Olas Glögg

Rezeptvorstellung von Ola Wirenstrand

In Schweden wird es im Winter bekanntlich besonders kalt. Die Sonne zeigt sich, wenn überhaupt, nur für wenige Stunden am Tag. Auf den Straßen wandern Rentiere umher, neben den Straßen schütten die Schneepflüge Berge auf, in welchen regelmäßig kleine Kinder und Haustiere verloren gehen. Man verlässt das Haus also nur ungern, und wenn man es muss, dann möchte man bei der Rückkehr etwas Warmes trinken, zum Beispiel Glögg.

Glögg ist kein Glühwein, auch wenn er damit verwandt ist. Man trinkt ihn auch anders: kleine Becher von Mokkatassenformat sind üblich, in das heiße Getränk gibt man noch je einen Teelöffel Rosinen und Mandeln. Diese werden, wenn der Becher leer ist, zu einer Art Blitzrumtopf, der sich mit Genuss auslöffeln lässt.

Rezept:

– 3 Flaschen trockener Rotwein (ich nehme häufig chilenischen Carménère)

– 2 Flaschen Tawny-Portwein

– 1 Flasche Wodka

– 200 g Zucker

– 2 Zimtstangen

– 20 Kardamom-Körner

– 10 Gewürznelken

– 10 Wacholder-Beeren

– 5 Piment-Körner

– Schale einer unbehandelten Orange

Den Zucker mit etwas Wasser in einem flachen Topf bei hoher Temperatur schmelzen lassen, dabei stets rühren. Wenn er ordentlich braun wird und nach Karamell duftet (Achtung: dauert eine Weile, geht dann aber recht schnell) mit einem kräftigen Schuss Rotwein ablöschen (Achtung: spritzt). Unter stetigem Rühren den karamellisierten Zucker im Wein auflösen, Temperatur hierzu reduzieren. Vom Herd nehmen und zur Seite stellen.

Orange mit einem Sparschäler schälen, Gewürze im Mörser grob zerreiben. Alles in den etwas abgekühlten Wein geben, mit dem Wodka auffüllen. Etwa eine Woche ziehen lassen. Weniger Zeit reicht vermutlich auch, wir setzen ihn aber meistens am Wochenende vor dem ersten Advent an, um ihn zum ersten Advent trinken zu können.

Wenn alles durchgezogen ist die Gewürze und die Orangenschale abseihen, den Sud mit dem restlichen Rotwein und dem Port verrühren, nach Geschmack nachsüßen. Hier jedoch nicht zu viel Zucker dazugeben, man bedenke, dass es a) kein Glühwein ist, b) er in kleinen, dafür geschmacksintensiven Mengen getrunken wird und c) noch Rosinen reinkommen.

Benötigte Menge vorsichtig erhitzen (nicht kochen!), in die Tassen geben, mit kleinen Schüsseln Rosinen und Mandeln servieren, trinken und an die Wiederkehr der Sonne denken. Dazu passen Pepparkakor (https://www.chefkoch.de/rezepte/393931128021348/Original-Schwedische-Weihnachtspfefferkuchen.html), beispielsweise die vom schwedischen Möbelhaus, oder, zu Lucia am 13.12., Lussekatter (https://de.wikipedia.org/wiki/Lussekatt).

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Anmerkungen

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