Kanadisches Dutch-Oven-Rezept: Luncheon Casserole

von Miriam Junkin

Happy Birthday, Kanada! Passend zu dem Dutch Oven Kochkurs und dem Fakt, dass Kanada am 01.07.2017 seinen 150sten Geburtstag feiert, möchte ich heute einen kleinen Gastbeitrag leisten.

Die heimische Küche, meist sehr lokal geprägt, kennen wir alle und wir lieben sie, da sie uns an Muttis und gar Omas Kochkünste erinnern. Aber was nun, wenn jemand aus der Familie auswandert oder weg zieht? Ich behaupte, man lernt nicht nur die dortige heimische Küche kennen, sondern bringt auch ein bisschen Heimat in Form von Familienrezepten mit an den neuen Ort.

So muss es auch in Nova Scotia – Canadas Ocean Playground, wie die KFZ-Kennzeichen behaupten – gewesen sein, als die ersten Europäer Nordamerika besiedelten.

Fragt man heute jemanden auf der anderen Seite des großen Wassers nach typisch traditionellen Gerichten, bekommt man als Antwort Sushi, Pho und indisches Curry, ebenso wie Lobster (Hummer) und Lunenburg Pudding (eine Wurst, die an grobe Leberwurst erinnert).

Wie wir bereits in dem Artikel über den Dutch Oven lernen konnten, brachten die Deutschen oder Niederländer – man weiß es leider nicht so genau – auch deren Töpfe, also den Dutch Oven der nichts anderes, als ein gusseiserner Topf ist, mit auf das neu eroberte Land (und ganz speziell nach Lunenburg County).

1953 haben sich in Lunenburg einige Frauen zusammen gefunden und deren Familienrezepte zu einem Kochbuch zusammen gefasst, dem “Dutch Oven – a cookbook of coveted traditional recipes from the kitchens of Lunenburg”. Der Erlös dieses Buches sollte helfen, die Schulden des neu gebauten Krankenhauses in der kleinen Hafenstadt abzuzahlen. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde das Kochbuch in den nächsten Jahren, bis heute, weiter gedruckt und verkauft.

Mittlerweile gibt es in Lunenburg County in Nova Scotia/Canada kaum noch einen Haushalt der diese Rezeptsammlung nicht besitzt. … Und einen Haushalt in Deutschland gibt es auch J

Jetzt könnte man meinen, dass das folgende Rezept ein traditionell kanadisches sei. Jedoch ist es tatsächlich so, dass viele Rezepte aus dem Buch an die heimische deutsche Küche erinnern. Hier gibt es z.B. einen Gurkensalat, der mit Sauerrahm angemacht wird oder verschiedene Eintöpfe, Aufläufe und Fleischgerichte die man auch hier zu Lande noch von Oma kennt.

Auch wenn das Buch den Namen „Dutch Oven“ trägt, sind die wenigsten Gerichte auch darin zubereitet. Man hat hier eben den Fokus auf traditionelle Familiengerichte gelegt, die durchaus auch im Dutch Oven zubereitet werden können. Wir haben heute eine hohe Pfanne, einen Topf und einen ganz gewöhnlichen Herd verwendet 😉

Ausgesucht habe ich mir aus der Vielzahl an Gerichten die Luncheon Casserole. Nichts anderes als ein „Resteauflauf“ nach Rezept, wie ich finde. Aber wie es nun immer so ist: Reste schmecken am Besten 😉

Man nehme 6 Esslöffel Butter, in der Pfanne geschmolzen und verrühre diese mit 5 Esslöffel Mehl und löscht es mit einer halben Tasse Hühnerbrühe und einer Tasse Milch ab. So entsteht eine weiße Soße (Mehlschwitze), die dann noch mit etwas Salz gewürzt wird.

In die weiße Soße gibt man nun die „Reste“ hinein. Laut Rezept sind das eine Tasse grüner Spargel (vorgekocht und in bissgroße Stücke geschnitten), 2 Tassen gekochte Maccaroni-Nudeln (Penne tuts auch), 200g Champions (in Scheiben geschnitten und ca. 10 Minuten in Butter sautéed) und 3 gekochte Eier, klein geschnitten.

Die Masse habe ich noch mit gut frischem Pfeffer aus der Mühle abgeschmeckt. Das Ganze dann in eine eingefettete Auflaufform gefüllt, mit mindestens einer halben Tasse geriebenem Goudakäse (oder Cheddar) überstreut und für 25-30 Minuten bei ca. 160°C in den Ofen (Ober-Unterhitze) gebacken.

Uns hat es wahnsinnig gut geschmeckt!

Da ich ganz speziell dieses Rezept ausprobieren wollte, war der Aufwand etwas hoch (Spargel, Eier und Nudeln habe ich bereits am Vortag vorgekocht.) Aber wenn man eh Reste bereit hat, kann dies ein schnelles, leckeres Abendessen (oder Mittagessen) werden. Nach unserem Geschmack hätte man sich die Eier sparen können. Sonst war alles super lecker. Ich bin gespannt, wie es mit anderen Zutaten schmeckt. Wenn man die Soße als Basis nimmt, kann man sicherlich seiner Kreativität freien Lauf lassen und auch anderes Gemüse mit Nudeln, Fisch und auch Schinken kombinieren.

durch oven kanada

Wir empfehlen dazu noch einen frischen, grünen Salat, um das ganze etwas „aufzulockern“. . Mein Mann hat den Salat aber nicht vermisst – eher das Fleisch. (Hatte ich erwähnt, dass er Kanadier ist?…).

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KRAUTJUNKER

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