von Gerhard Schuster und Christine Schneider
Der gute Geschmack und die tolle, feste Konsistenz inklusive guter Haltbarkeit sind genügend triftige Argumente für die große Beliebtheit des Flockenstieligen Hexenröhrlings (oder Schusterpilzes). Das hexisch-blaue Spektakel beim Anschneiden macht ihn auch noch unterhaltsam, verschwindet beim Garen aber schnell wieder. Weil er im Gegensatz u manch anderen sehr festen Pilzen wie Trüffel oder Steinpilz roh giftig ist, muss er immer gut durchgegart werden. Die Klassiker der Konservierung, Trocknen und geschmort Einfrieren, eignen sich gut.

Ein Röhrling für Fortgeschrittene: Seine eindeutig roten Poren katapultieren den Flockenstieligen Hexenröhrling aus der Anfängerliga, denn schließlich könnte kein Geringerer als der schon dem Namen nach unholde Satanspilz mit ihm verwechselt werden. Als Giftpilz outet er sich aber durch einen wesentlich helleren, eher grauen Hut, freundlicherweise ist er zudem in den meisten Wäldern sehr selten.
Hexenchips
Nicht nur der Name, auch ihre Erscheinung ist spooky: Hexenröhrlinge, stark blauend. Als crunchige Hexenchips passen sie sowohl zur lässigen Halloweenparty als auch auf den edlen Vorspeisenteller. Andere Pilze lassen sich ebenfalls in solche Knusprigkeiten verwandeln, solange sie jung und extrem fest sind.
Rezept für 2 Personen
2–3 Flockenstielige Hexenröhrlinge
3 EL Distelöl
grobes Salz
1 EL Rosenpaprika oder (teilweise) geräuchertes Paprikapulver

Zubereitung
Die Flockenstieligen Hexenröhrlinge ein bis zwei Tage offen im Kühlschrank lagern.
Die angetrockneten Pilze in möglichst dünne Scheiben schneiden oder hobeln.
Distelöl in eine breite Pfanne geben und die Pilzscheiben darin verteilen und mit reichlich grobem Salz bestreuen. Im gut erhitzten Öl werden die Pilzchips unter mehrmaligem Wenden mindestens 15 Minuten geröstet, bis sie schön dunkel sind.
Zuletzt das Rosenpaprika über die Chips streuen, alles gut vermengen und eine Minute mitrösten lassen.
Die Chips aus dem Fett nehmen, abtropfen lassen und kaltstellen oder lauwarm genießen.
Zu den Hexenchips passen viele Dips, besonders gut Aioli.
*
Gerhard Schuster

Gerhard Schuster, Geologe und leidenschaftlicher Fotograf, fängt die Magie von Pilzen und Wäldern in vielfach publizierten Werken ein. Sein Wissen teilt er in Artikeln, Vorträgen und am Küchentisch. Als Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Mykologie schlägt er zudem die Brücke zwischen Fachwelt und Öffentlichkeit – immer mit dem Blick fürs Detail.
*
Christine Schneider
Diplom-Biologin Christine Schneider vereint als Naturpädagogin Fachwissen mit Kreativität. Die Lektorin konzipiert maßgeschneiderte Bücher sowie E-Learning-Produkte. Als Autorin nutzt sie ihren Biologie- und Medienhintergrund, um Naturthemen in ansprechende Texte zu verwandeln – perfekt abgestimmt auf ihre Leser.
***

Anmerkungen

Von KRAUTJUNKER gibt es eine Facebook-Gruppe.

Titel: Pilzliebe: Das Waldpilz-Kochbuch
Autoren: Gerhard Schuster und Christine Schneider
Verlag: Verlag Eugen Ulmer
Verlagslink: https://www.ulmer.de/usd-8018715/pilzliebe-.html
ISBN: 978-3818622343
*
Bereits aus dem Buch veröffentlicht:
Entdecke mehr von KRAUTJUNKER
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.