Jagdhunde

von Tanja Dautzenberg

Hunde sind als Gehilfen des Jägers bei der Jagd unersetzlich geworden und aus einer waidgerechten Jagd nicht mehr wegzudenken. Bereits in der Ur- und Frühzeit, im frühen Stadium der Domestikation des Wolfes, waren Hunde beim Hetzen größerer Beutetiere behilflich. Der fortschreitende Verlust von Aggressionen gegenüber dem Menschen ermöglichte das spätere „Teilen“ der Beute. Um 10 000 bis 6 000 vor Christus entstanden durch gezielte Zuchtauslese verschiedene Hundetypen. Das waren die Anfänge der uns heute bekannten Jagdhunderassen.
In den alten Hochkulturen und der Antike nutzte man bereits windhundartige Sichthetzer zur Jagd auf kleinere Beutetiere, brackenähnliche Hunde zum Suchen und Packen größeren Wildes und schwere Molossertypen zur Jagd auf wehrhaftes Wild wie Löwen und Wildschweine. An dieser Stelle soll auch der wohl berühmteste Jagdhund der Antike nicht unerwähnt bleiben, der „Segusier“. Er gilt als Stammvater unserer heutigen Bracken.
Im antiken Griechenland war das gebräuchliche Wort für die Jagd zu Fuß „Kyngesion“ – „was mit dem Hund geschieht“. Das lässt darauf schließen, dass Jäger und Hund schon damals eng miteinander verbunden waren. Als sich im Mittelalter die Parforcejagd entwickelte, wurden aus einzelnen brackenartigen Hunden die Leithunde ausgewählt, die Vorfahren unserer heutigen Schweißhunde. Diese Hunde sollten am Riemen das Wild aufspüren, so dass anschließend die Meute zur Hetzjagd angesetzt werden konnte.
Der Wandel der Jagd führte zur Zucht weiterer spezialisierter Hunderassen. Bei der Beizjagd wurden Vogel- und Habichtshunde verwendet, bei denen das Vorstehen bereits züchterisch begünstigt wurde. In England wurde die Jagd mit Vorstehhunden (Setting Dogs) weiter spezialisiert: Hier war das „Tirassieren“ sehr beliebt, wobei das Wild, das der Hund anzeigt, mit einem Fangnetz überworfen wird. Der Hund verhindert dabei das Aufstehen des Wildes.
Mit der Entwicklung der Feuerwaffen kam auch neuer Schwung in die Entwicklung der Jagdhunderassen. Die Arbeit vor und nach dem Schuss wurde immer umfangreicher, die Hunde sollten vorstehen, stöbern und apportieren. In England und Frankreich führte das zu vielen verschiedenen Rassen mit spezialisierten Eigenschaften. In Deutschland ging der Trend eher zum Mehrzweckhund, dem Vollgebrauchshund. Heute gibt es auf der ganzen Welt viele verschiedene anerkannte Jagdhunderassen. Sie sind, wie alle anderen Hunderassen auch, beim weltgrößten kynologischen Dachverband FCI (Fédération Cynologique Internationale) gelistet und werden je nach historischer Entwicklung und Einsatzgebiet systematisch in Rassegruppen eingeteilt.

Jagdhunde

Abb.: Die Drei im Jeep

Der Einsatz von Jagdhunden unterliegt in den meisten Ländern strengen gesetzlichen Regelungen. So erstellen in jedem Land einzelne Verbände und Vereine Leitlinien für die Zucht, Ausbildung und Prüfung der Hunde. In Deutschland dürfen zum Beispiel nur „brauchbare“, also geprüfte Hunde für die Jagd eingesetzt werden. Die Prüfungen übernimmt der Deutsche Jagdhundeverband (JGHV), der dabei eng mit dem Deutschen Jagdverband (DJV) und assoziierten Mitgliedsverbänden zusammenarbeitet. Diese organisieren auch Ausbildungslehrgänge für Hundeführer.
Wann ein Hund „brauchbar“ für die Jagd ist, hängt natürlich auch von seinem Einsatzgebiet ab. Grundsätzlich kann man aber von einer zwei- bis dreijährigen Ausbildungszeit ausgehen. Jeder Hund sollte schussfest sein und die Grundkommandos in allen Lebenslagen beherrschen. Darunter fallen das sichere Heranrufen, Sitz, Platz, Bleiben, eine gute Leinenführigkeit bzw. das freie Bei-Fuß-Gehen sowie der Gehorsam bei Wildkontakt. Hinzu kommen weitere Anforderungen entsprechend den späteren Einsatzgebieten. Dazu gehören beispielsweise Fährten-, Bau- und Wasserarbeit, Wildschärfe, Apport, Stöbern und Vorstehen. Je nach den Bedürfnissen des Hundeführers und der jeweiligen Hunderasse sind weitere Spezialisierungen in manchen Bereichen möglich. Die entsprechenden Rassevereine bieten hier eine Vielzahl von Möglichkeiten. Aber erst das gemeinsame Jagen macht Hund und Mensch zu einem Team, in dem man sich aufeinander blind verlassen kann.

Text von Tanja Dautzenberg aus © DAS JAGDBUCH von Oliver Dorn, erschienen bei teNeues, € 79,90, www.teneues.com

 

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Ramelli Paris Cover 3.indd

Titel: © DAS JAGDBUCH von Oliver Dorn http://teneues-buecher.de/das-jagdbuch

Verlag: teNeues www.teneues.com

Foto: © Gerhard Reinelt http://www.gerhardreinelt.com/overview/

Texterin: Tanja Dautzenberg http://www.plushund.com/tbergmann.html

Text: Deutsch, Englisch und Französisch

ISBN: 978-3-96171-061-4

Preis: € 79,90

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