Delikatesse der Antike: Bottarga

„Die Phönizier haben das Geld erfunden – aber warum so wenig?“ kalauerte einst das kulturelle Universalgenie Johann Nepomuk Eduard Ambrosius Nestroy (* 1801; † 1862). In der Europäischen Zentralbank nimmt man das für bare Münze und vermehrt die Penunzen jetzt aus dem Nichts, aber das ist ein anderer Schnack, der uns hier nicht betrüben soll. Die Phönizier waren im ersten vorchristlichen Jahrtausend ein Volk legendärer Seefahrer und Händler. Im Alten Testament galten sie als „weise“ par exzellenz. Ihre Literatur lebt fragmentarisch bei den alten Griechen weiter. Im Gegensatz zu den Hellenen, und später den Römern, verdankten sie ihren Wohlstand ihrer Geschäftstüchtigkeit und nicht Piraterie oder Eroberungskriegen. Waren Kriege unumgänglich engagierten sie lieber Söldner, als den eigenen Heldentod zu riskieren. Selbst in den Asterix-Comics taucht immer wieder die Figur des Phöniziers Epidemais auf. Mit seinem Handelsschiff klappert er die Küsten der bekannten Welt ab, um Business zu machen.

epidemais

Auch ihr Hang zum Luxus und raffinierten Lebenskunst ist legendär und wurde in diversen Romanen, wie Salambo von Gustave Flaubert (* 1821; † 1880) gefeiert. Eine Delikatesse, welche die feine Welt schon vor dreitausend Jahren schätzte, ist Bottarga.

 

BOTTARGA

von Melanie Grundmann

Bottarga ist eine sardische Kaviarspezialität, die aus dem Rogen der Meeräsche gewonnen wird. Der Rogen wird einschließlich des Dottersacks gesalzen, gepresst und luftgetrocknet und gleicht anschließend einem amberfarbenen Fischfilet. Schon die Phönizier und Römer priesen diese Delikatesse, die im Mittelmeerraum eine kostbare Tauschware darstellte. Der Überlieferung nach handelt es sich hierbei gar um die ältesten verarbeiteten Fischeier. Auch Friedrich der Große ließ sich die Spezialität oft auftischen. Bottarga wird meist in dünne Scheiben geschnitten oder geraspelt genossen – als Carpaccio, auf Brot oder zu Pasta.

 

Rezept für 4 Personen
200 g Bottarga
Olivenöl
1 Zitrone
Pfeffer
Frühlingszwiebeln
Weißbrot oder Baguette

 

Bottarga in hauchdünne Scheiben schneiden und mit in Julienne geschnittener Zitronenschale, Frühlingszwiebeln, Pfeffer und Olivenöl anrichten. Dazu geröstetes Weißbrot oder Baguette reichen.

 

KRAUTJUNKER-Kommentar: Bottarga war mir unbekannt, obwohl ich bereits einiges über die Delikatessen der Antike gelesen habe (Link siehe unten). Schmeckt wirklich unglaublich gut, vor allem in der Kombination mit den Zutaten. Das nächste Mal würde ich die Bottarga in kleine Würfel schneiden und eine Stunde in dem Öl mit Julienne einlegen. Bottarga ist sicherlich nicht preisgünstig, aber auch nicht unbezahlbar. Vor allem gelingt die Zubereitung todsicher und ohne großen Aufwand. 

 

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KRAUTJUNKERAnmerkungen

Von KRAUTJUNKER existiert eine Facebook-Gruppe.

Das Dandy Kochbuch

 

Titel: Das Dandy-Kochbuch

Autorin: Melanie Grundmann

Verlag: zuerst Rogner & Bernhard (leider insolvent), nun KEIN & ABER

ISBN: 978-3954030927

Verlagslink: https://keinundaber.ch/de/literary-work/das-dandy-kochbuch/

Bildquelle für Epidemais: http://www.comedix.de/lexikon/db/phoenizier.php
Epidemais taucht u.a. im 26. Band der Asterix-Comics Die Odyssee auf.

asterix-odyssee

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Link der Autorin des Dandy-Kochbuches: http://dandysme.eu/das-dandy-kochbuch/

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Meine Rezension des Titels: https://krautjunker.com/2016/06/27/das-dandy-kochbuch-originalrezepte-fuer-maenner-mit-stil/

Weitere Rezension: https://krautjunker.com/2016/10/02/regents-punch/

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Dieses Rezept habe ich zuerst getestet für den Blog Valentinas Kochbuchhttp://valentinas-kochbuch.de/rezept-von-melanie-grundmann-bottarga/ 

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Kurtisanen und Meeresfrüchte. Die verzehrenden Leidenschaften im klassischen Athen: https://krautjunker.com/2016/06/21/kurtisanen-und-meeresfruechte-die-verzehrenden-leidenschaften-im-klassischen-athen/

Titelbild Kurtisanen

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