Warum ich bei Pfifferlingen an Heike Makatsch denken muss

Heterosexuelle Männer denken viel an Frauen. Pilzsucher denken viel an Pilze. Ist man beides, entstehen beim Waldgang im Kopf überraschende Erkenntnisse. Jetzt ist Pfifferlings-Saison. Frauensaison ist ohnehin das ganze Jahr über. Gibt es jemanden, der keine Pfifferlinge mag? Sie sind hübsch, ohne blendende Schönheiten zu sein, lecker, ohne die größtmögliche Delikatesse darzustellen und ohne falsch, denn nie ist in ihnen der Wurm drin. Sogar die goldgelbe Farbe des Edelpilzes erinnert an die Blondine. Vor allem aber sind sie unverwechselbar. All dies trifft auch auf Heike Makatsch zu.

Seit Jahren holt meine Gattin eine Fernsehzeitung, auf deren Titelbilder jedes Mal  eine perfekte Blondine in einem  roten Kleid prangt. Makellos retuschierte Schönheiten, keine Frage. Jedoch sind sie glatt, dass kein Lockreiz von ihnen ausgeht und ähneln einander so sehr, dass es mir schwerfällt, die einzelnen Ausgaben auseinander zu halten. Ich kann deshalb im Supermarkt nie die Frage beantworten, ob wir schon die aktuelle Illustrierte zu Hause haben. Im Grunde sind die Covergirls komplett austauschbar.

So wie ein Pfifferling nicht die Grandezza eines kapitalen Steinpilzes erreicht, wäre Heike Makatsch nicht das perfekte Top-Cover-Model. Doch wie ein Pfifferling schließt man sie in sein Herz, weil sie mit ihrem breitem Mund und ihren Bambi-Augen aussieht, als wäre sie direkt Astrid Lindgrens Geschichten aus dem idyllisch-verwunschenem Småland entsprungen.

Könnte man sie sich nicht in Lönneberga, Bullerbü oder dem Mattiswald zwischen Bauernkindern, Rumpelwichten und Wassergeistern vorstellen? Oder gleich bei der Pfifferlingssuche in “Ferien auf Saltkrokan”?

Fliegenpilze sind für mich übrigens wie Nina Hagen. Wenn man sich zu sehr auf sie einlässt, tanzt man(n) nachts nackt durch den Wald und behauptet am nächsten Morgen mit Außerirdischen Liebe gemacht zu haben, aber das ist eine andere Geschichte.

 

Rezept „Pfifferlinge à la mode Heike Makatsch“

Wie in Bullerbü oder auf der Mattisburg gibt es nicht viel zu rezepten, denn die wichtigste Zutat ist das „selbst“.

Die ersten selbstgefundenen und trocken- und selbstgeernteten Pfifferlinge des Jahres, werden durch plötzlich einsetzenden Regen am frühen Morgen nachhause geschleppt.

heike makatsch IMG_0773

Dann geht man in den Garten und erntet ein paar selbstgesteckte, gehegte und gepflegte Schalotten.

heike makatsch IMG_0812

…und die Kohlraben auch gleich mit, weil sie nunmal jetzt gerade reif und lila und zum Anbeißen sind.

heike makatsch IMG_0841

Dann putzt man selbst die Pilze mit einem Pinsel und schneidet sie klein.

heike makatsch IMG_0844

Eine von den eigenen Schalotte wird abgezupft und abgerieben. Und weil es nur eine kleine Portion Pilze ist, braucht man auch nur eine klitzekleine Portion Schalotte… Eigentlich nur etwas von dem Grün in feinen Streifen; es soll ja nach Pilz schmecken und nicht nach Zwiebel.

heike makatsch IMG_0852

Jetzt Butter in die Pfanne, heiß machen, Pfifferlinge anschmurgeln, bis sie etwas braun sind, ein bißchen Salz drüber und die Schalotten dazu.

heike makatsch IMG_0854

Kaum dass die Zwiebeln in der Pfanne sind kommt auch schon die Sahne ins Spiel. Kurz aufkochen lassen…fertig.

heike makatsch IMG_0855

Dazu neue Kartoffeln auf den Teller, Butterflöckchen dazu und die Pilze dürfen sich schon niederlassen. Eine Drehung grob gemahlener Pfeffer drüber…perfekt.

heike makatsch IMG_0859

Und DAS schmeckt! Das schmeckt so gut weil so viele kleine Selbsts drin sind.

Das ist Sommer! Die Saison ist eröffnet!

 

Anmerkung: Der wunderbar-großherzigen Melissa K. aus M., die aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes anonym bleiben möchte, um nicht ihren schlechten Ruf zu gefährden, möchte ich an dieser Stelle sehr herzlich für Rezept und Fotos danken.

 

***

KRAUTJUNKER

Es gibt auf Facebook von KRAUTJUNKER eine Facebook-Gruppe. Gerne veröffentliche ich dort auch passende Rezepte oder Texte von Dir.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s