11 Fangtipps für den Juli: Rotfeder – Schönheit hoch im Kurs

von Martin Wehrle

Ihre roten Flossen leuchten prächtig. Mit ihrem scharf geschnittenen Kiel teilt sie das Oberflächen-Wasser majestätisch. Die Rotfeder ist schön wie eine Prinzessin, aber nicht annähernd so wählerisch. Hier erfährst du, worauf sie steht.

Schönheit im Dschungel
Die Rotfeder ist leicht zu finden: Sie treibt sich mit Vorliebe in der Nähe von Wasserpflanzen herum. Wo Laichkraut wuchert, wo Seerosen blühen, wo sich lange Schilfkanten am Ufer entlang ziehen, dort ist ihr Revier. Als Oberflächen-Fisch kannst du sie oft beobachten, wenn sie in kleinen Schwärmen flach umherwandert oder Nahrung von der Oberfläche schnappt. Hier lohnt das Angeln!

Wunderbare Wolken
Die Rotfedern ziehen flach. Ein Lockfutter, das zu schnell zum Grund sinkt, erreicht sie nur für ein paar Sekunden. Deshalb solltest du auf ein Lockfutter mit hohem Kokosmehl-Anteil setzen, das luftig ist und an der Oberfläche verlockende Wolken bildet. Es gilt die Regel: Zu Beginn des Angeltages beißen die Rotfedern ganz flach. Mit der Zeit, wenn das Futter sinkt, können sie tiefer stehen. 

Flach und fängig
Wenn ich flaches Posenangeln auf Rotfedern empfehle, meine ich dann: eine Vorfachlänge? Nicht unbedingt, denn wenn die Fische direkt unter der Oberfläche kleben, können schon 50 Zentimeter zu tief sein. Dann solltest du eine Mini-Pose verwenden, dein Vorfach kürzen und deinen Köder nur 15 bis 30 Zentimeter unter der Oberfläche anbieten.

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Abb.: Die Rotfeder ist eine Schönheit. Sie treibt sich gern im Pflanzendschungel herum.

Langsamer Sinkflug
Die Pose landet im Wasser, will sich aufrichten – doch schon wandert sie zur Seite! Ein typischer Rotfeder-Biss. Rotfedern nehmen fürs Leben gern absinkende Köder. Diese Tatsache kannst du nutzen: Schieb deine Bebleiung so weit wie möglich nach oben, verwende ein langes Vorfach, an dem der Hakenköder wie in Zeitlupe sinken kann. Doch Achtung: Das lange Vorfach verzögert die Bissanzeige. Einige Bisse lassen sich auf Sicht erkennen. Ansonsten: Schlag beim geringsten Zupfer an.

Pose aus Glas
Beim Oberflächen-Angeln beißen die Fische oft nur wenige Zentimeter von deiner Pose entfernt. Je unauffälliger die Pose ist, desto argloser die Bisse. Ich verwende gern transparente Posen, zum Beispiel winzige Clear-Waggler von Drennan – klartransparent fürs Freiwasser, grüntransparent für pflanzenreiche Plätze.
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Abb.: Transparentes Grün – unauffälliger geht es nicht beim Posenangeln zwischen Wasserpflanzen.

 

Leine frei!
Wer sagt eigentlich, dass du für Rotfedern überhaupt eine Pose brauchst? Es geht auch mit der freien Leine. Fette die ersten beiden Meter der Schnur leicht ein und pendle deinen Köder, zum Beispiel ein Madenbündel oder eine Teigkugel, genau an den Standplatz der Fische. Nun siehst du, wie die gefettete Schnur Stück für Stück vom absinkenden Köder unter Wasser gezogen wird. Sobald es ruckt, hast du einen Biss – anschlagen!

Krusten-Angebot
Rotaugen lassen sich auch in null Zentimeter Wassertiefe fangen – nämlich direkt an der Oberfläche. Mit Brotkrusten, Grashüpfern und sogar mit der Trockenfliege kannst du erstaunlich dicke Fische fangen – gerade dann, wenn du die Rotfedern vorher beim Steigen beobachtet hast. Nimm als Montage die freie Leine. Oder eine ganz leichte Wasserkugel.

Futter-Brötchen
Wenn du zwei halbe Brötchen am Angelplatz einwirfst, sind diese Brocken zwar zu groß, um mit einem Haps von den Rotfedern verschlungen zu werden. Vielmehr sorgst du dauerhaft für Futter: Die Rotfedern stupsen die treibenden Brötchen immer wieder an, damit Brotkrümel ins Wasser rieseln. Umso heißer sind die Fische auf ein maulgerechtes Brotstück, das du direkt daneben anbietest.

Nächtliche Riesen
Meine größten Rotfedern habe ich bei Nacht gefangen, meist beim Schleienangeln. Offenbar sind Rotfedern von über 40 Zentimetern wesentlich scheuer als ihre Artgenossen. Es kann sich lohnen, den angefütterten Platz bis in die Nacht hinein zu befischen. Aber Achtung: Die Rotfedern lassen sich bei Dunkelheit etwas absinken. Das Mittelwasser verspricht jetzt gute Fänge.

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Abb.: Kapitale Rotfeder im Drill. Solche Fische beißen gern nach Einbruch der Dämmerung

 

Gelegenheits-Räuber
Sind Rotfedern Raubfische? Nein. Lassen sie sich an einem kleinen Spinner fangen? Gelegentlich ja. Zum Beispiel habe ich an einem Sommermorgen vier prächtige Rotfedern beim Barschspinnen gefangen. Offenbar hat sie ihre Neugier dazu überredet, meinen 1er Spinner zu nehmen. Auch wenn du nicht auf Rotfedern spinnst: Zupf immer wieder mal an deinem Köder – Bewegung reizt sie!

Karpfen-Alarm
Karpfen lieben dieselben Plätze wie Rotfedern – und oft auch dieselben Köder, zum Beispiel Brotkrusten an der Oberfläche. Wann immer du Karpfen in der Nähe deines Platzes beobachtest, solltest du das leichte Rotfeder- Geschirr (eine monofile 14er Schnur reicht völlig) aufrüsten – wäre doch zu schaden, wenn dir ein Karpfen im Drill entkäme.

 

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KRAUTJUNKER

 Anmerkungen

Von KRAUTJUNKER existiert eine Facebook-Gruppe.

365 ultimative Fangtipps Martin Wehrle

Titel: 365 ultimative Fangtipps: Mehr Bisse, mehr Fische, mehr Spaß

Autor: Martin Wehrle

Bildquellen: Martin Wehrle und Edwin Hartwich

Verlag: Müller Rüschlikon; Auflage: 1 (24. September 2015)

ISBN: 978-3275020478

Verlagslink: https://www.motorbuch-versand.de/product_info.php/info/p9134_365-ultimative-Fangtipps.html

Amazon: https://www.amazon.de/365-ultimative-Fangtipps-Bisse-Fische/dp/3275020471/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1489251216&sr=8-1&keywords=365+ultimative+fangtipps+mehr+bisse+mehr+fische+mehr+spa%C3%9F

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Website des Autors:
http://www.karriereberater-akademie.de/vita_martin_wehrle.htm

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Erster Beitrag aus dem Buch: 10 Fangtipps für den März:
https://krautjunker.com/2017/03/11/10-fangtipps-fuer-den-maerz-forelle/

Zweiter Beitrag aus dem Buch: 10 Fangtipps für den April:
https://krautjunker.com/2017/04/09/10-fangtipps-fuer-den-april-schleie-das-gruenen-beginnt/

Dritter Beitrag aus dem Buch: 10 Fangtipps für den Mai:
https://krautjunker.com/2017/04/30/10-fangtipps-fuer-den-mai-hecht/

Vierter Beitrag: 10 Fangtipps für den Juni:
https://krautjunker.com/2017/06/10/10-fangtipps-fuer-den-juni-zander-fangen-unter-dem-junimond/

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. stegattack sagt:

    Sehr informativ. Ich wollte es in den heißen Tagen auch nochmal gezielt auf die Goldbarren versuchen. Die Tipps nehme ich gern mit. Gruß Gü

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