Bücher

Der Journalist und Schriftsteller Michael Klonovsky ist das, was man eine Edelfeder nennt. Ob man seine Meinungen teilt oder nicht, was und wie er schreibt ist Wortmusik. Und als Konservativer schreibt er natürlich in der alten Rechtschreibung. Einer der größten zeitgenössischen Philosophen, Peter Sloterdijk, beschrieb dieses schöne Buch in der ZDF-Sendung Das philosophische Quartett mit den Worten »Feuilletons von ungewöhnlicher Brillanz. Man fühlt sich in die Zeit von Tucholsky zurückversetzt, als die deutsche Sprache noch vibrierte.« Ebenso wie Egon Friedells Kulturgeschichte der Neuzeit ist es ein Buch, dass man eigentlich jedes Jahr aufs neue lesen kann. In den Anmerkungen unter dem Text befinden sich die Links zu weiteren Leseproben, ich empfehle aber gleich auf die Seite des Verlages zu gehen und den Titel zu bestellen. Michael Klonovskys Wende-Roman Land der Wunder ist übrigens ebenfalls großartig.
Das Titelbild dieses Beitrages ist nicht aus einem Buch Klonovskys oder gar seiner Bibliothek, sondern aus dem Bildband Lesen – Eine Leidenschaft ohne Grenzen von Steve McCurry.

von Michael Klonovosky

Funktionell, nein: funktionalistisch betrachtet ist das Buch ein Speichermedium von grotesken Ausmaßen, eine Art Brontosaurus der Informationsübertragung, nur vom Obelisken (Brachiosaurus) übertroffen. Heutzutage passt der Datenbestand einer Bibliothek quasi in die Jackentasche, womit erstere in gewissem Sinne überflüssig geworden ist. Als emsiger Nutzer eines iPods trage ich nicht nur meine sämtlichen musikalischen Hausgötter ständig mit mir herum, sondern auch einen nicht unerheblichen Teil meiner literarischen, weit mehr als 1 000 CDs, und das alles in der Tasche! Ich weiß die komprimierenden Fähigkeiten der modernen Elektronik also durchaus zu schätzen und zu bestaunen. Ich fände es allerdings absurd, Belletristik auf einem Bildschirm zu lesen. Dagegen kommt mir die Idee nicht mehr abwegig vor, sogenannte Nachschlagewerke vorwiegend elektronisch zwischenzulagern (schöne alte Enzyklopädien ausgenommen), denn deren Inhalt verändert sich sowieso ständig. Freilich muss man auch in diesem Fall penibel darauf achten, dem Zeitgeist nicht auf den Leim zu gehen und mit den alten Nachschlagewerken zugleich überzeugende alte Denkansätze fortzutun. Aber wenn mir jemand die Digitalisierung meiner Bibliothek vorschlüge, weil ich damit Platz sparen könne, ich tät’ ihm einen Vogel zeigen. Hölderlin als E-Book, das wäre, als tränke man einen 1961er Château Latour aus einem Plastikbecher.
Jeden Morgen, wenn ich dieses Zimmer betrete, erlebe ich den magischen Moment des Eintritts in die dort gelagerten geistigen Bemühungen von Jahrhunderten. Die Bibliothek ist stets der stillste Raum des Hauses; Bücher verbreiten die erhabene Ruhe zeitfernen Existierens (erst nachts, wenn alles schläft, beginnen sie zu wispern und zu tuscheln). Die Bibliothek ist ein anheimelnder und durch die Ordnung der Buchrücken ästhetisch befriedigender Ort. Sie verspricht Bildung, Erbauung, Erregung, Amüsement – und Trost. Sie umschließt mich. Sie nimmt mich auf.
»Was für eine Herrlichkeit war bei uns zu Hause ein Buch!« rief in einem Interview verzückt der Dichter Peter Handke. Noch knapp vor dem Wein, der Musik und den Dessous halte ich das gebundene Papier für die bedeutendste Kulturtat des Menschengeschlechts. Was kann einen größeren zugleich sinnlichen und geistigen Genuss bieten als das Aufschlagen eines Buches? Ein Buch lebt. Es besteht aus organischem Material, in ihm existiert der Baum fort, aus dem es gemacht ist, und die Seiten rascheln beim Umschlagen. La carta canta, sagt der Italiener. Gut gemachte Bücher sind bereits ein Fest für das Auge und die Hände. Die Gegenwart eines Regals, in dem ein Sortiment von Manesse-, Tusculum- und Deutscher Klassiker Verlag-Büchern steht, versetzt mich in einen euphorisierten Zustand. Gepriesen seien an dieser Stelle: das Lesebändchen, das Frontispiz, die Schriftprägung auf dem Buchdeckel und der Goldschnitt. Letzterer führt uns in die antiquarische Sphäre. Alte Bücher erzählen Geschichten von sich wie alter Wein. Sie haben Runzeln bekommen, Gerüche aufgesogen, Besitzer gewechselt, die Bombennächte überlebt, auf Dachböden, in Kirchenkellern, in Antiquariaten still gewartet, bis jemand sie in die Hand nimmt und aufschlägt und in Verzückung gerät darüber, dass es sie überhaupt noch gibt. Ich bin nicht im konservatorischen Sinne bibliophil, ich streiche an, mache Eselsohren und Randbemerkungen, das Buch ist mir heilig als allgemeine Idee, selten als konkrete Erscheinung, denn ich glaube nicht an das Weiterleben meiner Bücher nach meinem Tod. Aber ich lege Wert auf Reinlichkeitskriterien bei der Zusammenstellung im Regal. Neunkommaneun Zehntel von dem, was heutzutage gedruckt wird, gehören nicht zwischen zwei Buchdeckel. Wie die ägyptischen Hieroglyphen in der Spätzeit unkrautartig zu wuchern anfingen, wuchern in der Spätzeit des Abendlandes die Erzeugnisse des sogenannten Literaturmarktes, auf welchem das Buch zur Ware erniedrigt wird (von all den Ratgebern, der sogenannten Frauenliteratur oder den ghostgewriteten Selbstdarstellungen sogenannter Prominenter zu schweigen). Ich mag keine Taschenbücher, so praktisch sie auf Reisen sein mögen, sie wirken letztlich doch immer schäbig, sie bleiben aufgeschlagen nicht liegen, sondern klappen dauernd zu, ihre Deckel knicken ein, und bei besonders inniger Lektüre lösen sie sich schnell in ihre Bestandteile auf. Idealerweise sollte man das Buch dann doppelt besitzen, einmal fürs Regal, einmal für die Reise. Mich stößt es ab, wenn auf den Büchern Szenen aus der Verfilmung abgebildet sind, was ein Stück der Phantasie des Lesers tötet, auch wenn es Sophie Marceau als Anna Karenina ist, und ich vermeide es, Bücher zu kaufen, auf deren Rückdeckel eine dieser sich mit aufdringlichen Superlativen wichtig machenden Kritikerschwafeleien gedruckt steht (auf nahezu jedem Buch steht heutzutage, dass es das beste ist). Der natürliche ästhetische Feind des Buches ist das Marketing. Früher hüllten sich Bücher in zwar wundervoll gestaltete Umschläge, aber sie wirkten verschlossen wie schöne Frauen, die ihren Körper nicht gleich zur Gänze und jedem Vorübergehenden herzeigen mögen. Heute schreien sie mit Bildern und grellen Titeln nach Aufmerksamkeit wie Straßenhuren, und die Kritikersätze auf den Buchrücken haben die Funktion einer Leuchtreklame, die sich nur leider nicht mehr abschalten lässt. Wer Bücher liebt, muss Bücher wegschmeißen können.
Überhaupt bestünde eine ideale Bibliothek nahezu durchweg aus Werkausgaben und umfasste nicht allzu viel Gegenwärtiges. Was ich mit Reinlichkeit meine, betrifft zudem das Nebeneinanderstellen von Autoren. Es gibt Bücher, die sich nicht vertragen. Zum Beispiel passt Kant nicht neben de Sade, Heidegger nicht neben Adorno, sollte man Schopenhauer nicht neben Hegel stellen ohne wenigstens eine puffernde Schelling-Ausgabe dazwischen. De Maistre verträgt sich nicht mit Voltaire, Nabokov nicht mit Dostojewski und Proust nicht mit Céline. Aber das führt jetzt vielleicht wirklich zu weit …

Appendix: HÖRBÜCHER

Es gehört zu den großen Annehmlichkeiten, welche die Technik meinem Leben bescherte, dass ich mir meine Lieblingsbücher daheim oder auf Reisen vorlesen lassen kann, zuweilen gar vom Autor selbst. Die im Vorkapitel erwähnte Möglichkeit der Datenkomprimierung versetzt mich in die kommode Lage, stets eine kleine Bibliothek in der Tasche zu tragen. Dazu gehören etwa Ilias und Odyssee, Hamlet und Faust, der West-östliche Divan und die Römischen Elegien, Kirschgarten und Kreuzersonate, Tristram Shandy, Madame Bovary und Der Mann ohne Eigenschaften, der Briefwechsel zwischen Goethe und Schiller, Turgenjew und Flaubert, Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal, der ganze Proust sowieso. Ich befinde mich allerwegs in bester Gesellschaft. Das hat etwas ungemein Beruhigendes. Was die Vortragenden angeht, treten bei den Hörbüchern ähnliche Nuancen zutage wie bei den Pianisten. Gerade wenn literarische Texte vorgelesen werden, offenbaren sie ihre Mängel, und auch die bedeutendsten Interpreten sind nicht imstande, aus solchen Texten mehr herauszuholen als ein großer Virtuose etwa aus einer trivialen Filmmusik. Theoretisch sollte daraus folgen, dass nur Hörbücher von Autoren aufgenommen werden, die sich jeden Satz penibel überlegt und exakt gemeißelt haben. Der Gang vor das Hörbuchregal einer beliebigen Buchhandlung bezeugt freilich das Gegenteil. Scheren wir uns nicht darum und sehen wir lieber nach den Vorlesern.
Als deren »König« galt oder gilt Gert Westphal, und sofern er Prosa vorträgt, mag das weiterhin gelten (Gedichte sind seine Sache weniger, weil er aus dem Prosaton nicht herausfindet). Speziell um das Werk Thomas Manns hat er sich verdient gemacht. Westphal besaß eine erstaunliche Fähigkeit, in verteilten Rollen zu sprechen, ohne dabei seine Stimme zu verstellen, und sein salbungsvoller Duktus passt ideal zu Manns kunstfertiger und zuweilen auch kunstgewerblicher Sprache. Sehr eindrucksvoll führt er den Leser aber auch in die düstere Seelenwelt von Dostojewskis Raskolnikow, man liegt als Hörer sozusagen mit in der Kammer des allmählich an seiner Tat irre werdenden und sie schließlich herausschreienwollenden Mörders. Westphals Zauberberg war mein Premieren-Hörbuch und sozusagen Liebe auf den ersten Satz.
Für meinen Geschmack sind die solistischen Lesungen den Hörspielen gründlich überlegen, wenngleich es Ausnahmen gibt, die aber stets nur einzelne Rollen betreffen. Nie habe ich eine Frau, von der ich nicht einmal wusste, wie sie aussieht, so sehr begehrt wie nach dem Walpurgnisnacht-Kapitel der Zauberberg-Hörspielfassung Karina Krawczyk alias Clawdia Chauchat, wie brennend gern hätte ich mit Hans Castorp getauscht, um mit ihr zu plaudern und mir danach den Bleistift zurückzuholen. Hochinteressant ist übrigens die grundverschiedene Darstellung des Hofrats Behrens, seit je meine Lieblingsfigur auf dem Zauberberg, in Hörspiel und Hörbuch: In ersterem wird er von Friedhelm Ptok als aasiger Zyniker gegeben, bei Westphal indes erscheint er als ein Mann, der seine depressionsnahe Daseinsverstimmtheit hinter kerniger Derbheit verbirgt. Aber das Hörspiel ist letztlich immer dümmer als das Hörbuch und für mich eigentlich verzichtbar.
Westphals bedeutendste Leistung ist seine Lesung von Manns Josephs-Tetralogie in einer freilich stark gekürzten Version, die 30 CDs umfasst (eine 31. mit dem Kapitel »Die Damengesellschaft« kam später noch als Nachschlag). Zur epischen Übergröße dieser gleichsam von oben erzählten Menschheitssage fügt sich sein hoher Ton kongenial; er ist der absolute, aber teilnehmende Beobachter, er schaut in der Zeiten Tiefe in alle Winkel und alle Herzen, allerdings mit Nachsicht und Zärtlichkeit. Unendlich ergreifend und wie mit zugeschnürter Kehle liest er von Rahels Tod (ich habe die Stelle später immer übersprungen, das hält ja kein Mensch aus). Unter den zahlreichen Perlen seines Vortrags will ich das Ende des zweiten Buches hervorheben. »Ach, frommer Alter!« spricht der Erzähler den Jaakob an: »Da du jung warst im Fleische, zeigte dir ein Morgen als Trug und Wahn dein innigstes Glück. Du wirst sehr alt werden müssen, um zu erfahren, daß, ausgleichshalber, Trug und Wahn war auch dein bitterstes Leid.« Das sollte man gehört haben.
Nachdem wir hingegeben lauschend sozusagen den belletristischen Pamir überquert haben, bleibt nurmehr noch der Himalaja (ich bitte die Alpinisten um Nachsicht für meine Metaphern), der seit kurzem erschlossen ist. In den vergangenen Jahren erschienen peu a peu die sieben Bände von Prousts Recherche als Hörbücher, in der unübertroffenen Übersetzung der Eva Rechel-Mertens, sie sei gebenedeit unter den Weibern, und in gottlob ungekürzter Fassung. Es handelt sich um überschaubare 127 CDs mit 160 Stunden Laufzeit, gelesen von Peter Matić, Burgschauspieler und bekannt als Stimme von Ben Kingsley, was mich zirka zehn Minuten lang etwas und dann nie mehr wieder störte. Zahllose Schönheiten dieses Romans aller Romane sind mir erst durch den Vortrag von Matić aufgegangen. Eines der Hauptmerkmale jedes großen Autors besteht ja darin, dass er dem Leser sein Tempo aufzwingt. Jeder Proust-Connaisseur weiß um die Schwierigkeiten der inneren Atemführung und Phrasierung bei den fein gefügten, aber gleichwohl endlosen Sätzen. Matić, der Rhapsode, feiert jedes Komma. Und diese Stimme! Präzise, sonor, warm, leicht nasal, mit klingender Konsonantenbildung (bei Sängern spricht man von einer Tonproduktion »in der Maske«), gewissermaßen halb Trompete, halb Bassklarinette, es ist ein Genuss sondermaßen. Matić macht deutlich, dass es sich bei Proust um Musik handelt und nichts als Musik, bis zum finalen Akkord auf – natürlich – dem Wort »Zeit«.
Dem Wiener an stimmlicher Musikalität und Suggestivkraft ebenbürtig – und in seiner zerbrechlichen Unergründlichkeit als Vortragskünstler noch überlegen – war der große Schauspieler Thomas Holtzmann, er ruhe in Frieden. Wenn wir schon bei Instrumenten sind, verkörperte Holtzmann mit seinem vermutlich von ihm selbst kaum zu kontrollierenden Tremolo das Fagott unter den Stimmen. Leider hat er seine Zeit gleich an drei Romane respektive Rohrspatziaden von Thomas Bernhard vertrödelt, die ich mir dennoch alle drei gekauft und x-mal angehört habe, weil ich nicht wollte, dass Holtzmann zu lesen aufhört; ich hätte mir von ihm auch das BGB vorlesen lassen. Für die Insel oder die Ewigkeit existiert Holtzmanns Odyssee, leider arg gekürzt, aber für meine Begriffe die Krönung der Gattung Hörbuch.
Als Holtzmanns Pendant hat sich Rolf Boysen, einer aus dem Geschlecht schauspielernder Titanen und, wenn ich es recht sehe, der letzte von ihnen, sowohl auf den allgemeinen als auch auf meinen privaten Olymp gespielt. Ein gütiger Gott, wahrscheinlich Pallas Athene, muss dem alten Mimen geraten oder befohlen haben, sich im Zuge seines allmählichen Bühnenabschieds verstärkt öffentlichen Klassikerlesungen zu widmen, und Boysen, der sich bis dato auf diesem Sektor nur mit Moby Dick und etwas Kleist hervorgetan hatte, schüttete sein Füllhorn aus: Ilias, Aeneis, Metamorphosen, Die göttliche Komödie, Nibelungenlied, Parzival, Tristan und Isolde. Wobei es der Begriff Lesung bei dem alten Löwen nicht trifft, es handelt sich um dramatische Darbietungen, rezitatorisches Zyklopenwerk, Ein-Mann-Schauspiele, vorgetragen mit dem rauhen, kernigen, teils lauernden, teils ruppig-eruptiven Boysen-Organ, das wie geschaffen ist für die Heroen der Vorzeit. Ich schrak beim ersten Mal förmlich zusammen, wie er am Beginn der Ilias* das Wort »Zorn« herausbellte. Auch diese Ilias ist schrecklich gekürzt, ja verstümmelt, es fehlt zum Beispiel die Beschreibung des prächtigen Schilds, welchen Hephaistos im 18. Gesang dem Achill schmiedet, die ja nichts weniger als eine Darstellung der antiken Welt in nuce ist, doch Boysens Darbietung fand vor Publikum und nicht im Studio statt, weshalb Streichungen wohl unvermeidlich waren. Die Kunst des Vortragenden wird von alldem nicht berührt.
Es ist inzwischen üblich, dass die Autoren selbst ihre Werke vor Publikum zu Gehör bringen. Die einen können es, die anderen weniger, und viele haben die Gründe, schlecht und nuschelig zu lesen, bereits vor der Lesung zu Papier gebracht. Dieser Vorwurf trifft Thomas Mann nicht im geringsten, und vermutlich war er obendrein der beste Vorleser überhaupt. Mit oblatenhaft zerbrechlicher Stimme, alle Nuancen und Pointen wie ein Wein-Kenner genüsslich auskostend, mit der gebotenen Selbstgefälligkeit, ja Selbstberauschtheit trug er seine eigenen Texte vor – nicht willkürlich titulierte ihn seine Familie den »Zauberer«. Ich lausche ihm allzeit gern und bedauere angehörs der kurzen Passagen aus dem Erwählten und dem Joseph, dass er ungleich mehr Mitschnittszeit auf den Felix Krull verwendet hat. Heimito von Doderer indes, der Mann als Autor ja mindestens ebenbürtig ist, steht mit seinem übertrieben scharfen, expressionistischen Duktus als Selbstvorleser deutlich in dessen Schatten.
Sein eigenes Werk zu großen Teilen im Rundfunk gesprochen hat auch Gottfried Benn. Ich bin kein Bewunderer seiner Gedichte, was weniger damit zu tun hat, dass ich in die schlechte Gesellschaft derjenigen geriete, die vom »Sound« der Bennschen Lyrik sprechen und sich selber für moderne Brachial-Monaden halten, sondern vielmehr daher rührt, dass für meine Begriffe bei fast jedem dieser Gedichte allzu deutlich der Kerneinfall im Kontrast zum nachträglich Drumherumgestrickten steht. Dagegen schätze ich den schnoddrigen Nihilismus seiner Essays durchaus, und wie Benn diese Texte in leicht schläfriger Weltferne vorträgt, hat etwas Narkotisches: »Ich habe Größeres nicht gesehen als den, der sagen konnte: Trauer und Licht, und beides angebetet.«

*KRAUTJUNKER-Kommentar: Um die Ilias richtig zu verstehen, empfehle ich Caroline Alexanders großartiges Buch Der Krieg des Achill. Leider nur noch antiquarisch oder als E-Book erhältlich (siehe: https://www.piper.de/buecher/der-krieg-des-achill-isbn-978-3-8270-7040-1-ebook).

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Anmerkungen

Von KRAUTJUNKER existiert eine Facebook-Gruppe.

Lebenswerte

Titel: Lebenswerte: Über Wein, Kunst, High-Heels und andere Freuden

Autor: Michael Klonovsky

Verlag: Manuscriptum Verlagsbuchhandlung Thomas Hoof KG

ISBN: 978-3-944872-01-8

Verlagslink: http://www.manuscriptum.de/lebenswerte-574.html

Bereits auf KRAUTJUNKER veröffentlichte Leseproben:  https://krautjunker.com/2016/07/16/gastronomie/ & https://krautjunker.com/2016/07/12/wein/

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Der Bildband, der diesen Text schmückt.

Steve McCurry Lesen von Paul Theroux

Titel: Lesen – Eine Leidenschaft ohne Grenzen

Fotograf und Fotocredit: © Steve McCurry / Magnum Photos / Agentur Focus aus „Lesen“

Verlag: Prestel Verlag, 2016 (Verlagsgruppe Random House)

ISBN: 978-3791382753

Verlagslink: https://www.randomhouse.de/Buch/Steve-McCurry-Lesen/Paul-Theroux/Prestel/e500438.rhd

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