Jagen für Nichtjäger – Fragen und Antworten

Worum geht‘s?

Sie sind kein Jäger? Gut, dann ist diese kleine Publikation vielleicht das Richtige für Sie, denn sie soll dem interessierten Nichtjäger Fragen bezüglich der Jagd beantworten und so einen Beitrag zur Meinungsbildung leisten. Das in den Medien häufig befolgte Motto, wonach nur eine schlechte Nachricht eine gute Nachricht ist, beeinflusst auch die Berichterstattung über die Jagd. Daher kommen die Jagd und ihr gesamtes Umfeld oft zu kurz. Die Jagd in den deutschsprachigen Ländern ist eine Jagd in der Kulturlandschaft, und über die Gestaltung eben dieser Landschaft gibt es zurzeit einen Wettbewerb der Wertvorstellungen. Überspitzt gesagt, sähen die einen die Natur am liebsten als einen gigantischen Vergnügungspark, während die anderen von einer unberührten Wildnis träumen. Die Ansichten über Sinn oder Unsinn der Jagd gehen ebenso weit auseinander: Auf der einen Seite stehen die Jäger, bei denen der Glaube an den Sinn ihres Tuns Tradition hat, und auf der anderen Seite die Jagd- und Jägergegner der Tierrechtsbewegung, die nicht weniger gewohnheitsmässig vom Unsinn der Jagd überzeugt sind. Diese Standpunkte sind wahrscheinlich grundsätzlich unvereinbar. Im Wettbewerb der Wertvorstellungen kämpft jede Partei auch darum, die Öffentlichkeit für die eine oder andere Sicht zu gewinnen oder zumindest für die Sache zu interessieren.

Selbstverständlich bin ich als Jäger, Fischer, Pilzler und Gemüsegärtner voreingenommen, aber das ist kein Nachteil. Im Gegenteil: Durch die Voreingenommenheit gewinnen einige Aussagen zwangsläufig an Profil, was dem besseren Verständnis nur dienlich  sein kann. Dabei nehme ich selbstverständlich in  Kauf, dass die Informationen und Darlegungen den Leser auch in eine andere Richtung führen können als in die von mir gewünschte.

Dies gesagt, gilt es zusätzlich noch etwas zu bedenken. Ein Emmentaler ohne Löcher ist kein Emmentaler und genauso ist es mit dem Wissen: Wo Wissen ist, da gibt es auch Lücken. Selbstverständlich werden Fragen offenbleiben oder eine beantwortete Frage wird vielleicht eine neue aufwerfen. Falls Sie eine neue Frage haben, nehmen Sie einfach mit mir Kon- takt auf: www.eichelmändli.ch

Hofstetten SO, April 2016

Alexander Schwab

Jagen für Nichtjäger

von A bis Z

Angeln. Das Angeln ist eine Form der Jagd, auch „die nasse Waid“ genannt. Wie die Jagd ist das Angeln eine Freizeitbeschäftigung. Die Tierrechtsbewegung fordert hier ebenso wie für die Jagd ein Verbot.

Anglerlatein. Viele Jäger sind mehrsprachig und beherrschen nebst Jägerlatein auch Anglerlatein. Völlig zu Unrecht werden Jäger und Angler in der bekannten Redewendung „Jäger, Angler, Politiker und andere Lügner“ mit Berufslügnern in einen Topf geworfen. Jäger und Angler lügen nicht, sie haben lediglich ein phantasievolles und entspanntes Verhältnis zur Wahrheit und so sage ich als Jäger und Angler: Alle Jäger und Angler sind Lügner.

Artenschutz.  Siehe Naturschutz.

Artenvielfalt.  Siehe Naturschutz.

Aufbruch. Als Aufbruch bezeichnet der Jäger die Eingeweide eines Tieres. Beim Aufbrechen entnimmt er diese Eingeweide und untersucht sie. Falls er keine bedenklichen Merkmale findet, lässt er die nicht verwertbaren Teile abseits von öffentlichen Wegen und Gewässern liegen, wo sie von Füchsen, Vögeln, Würmern und Co. gefressen werden und oft schon innerhalb eines Tages spurlos verschwunden sind.

Bambi. Bambi und „Bambi-Syndrom“ stehen heute für Naturverklärung, Tiervergötterung oder Vermenschlichung der Tiere. Damit verbunden ist die Ablehnung der Jagd („Bambimörder“) und der Tötung von Tieren – zumindest von herzigen oder charismatischen Tieren.

Bau. Füchse, Dachse, Kaninchen und andere Tiere nutzen Baue zeitweise oder dauerhaft als unterirdische Behausung oder Schutz. Baue sind entweder natürliche höhlenähnliche Systeme oder sie werden von den Tieren selbst gegraben. Es gibt auch Kunstbaue, die der Jäger anlegt, um vor allem den Fuchs zu bejagen. Vgl. Baujagd.

Baujagd. Jagdmethode auf den Fuchs, bei der Erdhunde (Dackel oder Terrier) den Fuchs aus seinem Bau vor die Flinte der Jäger treiben. Die Baujagd wird vom Tierschutz abgelehnt, weil ein Tier auf ein anderes gehetzt wird (Stress), weil die Gefahr der Verletzung von Hund und Fuchs (evtl. Kampf) besteht, weil Hund und Fuchs im Bau verschüttet werden können und weil die Ausbildung der Hunde in den eigens dafür gebauten Anlagen mit zahmen Füchsen Tierquälerei sei. Befürworter der Baujagd entgegnen, dass die tierschutzkonforme Ausbildung des Erdhundes den Kampf verhindere und von „hetzen“ nicht die Rede sein könne. Der Fuchs werde aufgescheucht, damit er den Bau verlässt, wobei man diese kurzzeitige Stresssituation eines Wildtiers als normal betrachten könne. Die Baujagd finde nur in dafür geeigneten Bauen, auch Kunstbauen, statt und das Verschüttungsrisiko sei minimal. Hundertprozentige Sicherheit gebe es aber nicht, hundertprozentig sicher sei nur, dass ein Hundeführer das geringste Interesse an einem Kampf (Verletzung) oder an der Verschüttung (Tod) seines Hundes habe und alles unternehme, um dies zu vermeiden. Das Thema Baujagd wird auch jagdintern kontrovers diskutiert.

Biotopverbund. Siehe Lebensraumvernetzung.

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KRAUTJUNKER-Kommentar: Ende der Leseprobe

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Anmerkungen

Von KRAUTJUNKER gibt es nicht nur eine Facebook-Gruppe, sondern jetzt auch Outdoor-Becher aus Emaille. Kontaktmail für Anfragen siehe Impressum.

Titel: Jagen für Nichtjäger – Fragen und Antworten

Autor: Alexander Schwab

Verlag: Eichelmändli Verlag

Verlagslink: https://www.eichelmaendli.ch/b%C3%BCcher/jagen-f%C3%BCr-nichtj%C3%A4ger/

ISBN: SBN: 978-3-033-05632-9

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