eigenen Schreiben greife. 

Das Buch vermittelt solides Basiswissen und das in kurzer und prägnanter Form. Zu 129 Säugetieren und Vögeln erläutert es Naturgeschichte und Verbreitung, Ökologie und Lebensraum, Ernährung, Sozialverhalten und Populationsdynamik. Zusätzlich vermittelt der Autor Basiswissen zum Wildtiermanagement und zu Besonderheiten des Mensch-Tier-Verhältnisses. Mir fällt auf, dass die Wissenschaft in den letzten Jahren selbst bei Tieren, die man zu kennen glaubt, neue Erkenntnisse gewonnen hat. Manches meiner Fachbücher ist doch schon recht betagt, stelle ich beim Studium von Herzogs Kompendium fest.

Die Beschränkung auf 129 Arten macht Sinn. Schon jetzt hat das Buch 647 Seiten. Die behandelten Arten sind irgendwie besonders bedeutsam für uns Menschen, weil wir sie jagdlich nutzen, sie Konflikte verursachen, sie eines besonderen Schutzes bedürfen oder sie einfach „ikonisch“ sind. 

Professor Dr. forest. Dr. med. Sven Herzog leitet seit 1998 die Abteilung Wildökologie und Jagdwirtschaft an der TU Berlin. Er ist auch der Vorsitzende des Instituts für Wildbiologie Göttingen und Dresden. Neben seinen Lehrtätigkeiten ist er als Autor recht produktiv, wie sein Veröffentlichungsverzeichnis mit 300 Titeln zeigt. Einige Bücher daraus sind auch für das breite Publikum gedacht. Ich selbst habe mit Interesse sein Handbuch Wolf und die Die Sache mit dem Wald gelesen. Eine kurze Web-Recherche zeigt, dass ziemlich zeitgleich mit dem hier besprochenen Werk von ihm auch noch bei KOSMOS ein neues Buch erscheint: Die Sache mit dem Wolf. Zwischen Bestie und Kuscheltier – Ist ein Miteinander möglich? Herzog fremdelt auch nicht mit den neuen Medien. Seit sechs Jahren hat er einen eigenen Youtube-Kanal Wildökologie. Mit Gewinn höre ich da gelegentlich rein.

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Sven Herzog

Prof. Dr. Dr. Sven Herzog ist Arzt und Diplom-Forstwirt. Seit 1998 hat er den Lehrstuhl für Wildökologie und Jagdwirtschaft an der Technischen Universität Dresden inne. Im Rahmen einer ausserplanmässigen Professur der Georg-August-Universität Göttingen lehrt er dort darüber hinaus Forstgenetik und Forstpflanzenzüchtung und ist als Gründungs- und langjähriges Vorstandsmitglied im Institut für Wildbiologie Göttingen und Dresden e.V. engagiert.

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Rolf D. Baldus

Dr. Rolf D. Baldus ist ein deutscher Diplom-Volkswirt und Jagd- und Wildschutzfachmann. Jahrgang 1949, stammt gebürtig aus Gebhardshain im Westerwald und wuchs in ländlicher Umgebung auf. Im Alter von siebzehn Jahren legte er, mehr aus praktischen Erwägungen und Gelegenheit, die Jagdprüfung ab, ohne zunächst dem Waidwerk nachzugehen.
Nach seinem Studium der Volkswirtschaft an der Universität zu Marburg, über das er zu seinem Interesse am Wildtiermanagement kam, war Dr. Rolf D. Baldus, der 1976 über sozialistische Dorfgemeinschaften unter dem ersten tansanischen Präsidenten Julius Nyerere promovierte, als freiberuflicher Gutachter für internationale Entwicklungshilfe-Projekte tätig. Über diese Tätigkeit erhielt er die Gelegenheit, eine Stelle im deutschen Entwicklungshilfeministerium anzutreten, um später ins Bundeskanzleramt zu wechseln und 1987 als Referatsleiter von 1987 bis 1993 nach Tansania zu gehen. Dort war Rolf D. Baldus im Auftrag der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) mit der Sanierung des heruntergekommenen Wildreservats Selous, so benannt nach dem britischen Großwildjäger Frederick Courteney Selous, befaßt.
Danach kehrte er als Berater Helmut Kohls ins Bundeskanzleramt zurück um von 1998 bis 2005, dann als Berater der tansanischen Regierung bei Projekten wie der Unterschutzstellung des Saadani-Nationalparks und des Selous-Niassa-Wildtierkorridors, noch einmal in Ostafrika zu wirken.

Abb.: Rolf D. Baldus (Vierter von links) und Bernd Kamphuis (Fünfter von links)Bildquelle: Haralds Klavinius

Seine Berufslaufbahn klang mit der Tätigkeit im Bundesministerium für Entwicklungszusammenarbeit von 2005 bis 2010 aus. Ehrenamtlich war der Jagd- und Wildschutzfachmann viele Jahre im International Council for Game and Wildlife Conservation (CIC) als Präsident der Kommission für Tropenwild tätig und hat etliche Beiträge und Bücher über Wildschutz- und Jagdthemen in Afrika verfaßte.
Dr. Rolf D. Baldus lebt im Ruhestand in Bad Honnef.

Dieser Text erschien in dem Magazin JAGDZEIT 3/2025. Ich danke Rolf D. Baldus und dem Chefredakteur Bernd Kamphuis.

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Anmerkungen

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Titel: Die Wildtiere Mitteleuropas: Verbreitung, Ökologie und Management der wichtigsten Arten

Autor: Sven Herzog

Verlag: Quelle & Meyer Verlag

Verlagslink: https://www.quelle-meyer.de/shop/die-wildtiere-mitteleuropas/

ISBN: 978-3-494-01823-2


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