Buchvorstellung von André Brüggemann
Von früheren Reisen nach Südtirol (und auch in andere Länder) haben bereits zahlreiche Kochbücher mit mir die gemeinsame Heimreise angetreten. Besonders erfreut war ich daher, für eine Rezension ein neues Kochbuch erhalten zu haben: Von Generation zu Generation – Südtiroler Bauernküche. Die Freude war groß, weniger weil die eigene Bibliothek um ein weiteres Kochbuch angewachsen ist, sondern weil so die Zeit bis zum nächsten Südtirol-Urlaub durch leckere Rezepte bzw. leckeres Essen überbrückt werden kann.
Das kürzlich im Athesia-Verlag erschienene Buch hat ein Hardcover und rund 190 Seiten, im Inneren finden sich zahlreiche Fotos. Insbesondere jedem Rezept ist ein Farbfoto gewidmet, dafür fehlt leider ein Rezeptverzeichnis (um es vorwegzunehmen, das wäre der einzige Negativ-Punkt).
Das Kochbuch gliedert sich in die Kapitel
- Auf den Geschmack gekommen
- Suppen
- Vorspeisen
- Knödel
- Fleisch und Innereien
- Krapfen und „Gebackenes“
- Süßes
- Brot
Den Untertitel Südtiroler Bauernküche liefert den Hinweis, um was es in dem ersten Kapitel geht: Geschichte der und Geschichten aus der Südtiroler Bauernküche. Man erfährt einiges über die (frühere) Lebens- und Arbeitswelt der Alpenbauern und den daraus entstandenen Ernährungs- und Essgewohnheiten.

Die übrigen Kapitelüberschriften dürfen selbsterklärend sein. Entsprechend des Buchtitels bzw. den Erläuterungen im ersten Kapitel handelt es sich durchweg um einfache, bodenständige Gerichte ohne Schickimicki. Ehrliche Alpenküche. Lose eingestreut finden sich immer wieder kleinere Informationen zu einzelnen Zutaten.

Ein Klassiker der Südtiroler Küche sind natürlich Knödel. Manch eine Leserin oder Leser wird die Gedanken kennen, wenn man bei einer Bergwanderung die Jausenstation schon in Sichtweite hat und bereits die Überlegung anstellt, ob es diesmal Schlutzkrapfen oder doch wieder Knödel sein sollen. Wie immer auch auf den letzten Metern die Entscheidung gefallen ist, oft kommt man beim Anblick der Speisekarte doch wieder ins Grübeln.

Aus der Vielzahl der Knödel-Variationen habe ich mich diesmal für Kaspressknödel entschieden. Basis ist wie bei vielen Knödeln Brot, hier jedoch mit reichlich Bergkäse gemischt.

Zunächst das Knödelbrot (altbackenes Weißbrot oder alte Semmel) klein würfeln und mit Käse, Eiern, Milch, Salz und Petersilie durchmischen, ggf. für bessere Bindung etwas Mehl hinzugeben. Für den Fall, dass etwas daneben geht ist es gut, einen Helfer an der Seite zu haben, der direkt wieder für Ordnung und Sauberkeit sorgt.

Die Knödelmasse kurz ziehen lassen und dann Knödel formen (geht besser mit angefeuchteten Händen). Die Knödel leicht plattdrücken und in Butterschmalz braten.


Ich hatte im Vorrat noch einigen selbsteingekochten Wildfond. Diese habe ich separat erwärmt und die fertig gebratenen Knödel darin serviert: Ein Genuss und herrliche Urlaubserinnerung!

Wer sich nun ebenfalls auf die Reise nach Südtirol begeben möchte, hier folgt das Originalrezept.
Kaspressknödel (Käsepressknödel)
Zutaten für 4 Personen
300g Knödelbrot
200g Graukäse oder Gorgonzola in kleine Wurfel geschnitten
200ml Milch oder Buttermilch
2 EL Mehl
Salz
2 EL Petersilie, fein gehackt
3 Eier
Weiteres
Öl
Heiße Fleischsuppe
Schnittlauch, fein geschnitten
Zubereitung
Knödelbrot, Graukäse, Milch, Mehl, Salz und Petersilie in einer Schüssel gut vermischen.
Eier dazugeben und alles gut vermengen.
Aus der Masse Knödel formen und platt drücken.
Öl in einer Pfanne erhitzen und Knödel darin kräftig anbraten.
Anschließend ins kochende Salzwasser geben und etwa 6 Minuten kochen lassen.
Die Knödel in die heiße Fleischsuppe legen und mit Schnittlauch bestreut servieren.
Tipps
- Ihr könnt den Käse zusammen mit der Milch leicht erwärmen, damit er sich besser mit dem Knödelbrot vermischt.
- Die gebratenen Knödel können einige Tage im Kühlschrank aufbewahrt oder eingefroren werden.
- Serviert die Knödel mit Salat, z.B. Krautsalat.
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André Brüggemann

André Brüggemann ist passionierter Jäger, Hundeführer und Jagdhornbläser sowie begeisterter Hobbykoch und Genießer. Aufgrund seiner Tätigkeit als Steuerberater in eigener Kanzlei bleibt ihm dazu allerdings weniger Zeit, als ihm lieb wäre.
https://www.sdb-hameln.de/
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Anmerkungen

Von KRAUTJUNKER gibt es eine Facebook-Gruppe.

Titel: Von Generation zu Generation – Südtiroler Bauernküche: Die besten traditionellen Rezepte
Herausgeber: Südtiroler Bäuerinnenorganisation, Seniorenvereinigung im Südtiroler Bauernbund
Verlag: Athesia-Tappeiner Verlag
Verlagslink: https://www.athesia-tappeiner.com/de/9788868399221
ISBN: 978-88-6839-922-1
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