11 Fangtipps für den Januar : Eisangeln – trickreiche Kür

von Martin Wehrle

Eisangeln ist manchmal wie Eiskunstlauf: spektakulär. Nur wird die Kür nicht von dreifachen Rittbergern, sondern von Eisloch-Fängen gekrönt. Mit diesen Kniffen machst du auf dem Eis eine gute Figur.

Eis im Test
Für einen guten Fisch riskiere ich so ziemlich alles – aber nicht mein Leben! Betritt das Eis nie zum ersten Mal oder bei Tauwetter, ohne vorher seine Stärke zu messen Und wenn schon andere Angler auf dem Eis sind? Miss dennoch! Erst ab einer Eisstärke von über zehn Zentimetern stehst du auf (relativ) sicherem Grund. Denk daran. Die Eisstärke kann schwanken. Und meide Gewässer, bei denen der Wasserstand wechselt – hier kann sich tückisches Hohleis bilden.

Bohrer statt Axt
Hast du schon mal mit der Axt ein Loch ins Eis geschlagen? Dann weißt du: Diese Methode kostet Kraft – und macht einen Höllenlärm, der Fische verscheuchen kann. Leider und gemütlicher geht es mit einem Eisbohrer. In Nullkommanichts hast du dein Loch gebohrt. Das erhöht deine Bereitschaft, den Platz öfter mal zu wechseln. Achtung: Der Bohrer muss hin und wieder nachgeschliffen werden. Und das Eisloch sollte groß genug für Kapitale sein.

 

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Abb.: Durch große Eislöcher passen auch große Hechte – diesmal war’s ein mittlerer Fisch.

 

Sichtfenster
Wenn Schnee auf dem Eis liegt, haben die Augenfische ein Problem: Sie leben in Dunkelheit. Dann fällt es zum Beispiel den Barschen schwer, einen bewegten Köder treffsicher zu schnappen. Bewährter Trick: Schieb den Schnee beiseite, bis ein großes Sichtfenster entsteht. Oft zieht das Licht die Fische an – und erleichtert es ihnen, den Köder zu nehmen. Diese Methode empfiehlt sich aber nicht für Fische, die es dunkel lieben, zum Beispiel Quappen

Coole Kelle
Endlich geschafft! Eisloch frei, Pose taucht ein, Ansitz beginnt. Aber warum steht die Pose bald wie angefroren? Vielleicht ist sie angefroren!
Ein dünner Eisfilm kann sich blitzschnell bilden. Wirksames Gegenmittel: Schöpf mit einer gelöcherten Kelle die herumtreibenden Eisreste immer wieder ab. Dann bleibt das Loch eisfrei

Echolot auf Eis
Die große Besonderheit des Eisangelns: Dein Köder sucht nicht weite Flächen ab, wie durch Würfe bei offenem Wasser – du kannst pro Loch immer nur eine minimale Fläche befischen. Darum ist die Platzwahl so wichtig. Was viele Angler nicht wissen: Ein Echolot arbeitet auch durch Eis. Drück den Geber auf die leicht befeuchtete Eisfläche – dann funktioniert’s. So findest Du fischreiche Stellen.

Wunderbare Wechsel
Der größte Fehler beim Eisangeln? Zu langes Verharren am selben Loch. Beim Barschangeln gilt: Ein Biss, der nach 15 Minuten nicht kommt, kommt nie mehr. Wechsle deine Löcher im Viertelstunden-Takt so lang, bis du den ersten Fischkontakt hast. Dann fische das Loch gründlich aus. Und bohr die nächsten Löcher in direkter Nachbarschaft. Hier ist es heiß unterm Eis!

Der lahme Zocker
Die besten Barschfänge mit Zocker gelingen dir, wenn du die Rute langsam bewegst. Also keine hohen Sprünge, keine schnellen Rucke – sondern ganz gemütliche Bewegungen, mal auf, mal ab, immer wieder mit Pausen. Der „lahme Zocker“ kommt dem reduzierten Stoffwechsel und der langsamen Reaktion der Fische entgegen – und sorgt im Winter für schnellere Fänge.

 

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Abb.: Eigentlich ist der Zocker ein Sprung-Köder. Doch im Winter fängt er besser, wenn du ihn langsamer führst.

 

Raffiniert gegen Reibung
Was passiert, wenn du beim Eisangeln einen größeren Fisch drillst? Er schwimmt zur Seite – und deine Schnur reibt an der scharfen Eiskante. Zwei Gegenmittel:
Erstens solltest du die Rute beim Drill ins Wasser stecken. Und zweitens empfehle ich dir eine durchgehende Schnur aus Fluorocarbon – dieses Material ist deutlich reibungsfester als herkömmliche Schnüre.

Russisches Fangroulette
Die Russen gelten als Eisspezialisten. Ihr liebster Köder ist die Mormyschka, ein Haken mit eingegossenem Blei, der mit einem Wurmstück oder einer Made beködert wird. Diesen Köder lässt du an einer möglichst kurzen und feinen Rute knapp überm Grund zittern. Nach dem Biss ganz kurz mit dem Anhieb warten, ideal für Barsche und Rotaugen.

 

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Abb.: Coole Köder  bei Kälte ist das Zittern mit Mormyschka und Wurmstückchen besonders erfolgreich.

 

Auf Wiedersehen, Loch!
Schon so mancher Angler stand verzweifelt auf einer weiten Eisfläche: Wo war noch gleich sein Loch, das ihm zuletzt 25 Barsche beschert hat? Dieses Rätselraten leicht vermeiden: Markier alle deine fängigen Löcher mit einem besonderen Zeichen. Damit warnst du auch andere Menschen, die über das Eis gehen. Und du findest deine Löcher ganz sicher wieder – und mit ihnen oft die Schwärme; denn die trägen Winterfische sind ziemlich standorttreu.

Fein auf Rotaugen
Je vorsichtiger die Rotaugen beißen, desto feiner sollte deine Ausrüstung sein. Wenn du im Sommer mit einem 0,16er Vorfach angelst, solltest du jetzt auf die halbe Stärke gehen: 0,08er Vorfach und20er Haken. Das Risiko einen großen Fisch zu verlieren, tendiert gegen null: Große Friedfische wie Karpfen und Schleie beißen beim Eisangeln kaum. Und mit Rotaugen, auch großen, wirst du mit einem 0,08er Vorfach fertig.

 

 

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KRAUTJUNKER

 Anmerkungen

Von KRAUTJUNKER existiert eine Facebook-Gruppe.

365 ultimative Fangtipps Martin Wehrle

Titel: 365 ultimative Fangtipps: Mehr Bisse, mehr Fische, mehr Spaß

Autor: Martin Wehrle

Bildquellen: Martin Wehrle und Edwin Hartwich

Verlag: Müller Rüschlikon; Auflage: 1 (24. September 2015)

ISBN: 978-3275020478

Verlagslink: https://www.motorbuch-versand.de/product_info.php/info/p9134_365-ultimative-Fangtipps.html

Amazon: https://www.amazon.de/365-ultimative-Fangtipps-Bisse-Fische/dp/3275020471/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1489251216&sr=8-1&keywords=365+ultimative+fangtipps+mehr+bisse+mehr+fische+mehr+spa%C3%9F

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Website des Autors:
http://www.karriereberater-akademie.de/vita_martin_wehrle.htm

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Bisher veröffentlichte Beiträge aus dem Buch:

https://krautjunker.com/2017/03/11/10-fangtipps-fuer-den-maerz-forelle/

https://krautjunker.com/2017/04/09/10-fangtipps-fuer-den-april-schleie-das-gruenen-beginnt/https://krautjunker.com/2017/04/30/10-fangtipps-fuer-den-mai-hecht/

https://krautjunker.com/2017/04/30/10-fangtipps-fuer-den-mai-hecht/

https://krautjunker.com/2017/06/10/10-fangtipps-fuer-den-juni-zander-fangen-unter-dem-junimond/

https://krautjunker.com/2017/07/28/11-fangtipps-fuer-den-juli-rotfeder-schoenheit-hoch-im-kurs/

https://krautjunker.com/2017/09/02/zehn-fangtipps-fuer-den-august-nachtangeln-mit-durchblick/

https://krautjunker.com/2017/09/15/10-fangtipps-fuer-den-september-kunstkoeder-gesponnene-ideen/

https://krautjunker.com/2017/10/22/10-fangtipps-fuer-den-oktober-zander-die-heissesten-plaetze/

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Martin Wehrles Angel-Blog:
http://blog.angeln.de/tag/martin-wehrle/

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