Kochen in der Jagdhütte

Buchvorstellung von André Brüggemann

Man hat den Tag draußen in der Natur verbracht, beim Waidwerk auf Fisch und Wild, allein oder mit Freunden.

Und jetzt ist er da, der Hunger. Vielfach wird man – sei es aus Bequemlichkeit oder mangels anderer Möglichkeiten – nach Hause fahren und dort Essen. Manch einer hat aber auch das Glück, draußen in der Natur über eine Hütte zu verfügen. Dort könnte man auch eine Mahlzeit zubereiten. Wird vielfach aber nicht gemacht. Warum? Der eine (oder die eine; liebe Leserinnen, ich bitte um Entschuldigung, werde aber der Einfachheit halber trotz der Genderdebatte weiterhin in der männlichen Form schreiben) hat nichts vorbereitet, der andere wohlmöglich gar keine Idee, was er unter den gegebenen Möglichkeiten zubereiten könnte. An all diese Waidgesellen richtet sich das Buch von Carsten Bothe. Egal ob Angelhütte am See oder Jagdhütte im Wald, auf rund 80 Seiten präsentiert er im Softcover Buch Tipps, Tricks und Rezepte, um nicht hungrig nach Hause fahren zu müssen.

Das erste Kapitel:

Im Kapitel „Die Jagdhütte“ gibt es Informationen zu den Kochmöglichkeiten in der Hütte, vom Holzofen über den Grill bis hin zum Esbitkocher. Angesprochen werden auch die Kochutensilien, warum z.B. Guß- oder Schmiedeeisen besser geeignet ist als anderes Material. Kleine Tipps am Rande runden das Kapitel ab. Wer hat sich nicht schon mal über feuchte Streichhölzer geärgert? Ein dicht schließendes Einmachglas hätte vielleicht manchen Ärger verhindert.

Das zweite Kapitel:

Der Inhalt des Kapitels „Vorräte“ ist eigentlich selbsterklärend. Grundsätzlich geht es nicht darum, Lagerbestände für diverse Drei-Gänge-Menüs aufzubauen, sondern einen Grundstock haltbarer Nahrungsmittel anzulegen. Haltbarkeit kann über verschiedene Methoden erreicht werden, deswegen finden sich auf Bothe´s Liste unterschiedliche Posten, sei es harte Mettwurst oder Dosenwurst aber auch Kartoffelpüreepulver oder Linsen in Dosen. Im Zusammenhang mit der Aufbewahrung von Lebensmitteln wird auch erklärt, wie man einen Erdkühlschrank angelegt. Nicht unbedingt eine Dauerlösung, aber sicherlich sinnvoll, wenn man für ein ganzes Wochenende frische Lebensmittel mitgebracht hat und diese vernünftig lagern möchte.

Das dritte Kapitel:

Im Kapitel „Rezepte aus dem Jagdrevier“ werden insbesondere kleinere Rezepte vorgestellt, die man aus dem frisch erlegten Wild zubereiten könnte. Wegen der notwendigen Trichinenschau finden sich daher keine Rezepte zu Schwarzwild, jedoch einiges zu Reh und Hirsch sowie auch Flugwild. Die Rezeptliste reicht von Klassikern wie „Rehleber mit Äpfeln und Zwiebeln“ über „Fasanenbrust mit Sauerkraut“ hin zu „Hirschrücken direkt auf der Glut“. Alle Rezepte lassen sich mit Wild aus dem Revier und den eingangs beschriebenen Vorräten umsetzen.

Das vierte und letzte Kapitel:

In „Rezepte für jede Gelegenheit“ holt Bothe weiter aus, es geht nicht mehr darum, auf die Schnelle etwas aus dem kleinen Jägerrecht zuzubereiten, er präsentiert in diesem Kapitel Rezepte mit und ohne Wild sowie Rezepte für große Runden. Vorgestellt werden u.a. Spiegeleier mit Bacon. Der ambitionierte Hobbykoch mag darüber schmunzeln („sowas bekommt man doch eigentlich ohne Rezept hin“), aber es ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen und durch solch kleine einfache Rezepte eignet sich das Buch auch für angehende Köche ohne jegliche Erfahrung. Wer sich mehr zutraut, kann sich auch an Rezepten wie Tafelspitz in Meerrettichsoße versuchen. Auch für größere Gruppen, z.B. beim Revierfest oder nach der Gesellschaftsjagd, hält Carsten Bothe Rezepte bereit. Zum einen natürlich Klassiker wie Erbsensuppe, Linseneintopf oder auch Chili con Carne. Zum anderen gibt es Rezepte für selbst gepökeltes Grillfleisch und eine Anleitung für Grillen nach Gaucho-Art, also das Grillen eines ganzen Tieres über offenem Lagerfeuer. Auch dieses Kapitel wird durch zahlreiche Tipps abgerundet, z.B. wie man – auch durch die Wahl der richtigen Suppenkelle – in großer Runde effizient Essen austeilt. Den Abschluss des Kapitals bilden einige Hinweise und Rezepte zu Heißgetränken wie Grog oder Bullshot.

Fazit: Ein nettes kleines Büchlein, aus dem auch erfahrenere Köche bestimmt noch den einen oder anderen Tipp mitnehmen können und mit dessen Kauf man angesichts eines Preises von nur 9,90 € sicherlich nichts verkehrt macht. In diesem Sinne: Viel Spaß und guten Appetit beim nächsten Essen in der Hütte!

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Carsten Bothe schreibt nicht nur praxisnahe Bücher, er veranstaltet mit seinem Unternehmen VENATUS auch empfehlenswerte Outdoor-Kochkurse: https://krautjunker.com/2017/06/05/dutch-oven-kochkurs-bei-venatus/

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KRAUTJUNKER-Koch: 
André Brüggemann ist passionierter Jäger, Hundeführer und Jagdhornbläser sowie begeisterter Hobbykoch und Genießer. Aufgrund seiner Tätigkeit als Steuerberater in eigener Kanzlei bleibt ihm dazu allerdings weniger Zeit, als ihm lieb wäre.

https://www.sdb-hameln.de/

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Von KRAUTJUNKER existiert eine Facebook-Gruppe.

Titel: Kochen in der Jagdhütte

Autor: Carsten Bothe

Verlag: Heel Verlag GmbH

Verlagslink: https://www.heel-verlag.de/Kochen+in+der+Jagdhuette.htm

ISBN: 978-3958431782

Fotos vom Buch und aus dem Wald: André Brüggemann

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Bereits veröffentlichte Leseproben:

https://krautjunker.com/2019/06/03/gebackene-holunderbluten/

https://krautjunker.com/2019/05/21/proviant-tipps-fur-ein-jagdwochenende-in-der-hutte/

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