10 Fangtipps für den Oktober: Zander – die heißesten Plätze

von Martin Wehrle

Zander suchen, das heißt oft: fluchen! Wo stecken die Fische bloß? Nur wer alle Plätze auf dem Schirm hat, hat bald einen Zander im Kescher. Diese zehn Tipps führen dich zu den besten Stellen.

 

Zander 1Abb.: Was für Kinder der 24. Dezember ist für Raubfischangler der Oktober: Höhepunkt des Jahres. Mögliche Bescherung: ein Zander am Vertikal-Wobbler.


Flach zum Fressen
Der Zander ist ein besonderer Fisch: Nicht überall, wo er steht, beißt er auch. Es gibt zwei Arten von Plätzen: Standplätze, wo der Zander ruht; und Fressplätze, wo er jagt. Ein wesentlicher Unterschied zwischen beiden: Die Standplätze liegen meist im tieferen, die Fressplätze im flacheren Wasser. Je mehr Futterfische an einer Stelle sind, desto eher hast du es mit einem Fressplatz zu tun.

Spinnen am Stein
»Die Nilpferd-Rücken« – so nenne ich zwei Steine, die aus einer flachen Strecke der Naab ragen. Die Besonderheit dieser »Rücken«: Ihr Strömungsschatten ist ein idealer Standplatz. Hier ballen sich die Futterfische, und die Zander schlagen sich die Bäuche voll. Ein an der Pose gezupfter toter Köderfisch hat sich als der fängigste Köder erwiesen. Große Steine im Fluss, auch unter Wasser, sind immer heiße Zanderplätze.

 

Zander 2Abb.: Steinzeit für Zander: Im Strömungsschatten von Steinen sammeln sich dicke Räuber.

 

Bombiger Barschberg
Die Alpen ziehen Touristen an – die Berge unter Wasser locken Fische. Dieser Andrang nimmt im Herbst zu, wenn eine Wanderbewegung von den flachen zu den tieferen Wasserschichten einsetzt; die Barschberge bilden einen fließenden Übergang, eine Rutsche ins Tiefe. Jetzt lohnt es, die mittleren und tiefen Schichten der Berge mit Gummiködern und Köderfischen abzuklopfen – nie ohne Stahlvorfach, denn auch Hechte lauern.

Super-Sandbank
Die meisten Echolote zeigen an, wie hart oder weich der Gewässerboden ist – eine wichtige Information beim Zanderangeln. Zander lieben es hart. Kiesiger oder sandiger Grund ist Zanderland – ganz besonders, wenn sich eine Sandbank vom flachen ins tiefe Wasser zieht, etwa in Verlängerung eines Einlaufes. Ein hängerarmer Grund, der sich vorzüglich mit tieflaufenden Wobblern befischen lässt.

Liebe zur Landzunge
Die meisten Landzungen lassen sich ohne Echolot finden: Such nach Ufervorsprüngen, nach Stellen, die weiter als ihre Umgebung ins Gewässer ragen. Meist setzen sich diese Vorsprünge unter Wasser fort. Gerade Uferangler haben hier beste Zanderchancen, da Kapitale die Landzunge immer wieder hinauf wandern. Ein Köderfisch, knapp über Grund angeboten, ist im Herbst kaum zu überbieten.

Herrliches Holz
Zander lieben Holz. Wo Bäume im Wasser liegen, treiben sie sich das ganze Jahr herum. Im Frühjahr laichen sie hier. Im Sommer jagen sie Futterfische, die den Schutz des Holzes suchen. Und noch im Oktober sind Bäume ein Zandermagnet, sofern das Holz ins tiefere Wasser reicht. Gerade feines Vertikalangeln mit Dropshot und verborgenem Haken verspricht am Hindernis gute Fänge – und wenig Hänger.

Anlegen im Hafenbecken
In Hafenbecken ist immer was los – auch unter Wasser! Die Schiffe sorgen für Nahrung: Ihre Schrauben zerhacken Fische, Lebensmittel werden über Bord geworfen. Meist liegt die Wassertemperatur ein wenig höher als im Strom. Gründe genug für dicke Herbstzander, in den Häfen vor Anker zu gehen. Probier einmal das Dropshot-Angeln an Kaimauern oder verankerten Booten – meist sehr fängig.

Bissiger Buhnenkessel
Eine Steinschüttung, die sich in denFluss zieht, ist für Zander ein Paradies: Im Buhnenkessel entsteht ein Kehrwasser, eine Strömung, die langsamerals der Hauptstrom fließt, Futterfische anzieht und Treibnahrungkreisen lässt. Nur einen Nachteil haben Buhnen: Ihr Boden ist oft unrein, man bekommt Hänger. Das Wurfangeln mit Dropshot kann dir Köderverluste ersparen und schöne Zander bringen. Befisch nicht nur den Buhnenkessel, sondern wirft auch direkt an der Steinschüttung entlang.

Nutzen des Nebenarms
Im Sommer sind die Nebenarme der Flüsse oft zanderleer: Die Fische wandern in den sauerstoffreichen Hauptstrom. Doch im Oktober findet eine Wanderung in die umgekehrte Richtung statt: vom Strom ins Altwasser. Die (oft schmalen) Übergänge zwischen Flüssen und Nebengewässern sind Spitzen-Angelplätzen im Herbst. Grundnahes Spinnen mit einem Köderfisch kann dir kapitale Zander bringen.

Dufte Dampferstege
Dampferstege sind immer für einen dicken Zander gut, denn dort ist für natürliches Anfutter gesorgt: Die scharfen Schiffsschrauben zerhacken Fische. Dieses natürliche Anfutter sinkt zum Grund und lockt Zander an. Dreimal darfst du raten, welcher Köder an Dampferstegen der beste ist: der Fischfetzen am Grund.

 

Zander 3Abb.: Wo Dampfer anlegen, kommen auch Zander vorbei – erst recht auf sandigem Grund. Hier greift ein Schluchsee-Angler an.

 

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KRAUTJUNKER

 Anmerkungen

Von KRAUTJUNKER existiert eine Facebook-Gruppe.

365 ultimative Fangtipps Martin Wehrle

Titel: 365 ultimative Fangtipps: Mehr Bisse, mehr Fische, mehr Spaß

Autor: Martin Wehrle

Bildquellen: Martin Wehrle und Edwin Hartwich

Verlag: Müller Rüschlikon; Auflage: 1 (24. September 2015)

ISBN: 978-3275020478

Verlagslink: https://www.motorbuch-versand.de/product_info.php/info/p9134_365-ultimative-Fangtipps.html

Amazon: https://www.amazon.de/365-ultimative-Fangtipps-Bisse-Fische/dp/3275020471/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1489251216&sr=8-1&keywords=365+ultimative+fangtipps+mehr+bisse+mehr+fische+mehr+spa%C3%9F

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Website des Autors:
http://www.karriereberater-akademie.de/vita_martin_wehrle.htm

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Erster Beitrag aus dem Buch: Fangtipps für den März:
https://krautjunker.com/2017/03/11/10-fangtipps-fuer-den-maerz-forelle/

Zweiter Beitrag aus dem Buch: Fangtipps für den April:
https://krautjunker.com/2017/04/09/10-fangtipps-fuer-den-april-schleie-das-gruenen-beginnt/

Dritter Beitrag aus dem Buch: Fangtipps für den Mai:
https://krautjunker.com/2017/04/30/10-fangtipps-fuer-den-mai-hecht/

Vierter Beitrag: Fangtipps für den Juni:
https://krautjunker.com/2017/06/10/10-fangtipps-fuer-den-juni-zander-fangen-unter-dem-junimond/

Fünfter Beitrag: Fangtipps für den Juli:
https://krautjunker.com/2017/07/28/11-fangtipps-fuer-den-juli-rotfeder-schoenheit-hoch-im-kurs/

Sechster Beitrag: Fangtipps für den August:
https://krautjunker.com/2017/09/02/zehn-fangtipps-fuer-den-august-nachtangeln-mit-durchblick/

Siebter Beitrag: Fangtipps für den September:
https://krautjunker.com/2017/09/15/10-fangtipps-fuer-den-september-kunstkoeder-gesponnene-ideen/

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Martin Wehrles Angel-Blog:
http://blog.angeln.de/tag/martin-wehrle/

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