Rezeptvorstellung von Heidi Herten
Sardinen verbinde ich sofort mit „mediterraner Leichtigkeit“, Urlaub und dieser unkomplizierten Art zu essen, die ich sehr mag. Ein großer Tisch, verschiedene Schüsseln und Platten, gutes Brot dazu – und jeder nimmt sich, worauf er gerade Lust hat.

Ein mediterraner Tisch für Freunde, an dem man probiert, teilt, erzählt und möglichst lange sitzen bleibt. Die Sardinen waren dabei ein Hauptdarsteller (ich hatte noch Paella und Rinderhackbällchen in fruchtiger Tomatensauce gekocht), drumherum gab es verschiedene Kleinigkeiten wie Pimientos, hausgemachte Aioli, einen Paprika-Dip und fluffiges Brot.
Ich mag Gerichte, die eigentlich gar nicht viel brauchen. Gute Zutaten, ein bisschen Zeit und Menschen, mit denen man sie teilen kann – das ist für mich oft das schönste Essen. Und dafür stehe ich selbst auch sehr gerne stundenlang in der Küche. Ich koche die Brühen und Fonds selbst, die man manchmal für Gerichte braucht. Ich kaufe gerne regional und saisonal ein, nutze frische Kräuter und eigentlich alles, was mich gerade anspricht. Ich koche kaum nach Rezept. Vielleicht kann ich es mit Klavierspielen vergleichen: Ich spiele nach Gehör, obwohl ich Noten lesen kann
Zutaten:
ca. 1 kg frische Sardinen (küchenfertig, ausgenommen)
gutes Olivenöl
Meersalz
1 Bio-Zitrone
1–2 Knoblauchknollen (idealerweise junger Knoblauch)
frische Petersilie
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Optional: etwas Knoblauchpulver

Zubereitung:
Die Sardinen gründlich kalt waschen und anschließend mit Küchenpapier sehr gut trocken tupfen.
Die Fische rundherum mit etwas Olivenöl und Meersalz einreiben und nebeneinander auf eine Stoneware oder ein geeignetes Backblech legen.
Die Schale der Bio-Zitrone fein über die Sardinen reiben. Die Zitrone anschließend in größere Stücke oder Scheiben schneiden und zwischen den Fischen verteilen.
Die Knoblauchknollen quer halbieren und ebenfalls mit auf die Stoneware geben. Alternativ können auch einzelne Zehen auf dem Blech verteilt werden. Beim Backen entwickelt der Knoblauch ein mildes, leicht süßliches Röstaroma. Wer mag, streut zusätzlich noch eine Prise Knoblauchpulver über die Fische. Zum Schluss alles mit einem extra Schuss Olivenöl beträufeln.
Die Sardinen im vorgeheizten Backofen bei 220 °C Ober-/Unterhitze etwa 10–14 Minuten garen. Für die letzten 2–3 Minuten die Grillfunktion zuschalten, damit die Haut eine schöne Röstung bekommt. Dabei den Ofen unbedingt im Auge behalten, da die Fische unter dem Grill schnell bräunen. Die exakte Backzeit hängt von der Größe der Sardinen ab.
Nach dem Backen mit etwas frisch gemahlenem Pfeffer und reichlich frisch gehackter Petersilie bestreuen. Erst jetzt mit etwas frischem Zitronensaft beträufeln und sofort heiß servieren.
Dazu passen hervorragend frisches Brot, selbstgemachte Aioli und Pimientos de Padrón.
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Heidi Herden

Eigentlich arbeitet Heidi als Krankenschwester – man könnte sie also quasi als die „kochende Krankenschwester“ bezeichnen –, doch eine ihrer ganz großen Leidenschaften gehört schon seit vielen Jahren der Kulinarik. Und besonders gerne kocht sie für eine große Runde.
Einige Jahre lang hat sie nebenberuflich für eine Firma am Herd gestanden. Dabei ging es ihr nie darum, einfach nur möglichst viele Portionen auf den Tisch zu bringen. Vielmehr liebt sie das Gefühl, viele Menschen mit ihrem Essen kulinarisch zu verwöhnen und ihnen eine schöne Zeit zu bereiten. Dieses Gespür für die richtige Stimmung bewies sie übrigens auch auf andere Weise: Fast 30 Jahre lang legte sie als DJane auf. Auch dabei war es genau dieses wunderbare Gefühl, Menschen mit ihrem Musikgeschmack glücklich zu machen – was fantastisch funktionierte.
Über die Jahre hat ihr die Kochleidenschaft viele besondere Erlebnisse geschenkt. Unter anderem begleitete sie den bekannten Fernsehkoch Rainer Sass bei den „Langen Kochnächten“ und war bei den „Kochtalenten des Nordens“ mit von der Partie, unter anderem als Jurymitglied. Und irgendwann führte sie das Kochen sogar zum Magazin Effilee: Für einen Beitrag kochte sie dort ihre eigene, ganz persönliche Version der Oldenburger Mockturtle.
Kulinarisch zieht es sie häufig in Richtung Mittelmeer, aber eigentlich lässt sie sich für fast alles begeistern, was gute Zutaten, echten Geschmack und Geselligkeit miteinander verbindet. Ob asiatische oder deutsche Küche – sie liebt die Vielfalt (genau wie übrigens auch Hunde und Katzen…).

Für Heidi gehört zum Kochen immer auch das gesamte Drumherum: Menschen an einen Tisch zu bringen, gemeinsam zu essen, zu reden und zu lachen. Und wenn am Ende die Platten leer sind und alle noch ein bisschen länger sitzen bleiben als geplant, dann war es für sie ein rundum gelungener Abend.
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