Buchvorstellung
Nach In 80 Bäumen um die Welt, In 80 Pflanzen um die Welt und In 80 Vögeln um die Welt erschien nun In 80 Meerestieren um die Welt. Wie bei den Vorgängerbänden handelt es sich um eine uneingeschränkt empfehlenswerte Sammlung von Kurzporträts faszinierender Arten. Mehr als 90 Prozent der Biosphäre unserer Welt – dem Raum, in dem Leben wohnt – sind Ozeane. Es ist ein Kosmos voller überraschender und wundervoller Organismen, denen wir Landlebewesen größtenteils persönlich nie begegnen werden. Im Falle des Weißen Hais, kann ich es allerdings verschmerzen.

Die Meeresbiologin Dr. Helen Scales wählte aus unzähligen Meerestieren diejenigen aus, welche ihre Vorstellung vom Meer verkörpern. Der Leser erfährt überraschendes von bekannten Arten und lernt Tiere kennen, die ihm so unbekannt sind, als ob sie von einem fremden Planeten stammen.

Die meisten porträtierten Tiere sind Fische, es finden sich jedoch auch Meeressäuger, Quallen, Seesterne, Kraken, Meeresschnecken, Muscheln und andere aquatische Lebensformen.

Die Tiere sind nicht durch physische Grenzen voneinander getrennt. Sie leben in verschiedenen Regionen eines miteinander verbundenen globalen Ozeans, der seit Äonen durch Strömungen und Unterwasserflüsse miteinander verbunden ist. Eintausend Jahre benötigt ein Wassermolekül, um den blauen Planet zu umrunden.

Viele der vorgestellten Tiere wandern auf ihren eigenen Routen durch die Weltmeere. Es ist faszinierend und bewunderungswürdig, mit welchen Supersinnen sie sich zwischen ihren Brut- und Nahrungsgebieten im unendlichen Blau orientieren.

Seit Jahrtausenden ernähren sich Menschen aus dem reichhaltigen Nahrungsangebot, welches die Meere bieten. Die ältesten Beweise hierfür sind vor 42.000 Jahren konservierte Fischgräten und Überreste 23.000 Jahre alter Angelhaken.

Schon Steinzeitkulturen fischten erstaunlich weit vor der Küste und bedienten sich einzigartiger Substanzen und Objekte, die sie den Meeren entnahmen, wie Seide aus den goldenen Fäden von Muscheln, Pottwalexkrementen oder Muscheln.

Heutzutage gewinnen Wissenschaftler aus leuchtenden Quallen Erkenntnisse über Gene und Körperzellen, produzieren sie aus Giftmuscheln Chemikalien, die für die Herstellung neuer Medikamente optimiert werden und Ingenieure nennen es Bionik, wenn sie sich von den Körperformen und Bewegungsmustern von Fischen für den Bau von Wasserfahrzeugen inspirieren lassen.

Lange Zeit haben wir Menschen angenommen, dass die Meere Vorratsschränke und auch Müllhalden von unendlichem Fassungsvermögen sind, was große Schäden anrichtete. Mit dem steigendem Wissen und der damit einhergehenden Liebe um die einzigartigen Lebensräume der Weltmeere, hat ein Umdenken begonnen, Flora und Fauna besser zu schützen.
Dieses schöne Buch ist ein Beitrag dazu, faszinierende Lebewesen im Atlantischen Ozean, dem Mittelmeer, dem Indischen Ozean, dem Pazifischen Ozean, dem Karibischen Meer und den Polarmeeren näher kennenzulernen, denn wir schützen nur, was wir lieben.
Wie bei den Vorgängerbüchern möchte ich es lobend hervorheben, dass zur Illustration der Texte keine Fotos, sondern künstlerische Zeichnungen dienen. In diesem Fall passenderweise Aquarelle. Mögen sich möglichst viele Leser inspiriert fühlen, selbst Stift oder Pinsel in die Hand zu nehmen. Künstlerisch tätig zu sein, bietet einen verzauberten Zugang zur Welt und ist ein großes Glück.
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Anmerkungen

Von KRAUTJUNKER gibt es eine Facebook-Gruppe sowie Becher aus Porzellan und Emaille. Kontaktmail für Anfragen siehe Impressum.

Titel: In 80 Meerestieren um die Welt
Autorin: Dr. Helen Scales
Illustrator: Marcel George
Übersetzung: Birgit van der Avoort
Verlag: Laurence King Verlag
Verlagslink: https://www.laurencekingverlag.de/products/in-80-meerestieren-um-die-welt
ISBN: 978-3962442897
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