Austern suchen & Essen wie Gott in Zeeland

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Pilze zu sammeln ist in diesem trockenen Sommer eine recht aussichtslose Angelegenheit. Doch mit Muscheln stehen uns auch andere Delikatessen aus der Natur zum Sammeln und Genießen zur Verfügung. Es freut mich sehr, dass ich aus dem Blog ZEEBARSLAND (siehe: https://zeebaarsland.wordpress.com/) einen Beitrag über das Sammeln und Zubereiten von Austern veröffentlichen darf.  Ursprünglich handelt es sich um zwei Blog-Veröffentlichungen, die ziemlich genau vor einem Jahr erschienen sind und mir in so guter Erinnerung geblieben sind, dass ich sie gerne weiter verbreiten möchte.

 

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Austern suchen

Die Oosterschelde ist ein Eldorado für Austernliebhaber. Austern wachsen hier wirklich überall, was aus einem missglückten Zuchtversuch Mitte des letzten Jahrhunderts resultiert. Diese verdrängen leider seit Jahren die heimischen Miesmuscheln, wodurch diese für mich als Sammler immer schwerer zu finden sind. Es gibt verschiedene Methoden an die Austern zu gelangen. Mit einem Austernhammer kann man versuchen an Steinen und Mauern wachsende Austern loszuschlagen.

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Das ist ein zeitraubende und mühsame Beschäftigung, da die Austern oft sehr feste am Untergrund haften oder zu mehreren übereinander wachsen. Etwas einfacher ist da die von mir bevorzugte zweite Methode. Ich mache mir hierbei den Lauf der Natur zu nutze. Dort wo dem Ufer Austernbänke vorgelagert sind, passiert es regelmäßig, dass sich Austern vom Grund lösen. Sie werden dann durch den an ihnen anhaftenden Blasentang und auflandigen Wind ans Ufer getragen.

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Dort bleiben sie in Steinschüttungen liegen und ich brauche sie nur noch aufzusammeln.

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Hierbei ist aber einiges zu beachten. Das Sammeln von Austern sollte immer von Hoch- nach Niedrigwasser geschehen damit die Austern nicht zu lange auf dem Trockenen gelegen haben.

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Außerdem sammele ich nie Austern in der Mittags Hitze oder an Sommertagen mit viel Sonne. Am besten eignet sich bewölktes Wetter oder ein verregneter Tag wie gestern.

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Der Monat Mai ist tabu, da die Auster zu dieser Zeit sogenannte Milch produziert, die zur Fortpflanzung dient und bei uns Menschen Übelkeit, Erbrechen bis hin zu Vergiftungserscheinungen hervorrufen kann. Der Klopftest vor Ort verrät mir, ob ich es mit einer guten oder schlechten Auster zu tun habe. Bei einem dunklen Ton ist sie gut. Bei einem hohlen Ton lasse ich sie liegen. Abschließend erfolgt beim Öffnen auf dem Campingplatz noch der Geruchstest. Sobald die Auster geöffnet ist, rieche ich an dieser. Bei einem salzigen Meeresgeruch habe ich eine Gute erwischt. Der Geruch einer schlechten Auster ist unbeschreiblich und schließt einen Verwechslung gänzlich aus. Zwei wichtige Punkte wären noch zu erwähnen.

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Es ist in den Niederlanden erlaubt maximal 20 Austern pro Tag pro Person zu sammeln und bitte Vorsicht beim öffnen. Hier kann es zu schweren Verletzungen kommen, wenn man sich nicht sicher ist was man tut. Außerdem ist immer anzuraten einen Austernöffner zu verwenden.

 

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Essen wie Gott in Zeeland!

Heute war es daran den Fang von gestern zuzubereiten. Nun musste eine Wahl getroffen werden: Fisch oder Hummer? Meine Frau und ich entschieden uns für den Hummer, da dieser nicht unnötig lange auf dem Eis vor sich hin vegetieren sollte.

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Da ein Hummer aber aus unserer sich etwas wenig für zwei Personen war, fuhr ich am frühen Nachmittag Richtung See um noch Muscheln und Austern zu besorgen. Dazu hatten wir noch tiefgefrorene Garnelen da und ein Glas deutschen Kaviar von Seehasenrogen, der ebenfalls in das geplante Menü einfließen sollte. Gegen 17 Uhr begann ich dann mit den Vorbereitungen für das Abendessen. Schon mittags hatte ich die Garnelen in Olivenöl, Knoblauch, Pfeffer und Salz eingelegt und reite diese nun auf Bambus-Spießen zum anschließend Grillen über Holzkohle auf.

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Die Muscheln hatte ich, nachdem ich sie von ihren Bärten befreite, mit Karotten, Zwiebel, Staudensellerie, Petersilie, Lorbeerblätern und weißen Pfefferkörnern im Topf bereitgestellt. Als unterstes im Muscheltopf eine dünne Lage Weißwein. Ich hatte vor sie dann zeitgleich mit dem Hummer aufzusetzen.

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Für die Austern war angedacht diese zu gratinieren, da meine Frau diese roh nicht mag. Also habe ich mir bei den Vorbereitungen schon mal drei Stück roh genehmigt und begann dann die Austern für den Ofen vorzubereiten.

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Ich mache es mir dabei immer etwas einfach. Ich nehme einen kleine Spritzer fertiger Fisch und Muschel-Sauce von d&l und reibe anschließend Parmesankäse darüber.

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Ich kann versichern es schmeckt fantastisch. Aber noch eben was zum Trick mit dem Alufolienring.

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Alex hat auf seinem Blog heat’n’eat (siehe: https://heatneat.wordpress.com/) von diesem berichtet und ich war begeistert, da ich diesen noch nicht kannte. Mir kippelten immer die Austern von rechts nach links was nun endlich vorbei ist. „DANKE ALEX!“

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Meine Frau bereitete derweil Scheiben vom Baguette mit Butter vor, auf denen sie den deutschen Kaviar verteilte. Parallel begann ich mit der Zubereitung des Hummer. Ich habe mir dafür vor einigen Jahren extra einen Hockerkocher mit 4200 Watt und einen großen Topf zugelegt. Diesen habe ich dann mit sieben Liter Gemüsebrühe zum Kochen gebracht.

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Der Vorteil eines so starken Kocher ist, dass das Wasser nicht aufhört zu kochen wenn der Hummer hinein kommt.

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Als letzte Vorbereitung musste ich den Hummer noch wiegen, da ein Hummer pro 100 g Gewicht eine Minute gekocht wird. Meiner wog 715 g. Also entschied ich mich ihn 8 Minuten zu kochen.

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Zeitgleich mit dem Hummer waren dann auch die Muscheln fertig und meine Frau und ich genossen bei einem Gläschen Weißwein die herrlichen Köstlichkeiten der See.

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Anmerkungen

Von KRAUTJUNKER existiert eine Gruppe bei Facebook

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Herzlichen Dank an bodo1979. Ich wünsche dem kölschen Fischer weiterhin viel Erfolg mit seinem Blog ZEEBARSLAND!

https://zeebaarsland.wordpress.com/2015/07/21/austern-suchen/comment-page-1/

https://zeebaarsland.wordpress.com/2015/07/21/essen-wie-gott-in-zeeland/

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