MAIPILZliebe oder nicht & Maipilzsuppe

am

von Gerhard Schuster und Christine Schneider

Maipilze heißen auch Mairitterlinge oder Georgsritterlinge, da sie oft um den Heiligen Georg (23. April) erscheinen. Sie haben einen intensiven und eigentümlichen Geschmack, der in Richtung mehlig und gurkenähnlich beschrieben wird.

Abb.: Maipilze bzw. Mairitterlinge (Calocybe gambosa); Bildquelle: © Gerhard Schuster aus „Pilzliebe“, Verlag Eugen Ulmer bzw. für das Rezeptbild Sabrina Sue Daniels aus „Pilzliebe“, Verlag Eugen Ulmer 

Seine Popularität ist schnell erklärt: Er wird geliebt oder gehasst. Zum Glück riechen Maipilze genauso wie sie schmecken. Wer den Geruch schon unangenehm findet, sollte Maipilze gar nicht erst probieren und erfreut sich besser nur an der Ästhetik des Farblosen oder auch der Geometrie des Hexenrings. Wird der Geruch aber als angenehm empfunden, steigt die Vorfreude auf ihren einzigartigen Geschmack nach der Zubereitung. Ein paar Spritzer Zitrone gehören bei Maipilzen als ideale Abrundung immer dazu. Wer Maipilze in anderen Monaten konsumieren möchte, kann sie trocknen.

Mit Vorsicht zu genießen
Weil weiße Pilze so viele giftige Verwechsler haben, sind sie mit besonderer Vorsicht beim Bestimmen zu behandeln.

Schmeckt am besten als

Maipilzsuppe

Die Abende sind noch kühl, die Buchen zeigen ihr frisches Maigrün – es ist Maipilzsuppenzeit. Wer den Geruch der Maipilze mag, wird diese Frühlingssuppe lieben. Nicht zu vergessen ist der obligatorische Spritzer Zitrone, der das unkomplizierte Gericht perfekt abrundet. Wie wäre es mit jungen Buchenkeimlingen als waldige Beigabe?

Zutaten für 4 Portionen
150 g frische Maipilze
2 EL Butter
1 Zwiebel, fein gewürfelt
2 EL Mehl
1 l Gemüsebrühe
1 TL Zitronensaft
Muskatnuss
5 EL Schmand
1/2 Bund Schnittlauch, fein geschnitten
1/2 Bund Petersilie, fein geschnitten
1 kleines Baguette

Abb.: Maipilzsuppe; Bildquelle: © Gerhard Schuster aus „Pilzliebe“, Verlag Eugen Ulmer bzw. für das Rezeptbild Sabrina Sue Daniels aus „Pilzliebe“, Verlag Eugen Ulmer 

Zubereitung
Die Butter im Topf schmelzen und die Zwiebel darin einige Minuten glasig dünsten.

Maipilze blättrig schneiden, zufügen und fünf Minuten weiter dünsten.

Mehl darüber streuen, alles vermengen und eine weitere Minute dünsten.

Mit Brühe ablöschen, verrühren und zugedeckt für etwa 15 Minuten köcheln lassen.

Mit Zitronensaft, Muskat, Salz und Pfeffer abschmecken.

Erst kurz vor dem Servieren den Schmand einrühren und mit Schnittlauch und Petersilie bestreuen.

Mit Baguette servieren.

*

Gerhard Schuster

Gerhard Schuster, Geologe und leidenschaftlicher Fotograf, fängt die Magie von Pilzen und Wäldern in vielfach publizierten Werken ein. Sein Wissen teilt er in Artikeln, Vorträgen und am Küchentisch. Als Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Mykologie schlägt er zudem die Brücke zwischen Fachwelt und Öffentlichkeit – immer mit dem Blick fürs Detail.

*

Christine Schneider

Diplom-Biologin Christine Schneider vereint als Naturpädagogin Fachwissen mit Kreativität. Die Lektorin konzipiert maßgeschneiderte Bücher sowie E-Learning-Produkte. Als Autorin nutzt sie ihren Biologie- und Medienhintergrund, um Naturthemen in ansprechende Texte zu verwandeln – perfekt abgestimmt auf ihre Leser.

***

Anmerkungen

Von KRAUTJUNKER gibt es eine Facebook-Gruppe.

Titel: Pilzliebe: Das Waldpilz-Kochbuch

Autoren: Gerhard Schuster und Christine Schneider

Verlag: Verlag Eugen Ulmer

Verlagslink: https://www.ulmer.de/usd-8018715/pilzliebe-.html

ISBN: 978-3818622343


Entdecke mehr von KRAUTJUNKER

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Hinterlasse einen Kommentar