BEEF! Heimat: Hunsrücker Klöße mit Specksauce

Rezeptvorstellung von Petra Baltes

Als Saarländer war ich erst irritiert, Hunsrücker Klöße mit Specksauce zu kochen, also ein pfälzisches Gericht. Dieses Gericht gibt es in leichter Abwandlung genauso bei uns, unter den Namen „Gefillte“. Der Kloßteig ist eine Variante der „Hoorischen“, wie halb-und-halb bei uns heißen. Der Name kommt vom haarigen Aussehen, durch die rohen Kartoffeln, deren Fasern sich beim Kochen leicht aufrichten, wie bei einem Bürstenhaarschnitt. In der klassisch saarländischen Variante kenne ich die Füllung ohne Leberwurst und die Specksauce ohne Brühe, nur mit Sahne und nicht mit Mehl gebunden.

Kloßteig
500 gr rohe geriebene Kartoffeln (ich habe mehligkochende verwendet)
500 gr gekochte Kartoffeln vom Vortag, durch die Presse gedrückt
Salz, Pfeffer, Muskatnuss
etwa 100 gr Mehl

Bildquelle: Petra Baltes
Bildquelle: Petra Baltes

Die Kartoffeln mischen und so viel Mehl zugeben, dass der Teig nicht mehr an den Händen klebt. Kräftig würzen, und in 4 Teile trennen

Füllung
1 gewürfelte Zwiebel
1 Stange Lauch, das Weiße kleingeschnitten
1 EL Butter
1 gewürfeltes Brötchen
250 gr gemischtes Hackfleisch
100 gr gewürfelte Hausmacher Leberwurst
Salz, Pfeffer

Den Lauch und die Zwiebel in der Butter anschwitzen, Hack und Brötchen zugeben, anbraten. Die Leberwurst zugeben und nochmal 3 -4 min braten, abschmecken.

Bildquelle: Petra Baltes
Bildquelle: Petra Baltes
Bildquelle: Petra Baltes

Die Klöße füllen, dabei gut verschließen.

In kochendes Salzwasser geben, kurz aufwallen lassen und bei schwacher Hitze etwa 45 min ziehen lassen.

Specksauce
1 gewürfelte Zwiebel
1 El Butter
100 gr gewürfelter Speck
300 ml Fleischbrühe
1 El Mehl
200 ml Sahne
Salz, Pfeffer

Zwiebel und Speck mit der Butter auslassen, mit Mehl bestäuben und leicht bräunen. Mit der Brühe ablöschen und leicht einkochen lassen, Sahne angießen und abschmecken. Ich habe noch das kleingeschnittene Grün des Lauchs und einen Teil der Frühlingszwiebeln zugegeben.

Bildquelle: Petra Baltes
Bildquelle: Petra Baltes

Dazu gab es noch selbstgemachtes Apfelkompott.

Bildquelle: Petra Baltes
Bildquelle: Petra Baltes
Bildquelle: Petra Baltes

Ich muss tatsächlich 50 Jahre alt werden, um ein typisch saarländisches Rezept zu kochen. Aber mein Mann hat schon gefordert, dass es dieses Essen definitiv mal wieder geben wird. Gerade in der aktuellen Situation fehlt es uns sehr, regelmässig mit Freunden zusammen zu sitzen, zu „sproochen“ und ganz saarländisch „Hauptsach gutt gess und getrunk“

*

BEEF! Heimat: Hunsrücker Klöße mit Specksauce

FÜR 4 PERSONEN
500 g rohe Kartoffeln
500 g gekochte Kartoffeln
vom Vortag
Salz
100 g Weizenmehl
Pfeffer
Muskatnuss
1 Stange Lauch
2 Zwiebel
2 EL Butter
1 Brötchen
250 g gemischtes Hackfleisch
100 g Hausmacher Leberwurst
100 g Speck
300 ml Fleischbrühe
200 ml Sahne
4 Frühlingszwiebeln
4 EL stückiges Apfelkompott

Abb.: Hunsrücker Klöße mit Specksauce; Bildquelle: BEEF! Heimat

Die rohen Kartoffeln schälen, auf einer Küchenreibe fein reiben und in einem Tuch kräftig auspressen. Die gekochten Kartoffeln pellen und durch eine Kartoffelpresse drücken. Die rohen und gekochten Kartoffeln in einer Schüssel miteinander vermischen und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. So viel Mehl unter die Masse arbeiten, bis diese nicht mehr an den Händen klebt.

Den Lauch waschen, das dunkelgrüne Ende und die Wurzel entfernen. Den hellen Teil halbieren und in feine Streifen schneiden. Zwiebeln schälen und fein würfeln. Den Lauch und die Hälfte der Zwiebelwürfel mit 1 EL Butter in einer großen Pfanne andünsten.

Das Brötchen in kleine Würfel schneiden, zusammen mit dem Hackfleisch in die Pfanne geben und anbraten. Die Leberwurst zugeben und noch mal 3-4 Minuten bei mittlerer Hitze weiterbraten. Die Fleischmasse mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Aus dem Kloßteig 4 große Kugeln formen. In die Mitte der Kugel eine Vertiefung drücken und einen ca. 2 cm dicken Rand formen, sodass der Kloß die Form eines Bechers bekommt. Die Füllung hineingeben, über der Füllung den Teig verschließen und die Klöße rund abrollen. Anschließend in kochendes Salzwasser geben, kurz aufwallen lassen und bei schwacher Hitze 45 Minuten ziehen lassen.

Den Speck würfeln, 1 EL Butter in einer Pfanne zerlassen und die restlichen Zwiebeln mit dem Speck darin anbraten. Mit 1 EL Mehl bestäuben, etwas bräunen lassen und mit der Brühe ablöschen.

Die Sauce etwas einkochen lassen, die Sahne zugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Frühlingslauch putzen und in Ringe schneiden.

Die Klöße aus dem Wasser nehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Die Sauce zusammen mit den Klößen anrichten und mit den Frühlingslauchringen bestreut und Apfelkompott servieren.

*

KRAUTJUNKER-Rezensentin Petra Baltes

Abb.: Norbert und Petra Baltes; Bildquelle: Petra Baltes

Seit nunmehr gut 50 Jahren wächst Petra Baltes Liebe zum Lesen und Kochen. In der Küche ist sie oft sehr experimentell unterwegs, probiert gerne Neues aus und scheut wenig Aufwand. Bereits über 30 Jahren ist sie mit ihrem Mann Norbert zusammen. Er ist der Griller in ihrer Ehe. In der Küche ist sie die Chefin, an einen ihrer Grills darf sie selten. Seit ein paar Jahren gärtnern sie wieder, genießen es, in den Garten zu gehen und frisches Gemüse zu ernten.

Sie arbeiten beide in einem Gartencenter-Fachmarkt in Luxemburg. Ein Geschäft mit breitem Sortiment inkl. großer Grill- und Küchenabteilung. Dies führt dazu, dass ihre Küche mit einer Menge Schnickschnack ausgerüstet ist. An einem gut gemachten Koch- oder Grillbuch kommt Petra selten vorbei. Beim ersten Durchblättern finden sich meist die ersten Zettelchen zum Nachkochen. 

Bildquelle: Petra Baltes

Ihre Küche ist schwer einzugrenzen. Über die Jahre ist ihre Ernährung allerdings deutlich gemüselastiger geworden, aber gutes Fleisch oder Wild findet immer seinen Platz.

Sehr gerne ist Petra Baltes ein kleiner Teil der KRAUTJUNKER-Facebook-Gruppe, findet oft Anregung und auch Unterstützung bei Fragen.

***

Anmerkungen

Von KRAUTJUNKER gibt es nicht nur eine Facebook-Gruppe, sondern jetzt auch Outdoor-Becher aus Emaille. Kontaktmail für Anfragen siehe Impressum.

Titel: BEEF! Heimat

Herausgeber: Ralf Frenzel

Verlag: Tre Torri Verlag GmbH

Text: Ursula Heinzelmann, Berlin + Susanne Grendel, Büttelborn

Rezeptfotografie: Stefan Thurmann, Hamburg https://www.stefanthurmann.de/

Foodstyling: Raik Holst, Hamburg http://www.raikholst.de/

Verlagslink: https://www.tretorri.de/novitaeten_2/beef-heimat

ISBN: 978-3-96033-014-1

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. gut-esser.de sagt:

    Sehr schön, die hatte ich auch schon geplant

    Liken

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