Hecht-Angeln

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Buchvorstellung

»Das Wasser ist glasklar, und beim Blick durch deine Polbrille erkennst Du, dass der Gewässergrund weitläufig mit Wasserpflanzen übersät ist. Das Wasser ist nur einen halben Meter tief, und das Boot gleitet langsam auf einen Bereich zu, in dem normalerweise gute Fische stehen. Du wirfst aus, dein Jerkbait landet direkt über dem Kraut und nähert sich mit unregelmäßigen, verlockenden Bewegungen dem Boot. Plötzlich entsteht – wie ein Blitz aus heiterem Himmel – eine mächtige Bugwelle hinter dem Köder. Du erblickst einen gewaltigen Hechtschädel. Der Fisch spreizt die Kiemendeckel ab, öffnet dabei gleichzeitig sein riesiges Maul – und saugt den Jerkbait ein. Das Wasser scheint zu explodieren, du spürst deinen Herzschlag bis in den Hals, Adrenalin strömt durch deinen Körper.

Abb.: Der Hecht ist ein spektakulärer Kämpfer, der während des Drills oft akrobatische Sprünge abliefert.; Bildquelle: Hecht-Angeln

Es ist warm, einige kleine Fische springen entlang der Seerosen panisch aus dem Wasser. Mit ein paar hastigen Leerwürfen beförderst du deinen großen Flashabou-Streamer direkt vor die Schwimmblattpflanzen. Der Streamer landet mit einem diskreten Plopp auf der Wasseroberfläche, du machst den ersten Schnurzug – als plötzlich ein großer Hecht aus den Seerosen hervorschießt und sich gnadenlos auf den Streamer stürzt.

Abb.: Wenn Hechte hungrig sind, halten sie sich nicht zurück. Rotfedern schwimmen oft in der oberen Wasserschicht – und es ist ein spektakulärer Anblick wenn der Hecht die Oberfläche durchbricht, um sich auf die in Panik geratenen kleinen Fische zu stürzen.; Bildquelle: Hecht-Angeln

Ein frostiger Morgen, der Reifnebel hängt über dem See. Kein Lüftchen regt sich, nur das leise Platschen der rhythmisch ins Wasser tauchenden Ruder durchbricht die Stille. Der Morgenkaffee dampft vor sich hin, und hinter dem Boot dümpeln die mit toten Köderfischen bestückten Posenmontagen. Du hast genug Zeit, um dich auf alles und nichts zu konzentrieren, während deine Augen den roten Posenspitzen folgen. Plötzlich verschwindet eine von ihnen. Die Zeit steht still.«

Mit diesen und noch einigen weiteren Beschreibungen der aufregenden Facetten des Hechtangelns beginnt das 374seitige Buch welches der Däne Jens Bursell als Hauptautor und Fotograf mit fünf weiteren Experten veröffentlichte, zu denen auch der Biologie-Professor Theis Kragh und weitere Koryphäen wie Rasmus Ovesen gehören. Hechtangeln wurde 2019 vom Dänischen auch in die schwedische, englische und deutsche Sprache übersetzt und von dem Magazin FISCH & FANG im November 2019 in der Rubrik Buchtipp als »neuer Klassiker« bezeichnet.

Abb.: Luc Coppens mit einem 18-Kilo-Hecht, der einen 16 Zentimeter langen Shadteez nahm.; Bildquelle: Hecht-Angeln

Das Angeln auf Hechte ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden, denn das Krokodil des Nordens ist ein faszinierender Raubfisch, der in nahezu allen Binnengewässern sowie im Brackwasser vorkommt. Lecker ist er ohnehin, so dass man sich am Ende eines Kampfes auf eine kulinarische Belohnung freuen darf, die man kaum an der Fischtheke des Lebensmitteleinzelhandels findet.

Abb.: Wo Laichkraut wächst, halten sich oft aktiv jagende Hechte auf, denn zwischen diesen Pflanzen können sich die Räuber perfekt verstecken und zu ihren blitzschnellen Angriffen starten. Zudem finden sie dort einen hohen Sauerstoffgehalt vor.; Bildquelle: Hecht-Angeln

Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Teil 1 Fische finden (Seite 8 – 77) beginnt mit der Biologie der Hechte mit Fokus auf ihre Beutetiere und Jagdgewohnheiten zu allen Tages- und Jahreszeiten sowie ihrem Verhalten bei unterschiedlichen Wetterbedingungen. Die zweite Hälfte befasst sich mit Strategien wie der Suche nach Hechten, Angeln vom Ufer, Bootsangeln und Bootselektronik.

Abb.: Größe, Form und Farbe des Köders können Faktoren sein, die den Biss auslösen. Um herauszufinden, was in der jeweiligen Situation am besten funktioniert, muss man experimentieren.; Bildquelle: Hecht-Angeln

Teil 2 Angelmethoden (Seite 78 – 259) umfasst Kapitel zu den Themenbereichen Bisse auslösen, Gerät und Zubehör, Angeln mit Kunstködern (wozu auch das Fliegenfischen gehört!), Angeln mit Naturködern, Biss, Drill und Landung.

Abb.: Da das Fliegenfischen auf Hecht in den letzten Jahren immer populärer geworden ist, wird inzwischen viel Angelgerät und Zubehör angeboten, welches speziell für diese Angelart entwickelt wurde.; Bildquelle: Hecht-Angeln

Teil 3 Die letzten 50 % (S. 260 – 371) steht unter dem Motto »Verliere weniger, fange mehr«. Jens Bursell ist vor allem bekannt durch seine Forschungen und Entwicklungen zum Thema Auslöse-Montagen. Hier beschreibt er, wie es zu Aussteigern kommt, man das Problem löst, Hechten weniger schadet, Auslöse-Montagen selbst herstellt und mit ihnen angelt.

Wenn der Hecht beißt wird die Montage freigegeben. Zudem wird aufgrund der lose hängenden Haken dem Brechstangen-Effekt entgegengewirkt. Dadurch wird es für den Fisch schwieriger, sich auszuhebeln oder die Montage abzuschütteln.; Bildquelle: Hecht-Angeln

Hecht-Angeln ist verständlich geschrieben und üppig mit schönen Fotos illustriert. Ist im Text beispielsweise eine Ködermontage erwähnt, wird auch gleich darauf hingewiesen, auf welcher Seite des Buches sie präzise beschrieben wird, wie ein Rezensent auf Amazon lobend anerkannte. Soweit ich es überblicke, ist es das umfangreichste Buch deutscher Sprache, welches sich dem Fang des Esox lucius widmet und sowohl Grundlagen für Einsteiger wie auch kniffelige Herausforderungen für Profis bietet. Will man das gesammelte Wissen überprüfen und ausprobieren, ist man auf Jahre beschäftigt. Wie heißt es so schön? Dänen lügen nicht!

*

Verlagsvorstellung der Autoren

Jens Bursell (* 1967) – Hauptautor und Fotograf sowie Redakteur und Projektleiter von Hecht-Angeln, welches in der ersten Ausgabe in englischer, deutscher, schwedischer und dänischer Sprache veröffentlicht wurde. Jens hat in den letzten 45 Jahren mehr oder weniger alles im Süß- und Salzwasser beangelt, was Flossen hat – und im Laufe der Jahre eine große Anzahl kapitaler Fische auf der ganzen Welt gefangen. Seinen ersten Hecht fing er im Jahre 1975. Seitdem hat er mit großem Erfolg alle Arten des Hechtangelns betrieben – vom Spinnangeln, Naturköderangeln und Schleppen bis hin zum Fliegenfischen. Jens ist Biologe und arbeitet als Journalist, Fotograf, Autor, Herausgeber, Verleger, Gerätedesigner und Dozentin seiner Firma Outdoor Consult, die dieses Buch herausgibt. Er ist Chefredakteur des dänischen Online-Angelmagazins Fisk & Fri – www.fiskogfri.dk.
Weitere Infos: www.bursell.dk

Theis Kragh (1975) – Professor am biologischen Süßwasserlabor der Universität Kopenhagen. Er hat 1981 seinen ersten Fisch gefangen und angelt seit 1998 ernsthaft auf Hecht. Der Großteil seiner anglerischen Aktivitäten besteht aus Spinnangeln, Schleppangeln, Vertikalangeln und dem Angeln mit Köderfisch. Theis ist zweifellos einer der erfahrensten Hecht-Experten in Europa. Seit 2008 erforscht er die Populationsdynamik, das Wachstum und das Verhalten der Hechte.

Rasmus Ovesen (1980) angelt seit seiner Kindheit auf Hecht, damals vor allem in den Teichen, Seen und Flüssen seiner Heimatregion. Seitdem hat er in mehr als zehn verschiedenen Ländern auf drei verschiedenen Kontinenten auf Hecht geangelt – hauptsächlich mit der Fliege. Rasmus ist Fliegenbinder, Ausbilder im dänischen Sportfischerverband und ein international tätiger Fliegenfischer-Fotograf und Autor. Er leitet die Firma Cast Away Media, die Kommunikations- und Marketinglösungen für die Angelindustrie anbietet.

Henrik Olsson (1978) arbeitet als Süßwasserbiologe und hat eine eigene Firma, in der er Angler unter anderem beim Hechtangeln anleitet und begleitet. Der Hecht war schon immer sein Lieblingsfisch, seine Vorliebe gilt dem Spinn- und Vertikalangeln mit Kunstködern. Sein Motto: Der Fisch muss mit künstlichen Imitationen überlistet werden – und die Rute muss in der Hand gehalten werden, wenn der Fisch beißt.

Søren Beck (1970) ist ausgebildeter Biologe, der sich auf die Wanderbewegungen von Hechten spezialisiert hat. Seinen ersten Hecht fing er 1977, seitdem konnte er viele große Fische überlisten, insbesondere beim Angeln mit Kunstködern und Köderfischen. Er ist Autor des dänischen Angelführers 10 Sjællandske Søer und hat im Laufe der Jahre viele Artikel zum Thema Hechtangeln verfasst.

Frederik Eritsian-Hansen (1981) begann als 7-jähriger mit seinem Vater im örtlichen Teich auf Hecht zu angeln. Der Beginn einer großen Leidenschaft. Die größte Tragödie war für ihn als Kind, als er als 11-jähriger einen riesigen Hecht kurz vor dem Kescher verlor. Frederik hat viele Artikel zum Thema Angeln geschrieben und arbeitet aktuell als Finanzberater.

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Anmerkungen

Von KRAUTJUNKER gibt es eine Facebook-Gruppe sowie Becher aus Porzellan und Emaille. Kontaktmail für Anfragen siehe Impressum.

Titel: Hecht-Angeln

Hauptverfasser: Jens Bursell

Textbeiträge: Theis Kragh, Rasmus Ovesen, Henrik Olsson, Søren Beck, Frederik Eritsian-Hansen

Fachberater: Søren Beck, Lars Frithjof Nielsen

Hauptfotograf: Jens Bursell

Übersetzung: Matthias Wendt

Verlag: Müller Rüschlikon; 1. Edition (30. Oktober 2019)

Verlagslink: https://www.motorbuch-versand.de/product_info.php/info/p11500_Hecht-Angeln-.html

ISBN-13: ‎978-3275021765

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