Meine Kupferpfanne von Weyersberg und ich: Ein Langzeittest mit zweitem Leben

Produktvorstellung

Wer selbst jagt, fischt, sammelt oder gärtnert, steckt viel Zeit und Liebe in die Verwandlung von Lebewesen in Lebensmittel. Da liegt die Frage nahe, mit welchem Werkzeug man sie am besten zubereitet: Hochwertiges möchte man nicht ruinieren, sondern das Beste daraus herausholen. Manche Naturprodukte verlangen nach einer Hitze, die blitzschnell da ist, sich gleichmäßig verteilt und genau regulieren lässt. Dafür ist Kupfer ideal.

Mit Kupferpfannen ist es wie mit guten Messern: Man merkt sofort, ob jemand sein Handwerk versteht. Die Stielpfanne der Kupfermanufaktur Weyersberg aus Schloss Weitenburg bei Starzach in Baden-Württemberg ist so ein Fall. Die Pfanne ist das Ergebnis einer vier Jahre langen Entwicklung und eine wahre Innovation. Der verdiente Lohn dafür war die im Jahr 2014 erfolgte Auszeichnung zum Manufaktur-Produkt des Jahres.

Ich benutze meine seit rund acht Jahren, und es ist Zeit, darüber zu schreiben.

Die Pfanne im Überblick

Die 28-cm-Variante ist ein stattliches Stück Kochgeschirr für die ambitionierte Landküche: massives Kupfer in 3 mm Stärke, dazu ein markanter Stiel aus Messing, gegossen und bombenfest vernietet.

Das Besondere an diesem Modell ist der Boden: Eine ferromagnetische Edelstahlschicht macht die Pfanne induktionsfähig, obwohl Kupfer das von Haus aus nicht ist. Im Inneren sitzt eine schwarze Keramikversiegelung. Geliefert wird sie in einer Holzschiebedeckelbox aus dem Bayerischen Wald, samt Baumwollbeutel und Pflegeanleitung – als Geschenk macht das einiges her.

Bildquelle: Kupfermanufaktur Weyersberg

Die wichtigsten Daten auf einen Blick (laut Produktseite des Herstellers; meine Pfanne ist ein älteres Exemplar, Einzelheiten können abweichen):

Durchmesser / Höhe28 cm oben, 22 cm Boden / 6 cm
Fassungsvermögenca. 2,5 Liter
Gewicht / Länge2,4 kg / 52 cm
Material3 mm massives Kupfer, Stiel aus Messing, vernietet
Bodenferromagnetischer Edelstahlboden – induktionsfähig, ebenso für Gas, Elektro und Ceran
Innenschwarze Keramikversiegelung (PFAS-frei)
LieferumfangHolzschiebedeckelbox aus dem Bayerischen Wald, Baumwollbeutel, Pflegeanleitung
Garantie10 Jahre auf das Material Kupfer
Preis469 €

Das richtige Bratgut: Wann Keramik glänzt – und wann nicht

Trotz aller Premium-Qualität ist eine beschichtete Pfanne ein Spezialwerkzeug und nicht für jedes Lebensmittel die eierlegende Wollmilchsau. Für ein gutes Ergebnis sollte man das Kochgeschirr auf das Bratgut abstimmen.

Wann diese Pfanne glänzt: Die Keramikbeschichtung ist die erste Wahl für alles Sensible, das sanft garen muss und auf keinen Fall anhaften darf. Sie ist ideal für das morgendliche Omelett, für zarte Fischfilets – etwa eine klassische Mandelforelle – oder für frisch gesammelte Waldpilze, die behutsam gewendet werden wollen. Ich denke hier an Fettucini mit Morcheln aus des seeligen Kurt Scheels wunderbarem Essay Über Pilze und Liebe, welches mundet, als tanzten Elfen Ballett in Deinem Mund. Hier sorgt das Kupfer für eine butterweiche, punktgenaue Temperaturkontrolle, während die Beschichtung verhindert, dass das empfindliche Bratgut zerfällt. Ganz ohne Fett würde ich trotzdem nicht braten: Ein Hauch Butter oder Öl schont die Beschichtung und verbessert das Bratergebnis.

Wann man besser zu Gusseisen greift: Wer ein dickes Steak oder einen kräftigen Braten lange auf hoher Hitze braten und mit einer scharfen Kruste versehen will, sollte zu unbeschichtetem Gusseisen oder geschmiedetem Eisen greifen. Es verträgt extreme Temperaturen klaglos, speichert die Hitze massiv und sorgt durch seine hohe, stabile Oberflächentemperatur für maximale Röstaromen.

Mein wichtigster Praxistipp: Die Sache mit der Hitze

Kupfer reagiert extrem schnell. Das bedeutet auch, dass man es respektvoll behandeln sollte: Die Pfanne gehört niemals leer oder schockartig auf maximale Stufe. Bei zu brutaler Hitze droht das Material zu „schüsseln“. Der Boden verzieht sich dauerhaft nach unten, zur Herdplatte hin (von außen gesehen konvex), die Pfanne liegt nicht mehr plan auf und das Fett fließt von der Pfannenmitte zum Rand ab.

Auch der Keramik tut Zurückhaltung gut. Je nach Quelle liegt ihre Grenze bei 250 °C (Test) bis 400 °C (Händlerangabe, mit dem Hinweis, das nie auszureizen). Ich halte mich an die vorsichtigere Zahl, zumal man im Alltag ohnehin selten in diese Bereiche kommt und drehe den Herd bei diesem Schmuckstück nie voll auf. Da Kupfer die Hitze phänomenal leitet, genügt der mittlere Herdbereich fast immer. Der Messinggriff nimmt die Wärme schnell an – Topflappen oder Stielhalter gehören deshalb dazu.

Gereinigt wird von Hand; für die Spülmaschine ist die Pfanne laut Händlerangaben nicht geeignet. Scheuernde Mittel und Pads sollten weder an die Keramik noch an den Griff kommen und natürlich stapelt man in der Schublade keine anderen Pfannen ungeschützt auf den beschichteten Pfannenboden.

Der Langzeittest: Überraschend langlebig, mit zweitem Leben

Ich hatte bei Keramikbeschichtungen ehrlicherweise mit einem schnelleren Ende gerechnet. Doch diese werkseitige Beschichtung hat bei mir rund sechs Jahre lang im Dauereinsatz hervorragend durchgehalten – für eine Antihaftschicht ungewöhnlich lang. Erst danach ließ die Wirkung langsam nach.

Eigentlich ist das der Moment, in dem man eine beschichtete Pfanne schweren Herzens aussondert. Doch dann hörte ich im Podcast Leib und Speise: Töpfe und Pfannen ein Detail, das mir bis dahin völlig unbekannt war: Man kann beschichtete Pfannen vom Hersteller neu beschichten lassen. Eine Pfanne dieser Klasse wegzuwerfen, nur weil die Schicht nachlässt, wäre auch jammerschade.

Bildquelle: Kupfermanufaktur Weyersberg

Was ist das eigentlich für eine Beschichtung?

Auf meine Nachfrage zum Thema Gesundheit antwortete mir die Manufaktur per E-Mail:
„Bei den von uns vorliegenden Beschichtungen bei unserem Kupferkochgeschirr handelt es sich um eine keramische Beschichtung, nicht um eine PTFE-Beschichtung. Im Gegensatz zur PTFE-Beschichtung sind keramische Beschichtungen absolut PFAS-frei und absolut gesundheitlich unbedenklich. Ferner sind Keramikbeschichtungen erneuerbar. Lebensmitteltechnisch sind keramische Beschichtungen absolut unbedenklich und frei von Schadstoffen.“

Das ist die Auskunft des Herstellers; unabhängig überprüfen kann ich sie nicht. Gegen eine Servicegebühr bietet Weyersberg die Wiederbeschichtung an. Für mich ist das ein klarer Pluspunkt in Sachen Nachhaltigkeit: Das geliebte Küchenwerkzeug wird generalüberholt und ist wieder wie neu.

Die Überraschung nach der Generalüberholung

Als ich die Pfanne aus der Manufaktur zurückbekam, traute ich meinen Augen kaum: Innen sah sie tatsächlich aus wie frisch aus dem Laden. Außen jedoch präsentierte sich die Kupferoberfläche deutlich verdunkelt und stellenweise eingeschwärzt.

Auf erneute Nachfrage erhielt ich eine physikalisch einleuchtende Erklärung:
„Kupfer ist ein oxidierendes Metall, welches sich bei der Neubeschichtung durch das Einbrennen dieser im Ofen verfärbt. Da der Griff sich an der Pfanne befindet, ist ein maschinelles Polieren von unserer Seite nicht mehr möglich. Die Oxidation von Kupfer ist ein natürlicher Prozess, der je nach Temperatur und Feuchtigkeit in allen Farben des Regenbogens von tiefem Rot bis zu bläulichen oder Messing-Farbtönen erscheint.“

Wer den makellosen, rötlichen Glanz zurückhaben möchte, muss also selbst Hand anlegen. Ein bestimmtes Produkt empfiehlt der Hersteller zwar nicht, aber mit einem handelsüblichen Kupferpflegemittel und etwas Muskelkraft erstrahlt das Kupfer nach dem Ofen-Abenteuer schnell wieder im alten Glanz. Poliert wird dabei nur außen: Messinggriff und die Keramik im Inneren bleiben tabu.

Fazit und Preis

Die 28-cm-Stielpfanne kostet laut Hersteller-Shop aktuell 469 €. Das ist, Euro-Entwertung und Energiewende sei Dank, viel Geld für eine Pfanne, zumal in Zeiten ohnehin steigender Preise. Dafür bekommt man echte Handarbeit aus Deutschland, 10 Jahre Garantie auf das Kupfer und ein prämiertes Küchenwerkzeug, das sich erneuern lässt: Die Beschichtung ist ein Verschleißteil, für das es den Wiederbeschichtungs-Service gibt.

Ob sich das lohnt, hängt vom eigenen Kochverhalten ab. Wer Kupfer liebt, die feine Temperaturregelung schätzt und ein langlebiges Produkt sucht, wird hier glücklich. Wer dagegen eine unkomplizierte Alltagspfanne möchte, die auch mal in die Spülmaschine wandert oder auf Vollgas steht, ist mit einem günstigeren Modell besser bedient. Es ist nicht so, dass ich nicht auch mit knappen Mitteln lebe, aber ich kaufe mir seit langem relativ selten neue Kleidung, Küchengeräte oder Möbel, dafür dann zumeist recht hochwertige Produkte und bin damit glücklich. Diese Kupferpfanne mit Charakter hat sich über die Jahre vollauf bewährt.

Produktlink: https://weyersberg.shop/products/stielpfanne-28-cm

Transparenzhinweis: Ich habe meine Weyersberg-Pfanne vor etwa acht Jahren kostenlos als Ansichtsexemplar erhalten. Dieser Beitrag enthält einen Link zum Shop des Herstellers. Alle Eindrücke hier sind meine eigenen und spiegeln meine langjährige Erfahrung im Küchenalltag wider.

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Anmerkungen

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https://www.grube.de/magazin/kaufberatung-vakuumiergeraete


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