von Rolf D. Baldus
Das Buch eines Freundes sollte man nicht rezensieren. Das hat zumindest ein „Geschmäckle“. Eine Leseempfehlung darf man aber geben. Und das tue ich hiermit.
Denn mein Freund Ludwig Siege hat sich nach der Pensionierung hingesetzt und einige seiner Jagdabenteuer aus 40 Jahren Großwildjagd aufgeschrieben. Kennengelernt haben wir uns 1985 in Tansania. Ich gehörte damals einer Delegation an, die den deutschen Entwicklungshilfeminister nach Ostafrika begleitete. Es wurde eine spannende Reise, denn sie sollte das Verhältnis zwischen beiden Ländern verbessern, um das es damals nicht besonders gut bestellt war. Das gelang auch. Als Persönlicher Referent des Ministers war ich neben dem Gepäckmeister das kleinste Licht der Reisegruppe, aber offenbar war man vor Ort der Meinung, dass der „Persönliche“ das Ohr seines Chefs hat und man deshalb besonders freundlich zu ihm sein sollte. Jedenfalls setzte man mich, als wir das deutsche Regionalentwicklungsprojekt in Lushoto besuchten, ins Auto des einzigen Jägers im Projekt. Denn man hatte gehört, dass auch ich zu dieser Spezies gehörte. Wenn die beiden sich über die Jagd unterhalten, dann stellt der Baldus schon einmal keine dummen Fragen zur Arbeit und ist ruhiggestellt, dachte man wohl. Der Jäger hieß Ludwig Siege, und so lernten wir beide uns kennen. Damals ahnten wir noch nicht, dass wir vierzig Jahre später immer noch Freunde sein würden.
Dazwischen lagen häufige berufliche Schnittmengen, zahlreiche gemeinsame Jagden in abgelegenen Ecken Afrikas und spannende Abenteuer mit Wilddieben und wilden Tieren. Nebenher haben wir es auch noch fertiggebracht, mit weiteren Freunden zusammen 25mal die Blattzeit auf den roten Bock von einer Jagdhütte im Osten Deutschlands aus zu erleben.
Auf Ludwig war dabei immer Verlass – sei es dienstlich bei vielfältiger Zusammenarbeit, sei es im Angesicht eines angreifenden Elefanten. Was mir bei letzterem – es konnte sich dabei auch um einen angeschweißten Büffel oder einen „man-eater“-Löwen handeln – immer auffiel, war Ludwigs völlige Furchtlosigkeit. „Dir fehlen im Gehirn die Nervenzellen, die bei anderen Leuten in brenzligen Situationen Furcht auslösen“, habe ich oft zu ihm gesagt. Und ich habe mit ihm auch meine Befürchtung geteilt, dass seine Memoiren ungeschrieben bleiben müssen, weil er vorher einen finalen Zusammenprall mit irgendeinem großen Tier haben würde. Denn Afrikas Wild kann beißen, kratzen, stoßen oder treten. Glücklicherweise habe ich mich bei dieser Prognose geirrt, denn sonst hätte Ludwig dieses Buch nicht vorlegen können. Es war schließlich sein Zwillingsbruder, der auf gemeinsamer Pirsch von einem Büffel aufgespießt wurde, wenn auch erfreulicherweise bloß nur mit Blessuren, die sich wieder verwuchsen.

Nur wenigen Jägern ist es vergönnt, Passion und berufliches Wirken lange Jahre und in vielen Ländern Afrikas miteinander verbinden zu können. Auf Ludwig Siege hat beides zugetroffen. Sein Lebenswerk heißt ländliche Entwicklung, Naturschutz und Wildlife-Management. Und dabei erlebte er genug jagdlich Berichtenswertes, um das Papier zwischen zwei Buchdeckeln damit sinnvoll füllen zu können. Deshalb wünsche ich guten Gewissens dem Leser Freude und gute Unterhaltung bei der Lektüre des Buches Mbogo, was Büffel auf Kisuaheli heißt.
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Leseprobe: https://krautjunker.com/2026/01/13/mit-vorderlader-auf-buffel/
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Ludwig Siege

Dr. Ludwig Siege arbeitete von 1980 bis 2016 für die GTZ, darunter 20 Jahre als Berater für Wildtiermanagement und Naturschutz. Ab 1994 leitete er das Selous Conservation Programm in Tansania. Ab 2008 war er für UNDP und GIZ-Berater der Wildbehörde in Äthiopien. Seit 1972 ist er mit der Psychologin und Autorin Nasrin Siege verheiratet. Tochter Lena und Sohn Andreas sind überwiegend in Afrika aufgewachsen. Ludwig ist Naturschützer und Jäger. Neben seinen Büchern hat er zahlreiche Buchbeiträge und Zeitschriftenartikel zum Thema Jagd verfasst. Er ist Mitglied der IUCN-Krokodilspezialistengruppe.
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Rolf D. Baldus

Dr. Rolf D. Baldus ist ein deutscher Diplom-Volkswirt und Jagd- und Wildschutzfachmann. Jahrgang 1949, stammt gebürtig aus Gebhardshain im Westerwald und wuchs in ländlicher Umgebung auf. Im Alter von siebzehn Jahren legte er, mehr aus praktischen Erwägungen und Gelegenheit, die Jagdprüfung ab, ohne zunächst dem Waidwerk nachzugehen.
Nach seinem Studium der Volkswirtschaft an der Universität zu Marburg, über das er zu seinem Interesse am Wildtiermanagement kam, war Dr. Rolf D. Baldus, der 1976 über sozialistische Dorfgemeinschaften unter dem ersten tansanischen Präsidenten Julius Nyerere promovierte, als freiberuflicher Gutachter für internationale Entwicklungshilfe-Projekte tätig. Über diese Tätigkeit erhielt er die Gelegenheit, eine Stelle im deutschen Entwicklungshilfeministerium anzutreten, um später ins Bundeskanzleramt zu wechseln und 1987 als Referatsleiter von 1987 bis 1993 nach Tansania zu gehen. Dort war Rolf D. Baldus im Auftrag der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) mit der Sanierung des heruntergekommenen Wildreservats Selous, so benannt nach dem britischen Großwildjäger Frederick Courteney Selous, befaßt.
Danach kehrte er als Berater Helmut Kohls ins Bundeskanzleramt zurück um von 1998 bis 2005, dann als Berater der tansanischen Regierung bei Projekten wie der Unterschutzstellung des Saadani-Nationalparks und des Selous-Niassa-Wildtierkorridors, noch einmal in Ostafrika zu wirken.

Seine Berufslaufbahn klang mit der Tätigkeit im Bundesministerium für Entwicklungszusammenarbeit von 2005 bis 2010 aus. Ehrenamtlich war der Jagd- und Wildschutzfachmann viele Jahre im International Council for Game and Wildlife Conservation (CIC) als Präsident der Kommission für Tropenwild tätig und hat etliche Beiträge und Bücher über Wildschutz- und Jagdthemen in Afrika verfaßte.
Dr. Rolf D. Baldus lebt im Ruhestand in Bad Honnef.
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Anmerkungen

Von KRAUTJUNKER gibt es eine Facebook-Gruppe.

Titel: Mbogo – 40 Jahre Großwildjagd in Afrika
Autor: Ludwig Siege
Herausgeber: Independently published
ASIN: B0F6V56CKS
ISBN: 979-8281720588
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Ihr könnt das Buch Mbogo für 14,95 € als Taschenbuch oder für 24,95 € gebunden bei Amazon oder beim Autor selbst bestellen: ludwig.siege@gmail.com
Das Buch gibt es auch auf Englisch.
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