Flussbarsche: Vom Spinnfischen zum Risotto

Rezeptvorstellung von Thomas Raak

„Ist der erste Fisch ein Barsch, ist der Angeltag im Ar…“. Besagt zumindest ein altes Sprichwort. Das muss aber nicht sein.

Wenn man die Stachelflosser gezielt mit dem richtigen Köder befischt, kann es ein erfolgreicher Angelausflug werden.

Bildquelle: Thomas Raak

Eigentlich bin ich eher auf der Jagd nach großen Fischen, wie Hecht, Zander oder Wels. Schließlich will ich was Ordentliches auf dem Teller haben. Aus Barschen mache ich mir eigentlich nicht viel und setze sie meist zurück. Doch in diesem Sommer ließ ich mich wieder zur Barschangelei überreden und es machte mich süchtig.

Bildquelle: Thomas Raak

Um den kleinen Stachelrittern auf die Schuppen zu rücken, verwende ich eine 7 Fuß lange Abu Garcia Vendetta mit 5-15g Wurfgewicht. Die Rute ist recht straff und hat eine schöne Spitzenaktion, die bei größeren Fischen schön langsam durchbiegt. Die Vendetta ist 3-teilig, was bei der Länge von 2,14m ein Transportmaß von ca. 70 cm ergibt. Somit passt sie in jeden Rucksack.

Als Rolle verwende ich eine DAIWA Exceler LT 2500D mit 0,07er geflochtener Schnur, die mit  einem etwa 1,5m langen 0,24 mm Fluorocarbon-Vorfach, per Slim Beauty-Knoten, verbunden ist. Die Rolle hat mich durch ihren schwarz-glitzernden Body mit goldenen Elementen optisch angezogen; überzeugt hat sie mich mit ihrem ruhigen Lauf und der feinen Bremse.

Am Ende der Schnur habe ich einen kleinen aber starken Snap mit Wirbel angeknotet, an dem ich die Köder oder Montagen befestige. Auf ein Stahlvorfach verzichte ich, obwohl mir schon einmal ein Gummifisch von einem Hecht „geklaut“ wurde.

Bildquelle: Thomas Raak

Nachdem ich dann, nach einigen Versuchen und Köderwechseln, den ersten guten Barsch auf einen silbernen Spinner fing, stellte ich beim Ausnehmen fest, dass der Magen voller kleiner Krebse war. Das wollte ich mir zu Nutze machen und begab mich tags darauf in den Angelladen meines Vertrauens, um kleine Gummikrebse (5 cm), Bulletbleie (10 g), Glaskugeln und Offsethaken (2/0er) zu erwerben.

Bildquelle: Thomas Raak

Daraus bastelte ich mir Carolina- und Texas-Rigs, die am nächsten Angeltag an den bekannten Barschspots gleich ausprobiert wurden.

Bildquelle: Thomas Raak

Und siehe da: es gab ordentlich Bisse. Die Methode und der Köder funktionierten. Es zeigte sich, dass das langsame Absinken des Köders am Carolina-Rig deutlich mehr Bisse provozierte, als die zackigen Bewegungen am Texas-Rig. Hätte ich im Hochsommer eher anders herum erwartet, aber was soll´s? Dann nehme ich halt das C-Rig.

Die Finesse-Angelei auf die kleinen Räuber erfordert jedoch höchste Konzentration, musste ich feststellen. Da die Bisse auf den unbebleiten Köder nur leicht in der Schnur zu spüren sind, muss man auf jedes kleine Zucken in Schnur oder Rute blitzschnell reagieren. War das jetzt Kraut, oder ein Fisch? Egal, einfach sofort anhauen!

Meist war es ein Biss, von denen ich aber bei weitem nicht jeden haken konnte. Aber die Fische, die ich landen konnte, waren das, was ich wollte! Es waren fast ausnahmslos Barsche von 15-25 cm Länge. Die kleinen Räuber wurden offenbar durch die Ködergröße aussortiert. Die ganz Großen konnte ich leider nicht überzeugen zu zubeißen, die sind wohl auf andere Köder aus.

Bildquelle: Thomas Raak

So fing ich zwischen August und Anfang Oktober an jedem Angeltag mindestens 2 Barsche in Handlänge oder größer, die ich dann im Gefrierschrank sammelte.

Bildquelle: Thomas Raak

Das gezielte Angeln auf die kleinen Stachelritter werde ich, nach diesem Sommer, garantiert nächstes Jahr fortsetzen. Wenn man die Beute kennt, kann man sich darauf einstellen und erstaunliche Angeltage erleben.

Aus dem ersten Schwung von etwa 10 Fischen kochte ich eine ordentliche Fischsuppe nach Art einer Bouillabaise mit Filetstreifen.

Bildquelle: Thomas Raak

Für die anderen Barsche überlegte ich mir folgendes Rezept:

Frittierter Barsch auf Risotto

Zutaten für 2 Personen:     
4-5 mittelgroße Barsche, oder mehr, auch kleinere (oder 300g Filet und 1l Fischfond)
Suppengrün
1 Flasche trocknen Weißwein
200 g Risotto-Reisca
100-150 g geriebenen Parmesan oder Pecorino (je nach Geschmack)
125 g Butter
1 l Öl oder Fett zum Frittieren
4 kl. Zwiebeln oder Schalotten
2-3 Knoblauchzehen
2-3 Möhren oder Pastinaken
1 Limette
150 g Weizenmehl
100 ml Bier1 Ei
Salz, Pfeffer, Piment, Fenchelsaat, Lorbeer, Zucker

Zubereitung:
Zuallererst ein paar schöne Barsche fangen. 😉

Fischbrühe:

Bildquelle: Thomas Raak

Die ausgenommenen Barsche gründlich waschen und filetieren. Die Karkassen, Flossen und Haut (und kleine Fische im Ganzen) mit einer ¾ Flasche Wein und 1 l Wasser langsam zum Kochen bringen. Entstehenden Schaum abschöpfen, danach das grob geschnittene Suppengrün, Lorbeerblätter, Pfeffer- und Pimentkörner zugeben. Das Ganze mindestens 1,5 h kochen, gern auch länger, umso kräftiger wird die Brühe. Man kann die Brühe am Schluss klären, ich mag sie aber lieber trüb. Für das Risotto ist das Klären auch nicht nötig.

Risotto:

Bildquelle: Thomas Raak

Die fein gewürfelten Zwiebeln und den gehackten Knoblauch bei mittlerer Hitze leicht in Butter anschwitzen. Jetzt den Reis zugeben und ebenso anschwitzen, bis er duftet.
Dann mit einer Kelle heißer Brühe ablöschen und unterrühren, bis sie vom Reis aufgenommen wurde, dann wieder etwas heiße Brühe zugeben und das so lange unter ständigem Rühren fortsetzen, bis das Risotto schön cremig ist, aber der Reis noch Biss hat. Wichtig ist, wirklich die ganze Zeit gut zu rühren.
Zum Schluss ca. 75 g Butter, einen Schuss Wein und den Hartkäse zugeben und alles kräftig unter leichter Hitze verrühren. Mit Salz, Pfeffer und Limettensaft abschmecken.

Beilage:

Bildquelle: Thomas Raak

Die Möhren in gefällige Stücke schneiden. Zucker in der Pfanne kurz karamellisieren lassen, Butter und Fenchelsamen hinzugeben und gut verrühren.
Wenn die Butter geschmolzen ist, die Möhrenstücke zugeben und kurz durchschwenken. Mit etwas Weißwein und Limettensaft ablöschen, abdecken und ca. 10-15 Minuten garen lassen, bis die Flüssigkeit verdampft ist.
Ab und an wenden, bzw. durchrühren. Gegen Ende mit Salz, Pfeffer, Limettensaft und -abrieb abschmecken.

Filets und Bierteig:
Die Filets in mundgerechte Stücken schneiden, mehlieren, mit Salz, gemörsertem Pfeffer und Piment würzen.
Das Mehl mit dem Bier, Ei und etwas Salz verrühren und ca. 30 Minuten stehen lassen. Das Öl oder Fett in einem kleinen Topf erhitzen und den Teig nochmals kräftig durchrühren. Die Filetstücke durch den Teig ziehen und einzeln in das heiße Öl/Fett geben.

Bildquelle: Thomas Raak

Dazu nehme ich gern Essstäbchen, weil sich damit die kleinen Stückchen gut greifen lassen und überschüssiger Teig abtropfen kann. Zum Herausnehmen aus dem heißen Öl ist eine metallene Schaumkelle unabdingbar. Die goldbraunen Fischhappen auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

Bildquelle: Thomas Raak

Petri Heil und guten Appetit!

*

Thomas Raak

Wenn es um gutes Essen geht, ist der Lausitzer dabei. Gärtnern, Angeln und stundenlange Kochsessions, drinnen wie draußen, mit guter Musik und dem ein oder anderen Getränk sind seine Leidenschaften. Und Essen natürlich. Ansonsten sitzt er mit seinen beiden Katzen auch gern mal auf der Couch oder im Lesesessel.

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Anmerkungen

Von KRAUTJUNKER gibt es eine Facebook-Gruppe sowie Becher aus Porzellan und Emaille. Kontaktmail für Anfragen siehe Impressum.

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