Drückjagd – Von der perfekten Vorbereitung bis zum Jagdkönig

Buchvorstellung von André Brüggemann

»Und wenn im Wald die Hunde lustig jagen, so ist’s die schönste Melodie, ja selbst in meinen allerletzten Tagen, niemals, niemals vergeß‘ ich sie.«
Franz Ritter von Kobell, 1803-1882

Für viele Jäger (mich eingeschlossen) ist der Herbst mit seinen Gesellschaftsjagden, insbesondere den Drückjagden auf Schalenwild, eine besondere Zeit. Umso erfreuter war ich, als mich der KRAUTJUNKER bat, das neue Buch Drückjagd – Von der perfekten Vorbereitung bis zum Jagdkönig von Peter Diekmann aus dem Heel-Verlag zu rezensieren. Leider traf das Buch genau zur Erntezeit ein, so dass ich das Projekt einige Zeit zurückstellen musste, denn bekanntermaßen ist auch die Erntezeit eine spannende und oftmals erfolgreiche Jagdzeit, die ich lieber im Revier verbracht habe anstatt Bücher zu lesen.

Abb.: Erntejagd; Bildquelle: André Brüggemann

Der Optimalfall wäre gewesen, das Buch hätte schon vor den Erntejagden auf meinem Schreibtisch gelegen, denn welche Gedanken muss sich der Jagdleiter vor der Erntejagd machen: Mit welchem Wild ist zu rechnen, welche Schützen lädt man ein, wie und wo postiert man diese, wie sieht es mit Verarbeitung und Vermarktung aus, falls unerwartet viel Wild zu Strecke kommt? – Alles Fragestellungen, die auch von Peter Diekmann in seinem Buch Drückjagd – Von der perfekten Vorbereitung bis zum Jagdkönig aufgegriffen werden.

Abb.: Drückjagd – Von der perfekten Vorbereitung zum Jagdkönig; Bildquelle: André Brüggemann

Peter Diekmann, langjähriger Jäger und Hundeführer, Redakteur bei Jagen Weltweit und der Deutschen Jagdzeitung hat sein rund 160 Seiten zählendes, im Format 183 x 225 mm gehaltenes Softcover-Buch in folgende Kapitel gegliedert:

  1. Organisatorisches für Jagdherrn und Jagdleiter
  2. Jagen ohne Hund ist Schund
  3. Freigabe, Ansprache und Bejagung der wichtigsten Drückjagd-Wildarten
  4. 66 Drückjagdtipps
  5. Checklisten
  6. Musterreden

Das erste Kapitel beschreibt insbesondere den Zeitrahmen, der bei der Planung einer Drückjagd beachtet werden sollte. Wieviel Vorlauf sollte im Idealfall für die Einladung der Hundeführer und Gäste vorhanden sein, was ist am Vortag der Jagd und am Tag der Jagd selbst zu beachten? Was muss für die Tage nach der eigentlichen Jagd geplant werden? Behandelt werden aber auch Themen wie Sicherheit oder Wetter.

Das zweite Kapitel widmet sich dem Hundeeinsatz auf Jagden und geht auf die unterschiedlichen Hunderassen bzw. Wildarten, die Frage ob Standschnaller oder Durchgeher sowie Einzelhund oder Meute ein.

Abb.: Hunde auf der Drückjagd; Bildquelle: André Brüggemann

Im Kapitel Drei äußert sich der Autor zu den Wildarten Rot-, Dam-, Schwarz- und Rehwild sowie Fuchs und deren Bejagung. Hier (wie auch an der einen oder anderen Stelle) merkt man dem Buch an, dass es von einem passionierten Jäger geschrieben wurde, z.B. wenn der Verfasser bedauert, dass es leider immer wieder Reviere gäbe, die Füchse nicht freigeben. Dass der Fuchs von Land- und Forstwirten (insb. bei Anpflanzungen und Aufforstungen) als Mäusevertilger gern gesehen ist wird ebenso ausgeblendet wie die Tatsache, dass manch unerfahrener Jäger sich mit Entfernung und Geschwindigkeit dieses flinken Räubers verschätzt und im besten Fall nur Löcher in die Luft schießt.

Im vierten Kapitel folgen insgesamt 66 Tipps, sowohl für den Jagdherrn (»keine Bockkitze, keine Strecke«), wie für den Jagdgast (»wer fragt, führt«) als auch allgemeiner Art (»wer friert, verliert«).

Abb.: Tipps für die Drückjagd; Bildquelle: André Brüggemann

Auf rund 48 Seiten präsentiert sich hier ein „bunter Blumenstrauß“ verschiedener Tipps, die vielleicht teilweise aus den einschlägigen Rubriken der Jagdzeitschriften schon bekannt sind, nichtsdestotrotz aber sinnvoll bzw. hilfreich sind. Manch einen packt dann doch das Jagdfieber, so dass nicht zu oft darauf hingewiesen kann, nicht gleich das erste Stück zu beschießen. Auch ist es gut zu wissen, wie man im Zweifelsfall das Wild zum Verhoffen bringt. Wenn das Ganze dann Dank Angelschirm auch im Regen trocken von statten geht, umso besser.

Den Schluss des Buches bilden die Kapitel Fünf und Sechs mit Checklisten und Musterreden.

Abb.: Musterreden; Drückjagd; Bildquelle: André Brüggemann

Insgesamt sind es zehn Checklisten, die teils den Jagdgast (»Was gehört in den Rucksack?«) als auch Jagdleiter (»Vor der Jagd«) ansprechen. Im Prinzip werden hier stichwortartig die vorherigen Kapitel wiederholt und der Leser hat die Möglichkeit, die einzelnen Hinweise und Organisationsschritte gedanklich oder tatsächlich anzuhaken. Die nachfolgenden Musterreden geben Beispiele für die  Ansprache des Jagdherrn bei der Begrüßung bzw. Strecke legen und die Ansprache des Jagdkönigs beim Schüsseltreiben. Natürlich hat ein jeder – und sei es vor Lösen des ersten Jagdscheins als Treiber – bereits verschiedene Reden gehört, doch wenn es einen selbst zum ersten Mal trifft mag es für den einen oder anderen vielleicht ganz beruhigend sein, ein Beispiel zur Hand zu haben.

Fazit:  Peter Diekmann legt mit Drückjagd – Von der perfekten Vorbereitung bis zum Jagdkönig ein reich bebildertes, kurzweilig zu lesendes Sachbuch vor, das sowohl für Jagdleiter als auch Jagdgast zahlreiche Hinweise und Tipps enthält.

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André Brüggemann

André Brüggemann ist passionierter Jäger, Hundeführer und Jagdhornbläser sowie begeisterter Hobbykoch und Genießer. Aufgrund seiner Tätigkeit als Steuerberater in eigener Kanzlei bleibt ihm dazu allerdings weniger Zeit, als ihm lieb wäre.
https://www.sdb-hameln.de/

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Anmerkungen

Von KRAUTJUNKER gibt es eine Facebook-Gruppe sowie Outdoor-Becher aus Emaille. Die Kontaktmail für Anfragen befindet sich im Weblog-Impressum.

Titel: Drückjagd – Von der perfekten Vorbereitung bis zum Jagdkönig

Autor: Peter Diekmann

Verlag: Heel Verlag GmbH

Verlagslink: https://www.heel-verlag.de/die+100+besten+tipps+fuer+die+drueckjagd.htm

ISBN: 978-3-95843-953-5

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